Nahverkehr in Stuttgart
: Jetzt im Video – so sehen die neuen Stadtbahnen aus

Die SSB muss ihre Fahrzeugflotte für die Zukunft ausbauen. 30 neue Stadtbahnen wurden zusätzlich bestellt. Doch wie sehen die neuen Wagons eigentlich aus?
Von
Alexander Müller
Esslingen

Die Mehrzweckbereiche sind in Zukunft deutlich größer. Haltestangen gibt es an der Decke.

Christian Milankovic

Es ist eine Investition in die Zukunft: Die Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) erweitert seine Fahrzeugflotte um 30 weitere Stadtbahnen. Zum einen sollen die alten, mehr als 40 Jahre alten Fahrzeuge ersetzt werden, zum anderen aber auch dazu dienen, die Anforderungen durch die geplanten Streckenerweiterungen und das verbesserte Angebot zu bedienen.

Ausbau trotz Sparzwang

Der Nahverkehr in Stuttgart soll trotz der Sparzwänge weiter ausgebaut werden. Zwar sollen die neuen Linien U17 (Dürrlewang-Flughafen) und die U25 (Killesberg-Plieningen) bis 2030 nicht realisiert werden, und auch die ausgeweiteten Betriebszeiten der U8 werden ebenso wie eine Verlängerung der U15 in der Hauptverkehrszeit bis Heumaden verschoben. Hingegen hält der Stuttgarter Gemeinderat weiter an den Plänen für den Ausbau der Linie U1 zwischen Fellbach und Heslach fest, damit dort künftig 80 Meter lange Züge fahren können. Ebenso steht der Neubau einer Strecke von Weilimdorf nach Hausen, wo ein neuer Betriebshof der SSB entstehen wird, nicht auf der Kippe. Zudem soll die U19 zwischen Neugereut und Neckarpark anstatt wie bisher nur werktags von 6 bis 19 Uhr, in Zukunft ganztags und auch am Wochenende fahren. Auch der Ausbau in Richtung Mercedes-Werk wird nicht in Frage gestellt.

Kosten von 160 Millionen Euro

Dafür benötigt man nicht nur das nötige Personal, sondern eben auch die Fahrzeuge. 40 neue Züge wurden bereits bestellt, die Option auf 30 weitere wurde von den SSB-Verantwortlichen im März dieses Jahres gezogen. Bei einem Stückpreis von mehr als fünf Millionen Euro belaufen sich die Kosten alleine von diesen auf rund 160 Millionen Euro. Bei einer europaweiten Ausschreibung hat sich dabei der Schweizer Hersteller Stadler durchgesetzt. Gefertigt werden die neuen Bahnen in dessen Werk in Berlin-Pankow – speziell nach den Wünschen und Vorgaben des Stuttgarter Verkehrsanbieters. Dafür hat die SSB eigens in den Katakomben der Zentrale in Möhringen ein Modell im Maßstab 1:1 erstellt.

Größere Mehrzeckbereiche, keine zentrale Stange mehr

Das neue Modell ist in einigen Punkten anders als seine Vorgänger: Die Mehrzweckbereiche sind deutlich größer, die vordere Kante der hochklappbaren Sitze in diesem Bereich ist gepolstert, damit Fahrgäste sich anlehnen können. Die Barrierefreiheit ist ebenfalls besser gewährleistet, da der Boden um drei Zentimeter tiefer ist. Zudem entfällt die zentrale Haltestange. Die von der Decke hängenden Hinweismonitore, auf denen die nächsten Haltestellen, Umsteigemöglichkeiten und auch Werbung angezeigt werden, entfallen – mit dem Ziel, mehr Kopffreiheit zu erlauben. Entsprechende Displays sollen in die Schrägen zwischen Dach und Außenwand wandern. An den Sitzplätzen gibt es zudem USB-Anschlüsse.

Die ersten Züge sollen bereits 2026 an die SSB ausgeliefert werden. Dann können sich die Fahrgäste mit den Neuheiten direkt vertraut machen, die wir bereits jetzt präsentieren.

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