Trinkglas wirkt wie Lupe: Sonne löst Brand aus, Hamster stirbt
Die Mittagssonne schien am gestrigen Mittwoch gegen 13 Uhr durchs Fenster eines Kinderzimmers im Dachgeschoss eines Zweifamilienhauses im Auenwalder Hainbuchenweg. Da es dort keine Vorhänge gab, wurde die Wirkung der Strahlen noch verstärkt. Punktgenau trafen sie auf ein leeres Gläschen mit Schraubverschluss, das auf einem Holztisch stand. Durchs Glas gebündelt, wurden die Strahlen gegen eine ebenfalls auf dem Tisch stehende Pappschachtel oder eine Papiertüte weitergeleitet, so die spätere Ermittlung des Einsatzleiters der Auenwalder Feuerwehr. Dieser Karton wiederum stand genau neben einem Hamsterkäfig. Jetzt ging's ganz schnell: Der Karton beziehungsweise das Papier fing Feuer, das Feuer griff auf das Streu und Stroh im Käfig über. Es entwickelte sich starker Rauch, der Plastikboden des Käfigs löste sich langsam auf.
"Dem Hamster gelang es zwar noch, aus dem Käfig zu krabbeln, doch er starb vermutlich aufgrund Stress, Schock und Rauchgasvergiftung", schildert Nikolaus Brenner, Sprecher der Polizeidirektion Waiblingen, die dramatischen Sekunden unterm Dachgebälk. Den Schwelbrand selbst hatten die 13 herbeigeeilten Feuerwehrleute, unterstützt durch eine Besatzung des Roten Kreuzes, schnell gelöscht. In der Wohnung entstand "minimaler Schaden", so die Polizei. Einige Zimmer wurden durch Rauch und Ruß verschmutzt.
Für den kleinen Hamster freilich konnten die Auenwalder Rettungskräfte nichts mehr tun. Er überlebte den Brand nicht. Zurück blieben also das tote Tierchen - und ein todunglückliches Kind, dem der Hamster gehörte.