Stuttgarter Weihnachtsmarkt: Mobile Polizeiwache und umfassendes Messerverbot

Die mobile Wache der Stuttgarter Polizei ist im Sommer während der Fußball-EM auf dem Schlossplatz vorgestellt worden. Sie kommt nun auch beim Weihnachtsmarkt zum Einsatz.
Lichtgut/Christoph SchmidtBesinnliche Adventszeit, Glühwein, hell erleuchtete Buden – und Beamte mit Maschinenpistolen. Seit einigen Jahren ist das auch auf dem Stuttgarter Weihnachtsmarkt kein Widerspruch mehr. Den weltweit gestiegenen Bedrohungen trägt man in der Landeshauptstadt mit erhöhten Sicherheitsmaßnahmen Rechnung. Das gilt auch für dieses Jahr. Wenn der Weihnachtsmarkt am 27. November beginnt, gibt es zudem einige Neuerungen.
Grundsätzlich wolle die Stadt „ihr bewährtes Sicherheitskonzept fortführen“, heißt es in einer Mitteilung. Das bedeutet: viel Polizei, stationäre Sperren und mobile Poller an diversen Zufahrten. Letztere waren im vergangenen Jahr erst sehr kurzfristig ergänzt worden, hätten sich aber bewährt, heißt es. Ein Gutachten hatte im Sommer 2023 Nachbesserungsbedarf gesehen. Danach war das Konzept angepasst worden. Und die Stadtverwaltung „beobachtet die allgemeine Sicherheitslage fortlaufend“. Dementsprechend sind weitere Änderungen möglich, falls es sinnvoll erscheint.

Mobile Poller ergänzen wieder das Sicherheitskonzept.
Foto: Stadt Stuttgart/Harald KnitterAuch in diesem Jahr werde „das gesamte Veranstaltungsgelände mit stationären Sperren und mobilen Pollern vor unbefugten Zufahrten geschützt“. Zum Umgang mit Gefahrensituationen wie einer Bombendrohung, Unwetter oder einem überhöhten Besucheraufkommen seien konkrete Handlungsanweisungen für das Sicherheitspersonal erarbeitet worden. Es sind auf dem Gelände nicht nur Einsatzkräfte der Polizei unterwegs, sondern auch Sicherheitsleute. Sie überwachen das Areal sowohl während der Öffnungszeiten als auch nachts.
Eine Neuerung ist die mobile Wache des Polizeipräsidiums Stuttgart. Sie soll an den Wochenenden am Alten Schloss stehen und dort als Anlaufstelle für Besucherinnen und Besucher dienen. Es handelt sich dabei um einen mit allen technischen Finessen ausgerüsteten Transporter. Er soll als Wache auf vier Rädern bei Demonstrationen, Festen oder an Kriminalitätsschwerpunkten eingesetzt werden. Das Fahrzeug ist das erste seiner Art in Baden-Württemberg und ist erst im vergangenen Sommer offiziell in Betrieb gegangen. Derzeit läuft die Erprobung – nun auch auf dem Weihnachtsmarkt.
Ausgeweitet wird auch die bestehende Waffen- und Messerverbotszone. Sie gilt in Teilen der Stuttgarter Innenstadt ja schon seit einiger Zeit an den Wochenenden. Die Stadt muss sich für den Weihnachtsmarkt allerdings keine Neuregelung überlegen: Seit dem 1. November besteht bundesweit für alle öffentlichen Veranstaltungen ein gesetzliches Messerverbot. Die Stadt übernimmt es folglich, es gilt für den Weihnachtsmarkt in der Stuttgarter Innenstadt vom 27. November bis 23. Dezember während der gesamten Öffnungszeit für das komplette Veranstaltungsgebiet. Damit trotz der vielen denkbaren Bedrohungen für die Besucher möglichst festliches Adventsflair im Vordergrund stehen kann.
