Umbauprojekt in Stuttgart
: Nicht mal das Kreuz bleibt an seinem Platz – überraschender Umbau eines Stuttgarter Sakralbaus

Starre Kirchenbänke waren gestern. Nach acht Jahren Planung ist das Stuttgarter „Denklabor“ fertig und präsentiert ein Gotteshaus, das sich mit wenigen Handgriffen verwandeln lässt. Was hinter dem Konzept steckt.
Von
Nicole Golombek
Stuttgart
Kirche St Nikolaus in Stuttgart Umbau Junge Kirche

Flexibel in der Nutzung: Die Kirche St. Nikolaus in Stuttgart wurde umgebaut. Wie das flexible Konzept aussieht, lässt sich  beim Eröffnungsfest findet am 20. September erleben.

Niklas Heck
  • Umbau der Kirche St. Nikolaus in Stuttgart: flexible Nutzung mit mobilem Mobiliar.
  • Vorhänge teilen Räume, Workshopflächen entstehen schnell, sogar das Kreuz ist versetzbar.
  • Umbau nach Plänen von Prinzmetal, energetische Sanierung mit Dämmung, Wärmepumpe und PV.
  • Wiedereröffnung als „Junge Kirche St. Nikolaus“ am Sonntag, 20. September.
  • Kosten 4 Millionen Euro, Finanzierung durch Stadtdekanat, Diözese und 140.000 Euro Spenden.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Was lange währt - jetzt ist es fertig. Die Katholische Kirche hat im Jahr 2018 mit einem „Denklabor“ die Suche nach neuen Formen für das katholische Gotteshaus St. Nikolaus im Stuttgarter Osten begonnen. Acht Jahre später ist das Ergebnis dieser Gedanken zu besichtigen.

Nutzungsideen für das sakrale Gebäude wurden erprobt und weiterentwickelt. Das Ziel: eine flexible Kirche mit vielen Möglichkeiten. Bänke und weiteres Mobiliar können beispielsweise versetzt werden, Bereiche durch Vorhänge verkleinert und Workshopflächen mit wenigen Handgriffen eingerichtet werden und  das Kreuz kann an verschiedenen Stationen im Raum aufgestellt werden kann.

Architekten bauen Stuttgarter Sakralbau um

In einem Bauausschuss arbeiteten Vertreterinnen und Vertreter der Gemeinde, junge Menschen, das Katholische Jugendreferat Stuttgart, das Stadtdekanat und die Architekten zusammen. Realisiert wurde der zwei Jahre dauernde Umbau nach Plänen des Architekturbüros Prinzmetal. Das Gebäude wurde auch energetisch fit gemacht - mit Dämmungen, Wärmepumpe und  Photovoltaik-Anlage.

Der leitende Pfarrer Josef Laupheimer sagt, er sei begeistert von der renovierten Kirche: „Ich freue mich auf die Feier der Gottesdienste in der lichtdurchfluteten, einladenden Kirche mit ihren neu gestalteten liturgischen Orten.“ Die Gewählte Vorsitzende Angela Schardt sagt: „Ich freue mich auf all die Begegnungen mit Menschen verschiedenen Alters und aus aller Welt.“

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Die Kirche St. Nikolaus am Stöckach in der Werastraße 120 wird am Sonntag, 20. September, als „Junge Kirche St. Nikolaus“ wiedereröffnet. Dahinter steht keine ausschließliche Jugendkirche, Gemeinde und Jugendreferat wollen Angebote schaffen, die Kinder, Jugendliche, Familien, junge Erwachsene und Junggebliebene ansprechen.

Kirche St. Nikolaus

St. Nikolaus ist die älteste der vier katholischen Ostgemeinden in Stuttgart.

1895  wurde das Gotteshaus nach Plänen von Baurat Ulrich Pohlhammer errichtet und 1899 geweiht. Im Zweiten Weltkrieg brannte sie aus und wurde anschließend wiederaufgebaut. Zuletzt war sie in den 1970er Jahren umfassend renoviert worden.

4 Millionen Euro kostete der Umbau. Große Anteile tragen das Katholische Stadtdekanat Stuttgart und die Diözese Rottenburg-Stuttgart. 140.000 Euro brachte die Gemeinde über Spenden auf.

Bischof Klaus Krämer feiert um 11 Uhr den Festgottesdienst, an den sich ein gemeinsames Mittagessen, Führungen, Workshops anschließen. Zum musikalischen Programm gehören Beiträge aus der Gemeinde sowie ein Auftritt von Björn Amadeus. Um 18.30 Uhr beginnt der junge Gottesdienst; gegen 19.30 Uhr endet der Eröffnungstag.