Stuttgart-Album: Erinnerungen an den VW Käfer
: Die erste Liebe auf vier Rädern vergisst man nie

Der VW-Käfer war das erste Auto für alle. Nun wird sein Nachfahre Beetle eingestellt. Unsere Leserinnen und Leser erinnern im Stuttgart-Album mit tollen Fotos an ihre erste Liebe auf vier Rädern. Ade, Kugelporsche! Die Legende lebt.
Von
Uwe Bogen
Stuttgart
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  • Klaus Maier mit seinem Käfer im Jahr 1969 auf Gotthard-Höhen.

    Maier
  • Wolfgang Nantt schreibt zu diesem Foto: „Mein erstes Auto war ein Käfer. Den hatte ich von meinem Bruder geerbt’, bevor ich einen Führerschein hatte. Viele schöne und ein paar unangenehme Erinnerungen habe ich an dieses Auto. Eine weniger gute Erinnerung war ein Unfall noch bevor ich den Führerschein hatte. Mangels Geld habe ich den Käfer nur notdürftig reparieren lassen, aber mit einem für meinen damaligen Geschmack wunderschönen Dekor verziert. Die verdellte Motorhaube zierte eine herrlich schöne orangefarbene Plastikhaube. Noch heute bereue ich das ich dieses Auto nicht behalten habe. Das Bild zeigt meine Eltern und mich auf einer Urlaubsfahrt nach Österreich.“

    Wolfgang Nantt
  • Wibke Wieczorek schreibt: „Der weiße Käfer gehörte meiner Tante Isolde, die am Wochenende immer ein Mädchen (wir waren vier Mädchen und vier Jungs) zu einem Ausflug mitnahm. Da unsere Eltern kein Auto hatten, waren wir es nicht gewohnt, Auto zu fahren und so wurde es uns regelmäßig übel. Der Tante reichte es aber immer anzuhalten, so dass ihr geliebter Käfer nie zu schaden kam. Das Foto zeigt mich im Alter von etwa drei Jahren. Somit ist das Foto etwa 1965 entstanden.“

    Wieczorek
  • Andreas Ehrmann mit seinem Käfer-Cabrio 1303 vom Baujahr 1973. Er schreibt: „Mein erstes Auto war eines dieser ,Krabbeltiere’. Das Fahrzeug hatte ich am 23.03.1977, ein Vierteljahr nach dem Erwerb des Führerscheins, in Winnenden beim VW Händler für DM 3.000 erworben. Natürlich hat man zu seinem ersten Auto eine besondere „Beziehung“ und so bekam es auch einen Namen: Axel. Der Käfer hatte auch seine kleine Mucken: Der Motor sprang bei niedrigen Außentemperaturen nicht gerne an. So wurde das Fahrzeug von mir sicherheitshalber am „Hang“ geparkt um es zum Starten anrollen zu lassen oder es wurden gerne kräftige Mitfahrer (innen) als sogenannte Anschub- und Starthilfe mitgenommen.“

    Ehrmann
  • Horst Leutenecker hat uns dieses Käfer-Foto aus dem Jahr 1951 geschickt. Er schreibt: „Unser Vater, Albert Leutenecker, war als Kfz-Meister während dem Krieg einige Jahre bei Porsche in Zuffenhausen beschäftigt gewesen. Dabei lernt er den Wehrmachtskübelwagen von VW und die ersten VW Käfer kennen. Nach dem Krieg erwarb er aus von der US-Army aus deren Beutebeständen einen beschädigten Kübelwagen und richtete diesen als Pkw und für den Warentransport her. Etwas später konnte er von VW-Hahn in Fellbach eine beschädigte Käfer-Karosserie erwerben. Er setzte dann diese Karosserie auf das Chassis vom Kübelwagen auf, richtete beides auf, lackierte die Karosserie und fertig war unser erster VW-Käfer im Jahr 1950.“

    Leutenecker
  • Wie schön sind doch die Erinnerungen an den ersten Käfer!

    privat
  • Barbara Rall fuhr ihren Käfer von 1961 bis 1970.

    Rall
  • Peter Fischer schreibt: „Im Januar 1962 kaufte ich mir meinen ersten VW Käfer, damit ich vor allem als junger Mann die Eltern in Tübingen von meinem damaligen Arbeitsort Rheydt-Odenkirchen (heute ein Stadtteil von Mönchengladbach am Niederrhein) mobiler besuchen konnte. Man beachte: der VW hatte noch einen mechanischen WINKER zur Richtungsangabe. Die gesetzliche Umrüstung mit einen BLINKER auf den Kotflügeln erfolgte ab Mitte 1962. Der VW beförderte mich aber relativ schnell auch schon im Sommer1962 vom Niederrhein nach Stuttgart zu meinem neuen Arbeitgeber in der Textilindustrie. Aber was passiert, wenn man jung und zielstrebig einen PKW besitzt. Eine junge und smarte Freundin wartete nicht lange und so konnte ich im Jahr 1965 in S-Kaltental in den Ehestand einbiegen und so leben wir heute noch glücklich verheiratet auf der Rohrer Höhe. Der Käfer wurde später in einen neuen VW Käfer und danach berufsbedingt in viele andere PKW Typen eingetauscht. Jedenfalls ist dies alles eine lebenswerte Investition gewesen.“

    Fischer
  • Aus der Sammlung von Dieter Gartner.

    Gartner
  • Dieter Gartner erwarb diesen Käfer, Baujahr 1949, für 30 Mark zum Ausschlachten.

    Gartner
  • Mit dem Käfer zum Skifahren.

    Gartner
  • Wolfgang Eckhardt schreibt: „Mein Freund und ich ( als vormalige Spieler bei den Stuttgarter Kickers-Amateuren) fuhren im Sommer 1966 mit seinem Käfer nach England zur WM. Grund: a) Besuch der Spiele der deutschen Mannschaft als Fans – b) Treffen mit meiner englischen Verlobten.Der Käfer war geschmückt mit der deutschen Flagge und einem Plakat mit der Aufschrift: „German fans are greeting England.“ Die Aktion kam gut an und wir wurden bei unseren Rundfahrten sehr oft von der Bevölkerung auf der Straße oder in Vorgärten zur „Tea-Session“ eingeladen. Zwei Jahre später kaufte ich mir mein eigenes, erstes Auto- ein blauer VW-Käfer (leider kein Bild vorhanden). Die Abwicklung des Kaufes fand am Hauptbahnhof in Stuttgart, Nordausgang bei den Taxis und Tankstelle, statt. Bereits nach ca. 5oo m Fahrt blieb der Wagen direkt vor dem Hotel Zeppelin stehen, machte keinen Mucks mehr.Im Glauben, dass ich einem Fehlkauf aufgeflogen bin, rief ich umgehend den ADAC an.“

    Wolfgang Eckhardt
  • Armin Berker erinnert sich: „Auch ich habe ein Erlebnis mit meinem ersten Auto- VW Käfer 1300 Bj.70 Erstanden am 9.7.83 auf dem Automarkt in Stuttgart-Wangen für 1.350,-DM. Als Führerscheinneuling und Fahranfänger war der Käfer mein ganzer Stolz: mit Standheizung und Schiebedach ! Mein unvergessliches Erlebnis war eine Urlaubsfahrt an den Starnberger See,welche zeitlich mit einem Trip an die Adria vergleichbar war. Auf der Hin- sowie auf der Rückfahrt blieb der Käfer wegen Überlastung stehen und ich musste auf dem Standstreifen mit gutem Zureden:) und ein paar Handgriffen am Vergaser , hoffen, dass die Fahrt weiter geht. - es klappte! Ich war sehr traurig, als ich ihn im Sommer 1986 zur Autoverwertung Nill in Stuttgart-Hedelfingen bringen musste-“

    Armin Berker
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Stuttgart - Kein Auto bleibt ewig fahrbereit – doch es gibt rollende Gefährten, an denen lange nach Verschrottung unser Herz noch hängt. Der Käfer von Volkswagen diente nicht einfach nur der Fortbewegung. Er ist das Symbol des deutschen Wirtschaftswunders, ein Ausdruck des Lebensstils, steht für Hippies wie für Hollywood-Hits.

Das Kultauto entstammt aus einem dunklen Kapitel der Geschichte: Hitler wollte ein massentaugliches Fahrzeug. 1934 bekam Ingenieur Ferdinand Porsche den Auftrag dafür. Der Käfer entwickelte sich zum meistverkauften Auto der Deutschen. In seiner Heimat wurde die Produktion 1978 eingestellt, aber krabbelte weiter in den Fertigungshallen von Brasilien oder Mexiko. Der Nachfolger des legendären Kugelporsche, der Beetle, soll im Juli 2019 zum letzten Mal vom Band rollen. Die Ankündigung des Endes sorgt bei unseren Leserinnen und Leser für schöne Erinnerungen. Nicht selten blieb das Traumauto stehen. Selbst Ausfälle werden heute mit Wehmut geschildert.

Mit dem Käfer kamen 1966 „die Freundinnen von selbst“

Armin Berker hat als Führerscheinneuling seinen ersten Käfer 1300, Baujahr 1970, im Jahr 1983 für 1350 D-Mark auf dem Automarkt in Wangen erstanden. Auf seiner Urlaubsfahrt an den Starnberger See, so schreibt er, wollte sein Gefährt „wegen Überlastung“ nicht mehr. Mit „gutem Zureden und ein paar Handgriffen am Vergaser“ gelang ihm die Weiterfahrt. „Sehr traurig“ war Berker, als er ihn 1986 zur Autoverwertung in Hedelfingen bringen musste.

Als sich Klaus Maier einen Käfer leisten konnte, „kamen die Freundinnen von selbst“. 1966 hat er sich ein Exemplar vom Baujahr 1956 mit 90 000 Kilometern und 36 PS für 800 D-Mark gekauft. Sein einziger Ausfall in vier Jahren: Auf der Kreuzung am Neckartor blieb sein Käfer stehen. Ein anderer Käfer-Fahrer hielt an und konnte helfen.

Frontscheibe des Käfers ist bei der Fahrt fast zugefroren

Von 1977 bis 1980 fuhr Jürgen Maier fünf Käfer. Auf einer Reise nach San Remo mit Kumpeln krachte es bei einem Auffahrunfall. „Mit einem Heftpflaster haben wir den Scheinwerfer festgeklebt“, schreibt er, „die Zöllner haben komisch geschaut, ließen uns aber weiterfahren.“ Peter Fischer erinnert daran, dass der Käfer, den er Anfang 1962 erwarb, „noch einen mechanischen Winker zur Richtungsangabe“ besaß. Die gesetzliche Umrüstung mit einen Blinker auf den Kotflügeln erfolgte erst Mitte 1962.

Rolf Nagel schildert seine Erlebnisse aus den 1970ern: „Da mein Vater ein Meister im Packen war, hat er den Käfer ordentlich geladen. Seine Kollegen schlossen Wetten ab, wie weit er kommen würde. Hinter München begann die Dachlast nach hinten zu rutschen, weshalb mein Vater den Dachträger mit einem Seil an der vorderen Stoßstange befestigte. An der österreichischen Grenze wurden meine Eltern nach ihren Übersiedelungspapieren gefragt, da die Zöllner von einer Auswanderung ausgingen.“ Michael Rauser hat nicht vergessen, wie es vor Weihnachten in den 1970ern so kalt war, dass die Frontscheibe seines Käfers bei voller Fahrt fast zugefroren ist. Es gibt Dinge, die man nur mit einem Käfer erlebt. Eine Ära endet – Legenden werden danach umso größer.

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