Sturm über Marienplatzfest in Stuttgart: Straßenmusiker spielt in Stadtbahn-Haltestelle: „So etwas kann man nicht planen“

David Bel inmitten von Menschen in der Haltestelle am Marienplatz.
privat- Gewitter legte am Freitag das Marienplatzfest lahm – über 100 Feuerwehreinsätze in Stuttgart.
- Etwa 250 Menschen suchten Schutz in der U-Haltestelle und erlebten ein spontanes Konzert.
- Straßenmusiker David Bel sang „Iris“ von den Goo Goo Dolls, viele sangen oder filmten mit.
- Bel war zuvor auf Schlossplatz und Marienplatz, floh vor dem Sturm in die Unterführung.
- Der 23-Jährige tourte zuletzt durch europäische Städte und schreibt eigene Songs sowie Cover.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Etwa 250 Menschen haben am Freitagabend in der Stadtbahnhaltestelle am Stuttgarter Marienplatz mit einem Straßenmusiker gefeiert. Auch für den Sänger war es ein besonderer Moment. Über das Marienplatzfest und Teile Stuttgarts war um kurz nach 20 Uhr ein heftiges Gewitter gefegt, das für mehr als 100 Feuerwehreinsätze im gesamten Stadtgebiet sorgte. Viele Festbesucher flüchteten in die unterirdische Haltestelle – wo das spontane Konzert stattfand.
Auf Videos ist der Auftritt von David Bel festgehalten. Der junge Mann mit den schulterlangen Haaren steht in einer Menschenmenge, singt „Iris“ von den Goo Goo Dolls. Einige singen mit, viele filmen mit ihren Handys. „Es war mega. Einfach eine tolle Atmosphäre“, sagt der 23-Jährige im Gespräch mit unserer Zeitung.
Menschen flüchten vor Unwetter in Haltestelle
Er habe am Freitag erst auf dem Schlossplatz gespielt, sei dann weiter zum Marienplatz gezogen. Als David Bel dort ankam, habe er zu seiner Überraschung festgestellt, dass ein Fest stattfindet. Eigentlich sei die Musik von der Bühne zu laut gewesen, er habe sich trotzdem gedacht: Komm, einen Song probiere ich. Als er sich am Rande des Platzes gerade eingerichtet habe, habe es angefangen zu stürmen, kurz darauf brach das Unwetter los – und er flüchtete mit seinem Equipment unter einen Baum. Kurz zuvor hatte sich noch eine Menge um einige Akrobaten versammelt. „Ich habe dann schnell gemerkt, die müssen in die Stadtbahn-Unterführung gerannt sein“, sagt der Musiker. Also sei er hinterher. „Und die haben da quasi auf mich gewartet.“
Der 23-Jährige aus Hochdorf (Kreis Esslingen) hat in seinem jungen Alter einiges ausprobiert, Ausbildungen angefangen und abgebrochen. „Ich war auf der Suche nach dem Richtigen“, sagt er. Musik habe er schon als Kind geliebt, als Fünfjähriger zählte er Bon Jovi zu seinen Idolen. Selbst zum Gitarrespielen kam er aber erst mit 19. Im vergangenen Jahr tourte er mit Instrument, Verstärker und Sackkarre durch Paris, London und Amsterdam.
„Das hat sich irgendwie sinnvoll angefühlt“, sagt David Bel. Er habe „wertvolle Momente“ erlebt. Am Straßenmusiker-Tum reize ihn auch, dass man nichts „faken“ könne. Nach seinem Trip durch die europäischen Metropolen, der „kein Zuckerschlecken“ gewesen sei, habe er für sich entschieden, dass er es als Musiker probieren will, die Straße sei nun seine „direkte Bühne“. „Ich glaube, es gibt einen Weg für mich in der Musik. Man muss einfach dranbleiben“, sagt David Bel, der eigene Songs schreibt, aber auch Cover im Repertoire hat.
Erlebnisse wie das am Freitag, davon lebe man als Straßenmusiker auch, sagt David Bel. „Das sind Momente, die kann man nicht planen, und das ist das Tolle daran“, sagt der 23-Jährige.
Mehr zu David Bel gibt es auf seinem Instagram-Account (@davidbelmusic).