Stuttgarter/Stuttgarterin 2025: Mehr Respekt fürs Ehrenamt!


Die Ausschreibung zum Ehrenamtspreis 2025 unserer Zeitung startet.
Lichtgut/Leif PiechowskiEs sind gute Zeiten für das Ehrenamt. Man redet aktuell wieder darüber. Jüngst erst hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hervorgehoben, wie wichtig bürgerschaftliches Engagement für die Gesellschaft ist und zugleich gemahnt, dass diese freiwillige Arbeit heute auf immer weniger Schultern ruht, obwohl es notwendig wäre, dass möglichst viele Schultern sie stemmen. Seine Rede markierte den Auftakt der von vielen Aktionen begleiteten bundesweiten Woche des bürgerschaftlichen Engagements, die an diesem Sonntag zu Ende geht.
Die Ausschreibung des jährlichen Ehrenamtspreises von Stuttgarter Zeitung, Stuttgarter Nachrichten und Volksbank Stuttgart fügt sich da gut ein. Denn es handelt sich ganz im Sinne der bundesweiten Bemühungen um einen lokalen Versuch, bürgerschaftliches Engagement in der Landeshauptstadt sichtbarer zu machen und wertzuschätzen. Das gilt ebenso für den zeitgleich ausgeschriebenen Bürgerpreis der Stuttgarter Bürgerstiftung, der sich an Vereine und Gruppen richtet. Der Ehrenamtspreis unserer Zeitung – Stuttgarter/Stuttgarterin des Jahres – rückt hingegen die jeweiligen Persönlichkeiten in den Blick. Das Preisgeld von insgesamt 15 000 Euro soll eine Anerkennung für diesen oft im Stillen erbrachten Einsatz sein. Und eine Ermutigung, darin nicht nachzulassen.
Ehrenamtlichen mit Respekt begegnen!
Diese Ermutigung braucht es, denn bürgerschaftliches Engagement wird angesichts der Aufgabenfülle immer wichtiger. Man stelle sich für einen Moment eine Gesellschaft ohne Ehrenamtliche vor. Sie wäre arm, auf das Nötigste reduziert und weniger empathisch. Vieles wäre nicht mehr vorstellbar und leistbar und würde überhaupt nicht existieren: Vereine, Freiwillige Feuerwehren, soziale Dienste . . . Wir haben uns daran gewöhnt, uns auf Menschen zu verlassen, die für dieses und für vieles mehr Lebenszeit und Energie aufbringen.
Staat und Gesellschaft dürfen es sich dabei aber nicht zu einfach machen. Ehrenamtliche sind keine Lückenfüller, sondern Menschen, die freiwillig etwas von sich einbringen. Es ist geboten, dass man ihnen mit Respekt begegnet. Nur so wird man dem Charakter des Ehrenamtes gerecht. Denn es ist im Grunde ja ein Geschenk an die Gemeinschaft. Zugleich finden viele Menschen darin Bestätigung, oft auch Erfüllung. Ulrike Holch, die in Stuttgart das Freiwilligenzentrum Caleidoskop der Caritas leitet, drückt dies treffend aus: „Wer sich bürgerschaftlich engagiert, tut anderen etwas Gutes – und damit auch sich selbst.“
Es braucht mehr als Gotteslohn und warme Worte
Zum Respekt vor diesem Engagement gehört, dass man es öffentlich würdigt und honoriert – in seiner ganzen Vielfalt und Breite. Mit warmen Worten und Gotteslohn ist es da nicht getan. So unbezahlbar das Ehrenamt ist, so sehr sollte man über praktische Formen der Anerkennung nachdenken. Die Ehrenamtskarte des Landes, an der sich die Stadt Stuttgart beteiligt, weist in die richtige Richtung. Ehrenamtliche erhalten damit eine Reihe von Vergünstigungen. Bei der Ausgestaltung sollten bitte auch die Bedürfnisse von Jüngeren berücksichtigt werden.
Mit dem Ehrenamtspreis Stuttgarter/Stuttgarterin des Jahres, der sich bewusst auch an Schüler richtet, drücken wir als Zeitung unsererseits Wertschätzung aus. Die Leserinnen und Leser sind herzlich eingeladen, sich mit Vorschlägen beteiligen. Die Ehrenamtlichen haben es verdient.
Mitmachen beim Ehrenamtspreis
Ausschreibung
Gemeinsam schreiben Stuttgarter Zeitung, Stuttgarter Nachrichten und die Volksbank Stuttgart den mit 15 000 Euro dotierten Ehrenamtspreis Stuttgarter/Stuttgarterin des Jahres aus. Gewürdigt werden damit Menschen, die sich in Stuttgart in besonderer Weise bürgerschaftlich engagieren.
Wenn Sie jemanden kennen, der diesen Preis verdient, dann schicken Sie uns bitte bis 19. Oktober Ihren Vorschlag und begründen Ihre Auswahl kurz. Es können auch mehrere Vorschläge eingereicht werden. Dasselbe gilt für den Schülerpreis, der Teil des Ehrenamtspreises ist und freiwilliges Engagement von Schülerinnen und Schülern honoriert. Hier dürfen sich auch die Stuttgarter Schulen angesprochen fühlen. Wir freuen uns über Ihre Vorschläge per Mail an: stuttgarter-des-jahres@stz.zgs.de oder per Post an Stuttgarter Zeitung, Plieninger Straße 150, 70567 Stuttgart. Weitere Infos stehen auf www.stuttgarter-des-jahres.de