Trauer in der Wilhelma
: Europas ältestes Okapi ist tot – „Vitu“ lebte seit 1999 im Stuttgarter Zoo

Das älteste Okapi Europas ist tot. Der Bulle „Vitu“ musste in der Wilhelma in Stuttgart aus gesundheitlichen Gründen eingeschläfert werden.
Von
Gülay Alparslan
Stuttgart
Der Eingangspavillon der Wilhelma (links). Ende Juli musste in der Wilhelma das älteste Okapi Europas eingeschläfert werden (Archivfoto).

Der Eingangspavillon der Wilhelma (links). Ende Juli musste in der Wilhelma das älteste Okapi Europas eingeschläfert werden (Archivfoto).

Lichtgut/Julian Rettig / Wilhelma
  • Wilhelma trauert: Europas ältestes Okapi „Vitu“ wurde aus Gesundheitsgründen eingeschläfert.
  • Der Bulle war 28 Jahre und vier Monate alt – sein Zustand verschlechterte sich zuletzt stark.
  • Tierarzt berichtete von Bewegungsproblemen und Appetitverlust, Euthanasie sollte Leiden beenden.
  • Vitu lebte seit 1999 in Stuttgart, wurde zwischen 2005 und 2015 sechsmal Vater.
  • 17 Nachkommen leben in vier Generationen in europäischen Zoos; Okapis gelten als stark gefährdet.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Trauer in der Wilhelma: „Vitu“, das älteste Okapi Europas, ist tot. Der Bulle musste Ende Juli aufgrund alters- und krankheitsbedingter Leiden eingeschläfert werden. Das teilte die Pressestelle der Wilhelma Stuttgart am Freitag in einer Mitteilung mit.

Das Tier wurde nach Angaben der Wilhelma 28 Jahre und vier Monate alt. In den Wochen zuvor hätte sich sein Gesundheitszustand zunehmend verschlechtert. „Vitu konnte sich zuletzt nur noch schlecht fortbewegen. Er fraß kaum mehr und zeigte immer deutlichere Alterserscheinungen“, erklärt der leitende Tierarzt der Wilhelma, Tobias Knauf-Witzens. Um weiteres Leiden zu vermeiden, habe man sich für die Euthanasie entschieden.

Okapis gelten laut IUCN als stark gefährdet

Nach der Obduktion wird Vitus’ Körper dem Staatlichen Museum für Naturkunde Stuttgart für wissenschaftliche Zwecke übergeben, so die Pressestelle.

Vitu kam 1999 im Alter von eineinhalb Jahren aus dem Zoo Basel nach Stuttgart. Zwischen 2005 und 2015 wurde er sechsmal Vater. Heute leben 17 seiner Nachkommen in vier Generationen in verschiedenen europäischen Zoos. Seine Bedeutung reicht damit über die Wilhelma hinaus.

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Okapis gelten laut der Weltnaturschutzunion IUCN (International Union for Conservation of Nature) als stark gefährdet. In freier Wildbahn leben sie ausschließlich in den Regenwäldern im Norden und Nordosten der Demokratischen Republik Kongo. Wie viele Tiere dort noch existieren, ist unklar. Lebensraumverlust, Wilderei und politische Instabilität setzen der Art zu.

Wissenswertes über Okapis

Okapis sind kurzhalsige Waldgiraffen, die eine Schulterhöhe von etwa 1,5 Metern erreichen. Da sie sich fast ausschließlich von frischem Laub ernähren, sind sie in zoologischen Gärten anspruchsvolle Pfleglinge. Obwohl die Art den Menschen im Kongo lange bekannt war, wurde sie von europäischen Forschungsreisenden erst Anfang des 20. Jahrhunderts wissenschaftlich beschrieben. In Europa werden Okapis seit 1956 erfolgreich gezüchtet, in der Wilhelma seit 1989.