RTL-Show als Sprungbrett: Vanessa auf dem Weg zum Superstar

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Stuttgarter NachrichtenNein, ein Horror sei die Vorstellung nicht, am Montag wieder die Schulbank zu drücken. Vanessa geht gerne in die Leinfelder Immanuel-Kant-Realschule und macht dort im April ihren Abschluss. Walter Bauer sei ohnehin "der beste Rektor". Obwohl sie wochenlang fehlen wird, wenn sie bei der RTL-Show bis zum Ende durchhält, legte er ihr keine Steine in den Weg. "Ich bin aber auch eine gute Schülerin und hatte in Englisch eine glatte eins." Nur in Mathe laufe es nicht so gut, räumt die 17-Jährige ein.
Fantastisch läuft es dagegen bei der sechsten Staffel von Deutschland sucht den Superstar (DSDS): Vanessa schob sich fast unbemerkt unter die letzten 15. Denn vor allem Dieter Bohlen hielt sich mit Lob anfangs auffallend zurück. Das hat sich in der letzten Vorrunde geändert: "Du bist die zweitbeste Sängerin", attestierte er ihr. Bisher schlug sie sich souverän mit ihrer hervorragenden, durch einen Gesangslehrer seit Jahren geschulten Stimme. Sie zeigte im Gegensatz zu fast allen Konkurrentinnen auch keine Scheu, als ihr im Vorentscheid in Teneriffa plötzlich eine dicke Würgeschlange um den Hals gelegt wurde: "Ich habe keine Angst vor Schlangen, bei einer Spinne wäre das anders gewesen." Dieser Auftritt war damit o.k für sie, nicht aber "diese Geheimnistuerei vorher": Dass man überhaupt nichts erfahre, was geplant sei, stört sie am meisten. Ärgerlich findet sie auch, dass den Kandidaten die meiste Aufmerksamkeit geschenkt werde, die ständig heulen und auf der Mitleidstour schwimmen. "Sie hat nun mal keinen verschollenen Vater oder irgendeine Krankheit, es gibt kein Drama", sagt auch ihre Mutter. Vanessa bringt es auf den Punkt: "Ich bin hier um zu singen. Und ich will nicht aus Mitleid gewinnen."
Ihre Chancen, am heutigen Samstag, 28. Februar, in die begehrten Motto-Shows einzuziehen, bezeichnet sie mit 50:50. "Wenigstens einmal würde ich schon gerne auf dieser großen Bühne stehen." Heute Abend erwartet die Zuschauer ein Mammut-Programm. Alle 15 Kandidaten singen, dann wertet das Fernsehpublikum, dann die Jury: Erst weit nach Mitternacht werde das Ergebnis bekannt gegeben, sagt Vanessa. Sie geht mit Whitney Houstons "Greatest Love Of All" an den Start. Der Song wurde für sie ausgewählt, bei den Proben gabs Lob von den Konkurrenten: "Da sind wir eigentlich ehrlich."
Dennoch: Atmosphärisch ist in dem Kölner Hotel jetzt Schluss mit lustig. "Langsam gibt es Spannungen, wir sind zu viel zusammen," sagt Vanessa. Sie selbst versteht sich "eigentlich mit allen Mädchen" - am besten mit Michelle. Dass Tim in der letzten Runde rausgeflogen ist, irritiert sie nicht: "Man hat uns da eine Love Story angedichtet, die es nicht gab."
Zur Jury haben die DSDS-Stars keinen Kontakt: "Die sehen wir erst auf der Bühne." Vanessa schätzt Volker Neumüller am meisten: "Der ist total kompetent und sympathisch, ich war bei seinen Kritiken immer seiner Meinung." Nina Eichinger rede "zu viel um den heißen Brei herum". Und ob Dieter Bohlen wirklich alle Strippen zieht, wie viele meinen, weiß sie nicht: "Es wird viel spekuliert - auch dass letztlich die Chefs von RTL entscheiden." Von heute abend an allerdings stimmt das Publikum ab: "Ich hoffe, dass möglichst viele Fans für mich anrufen." In Köln wird Vanessa auf der Straße schon überall erkannt, "alle wollen ein Foto". Überhaupt ist sie in der Rhein-Metropole in ein völlig neues Leben abgetaucht mit all den Drehs und Interviews. Dass jeder DSDS-Kandidat stimmlich individuell gefördert wird, findet Vanessa super: "Ganz ehrlich, was ich mir von DSDS am meisten erhoffe ist, dass es ein Sprungbrett wird für die Musical-Szene." Das sei ihr noch wichtiger, als Superstar zu werden. Am liebsten mag sie die Rolle der "Belle" in "Die Schöne und das Biest".
Heute abend geht es um alles. "Die zehn besten ziehen dann in eine Villa, abgeschottet von Kameras." Das Leben wird wie in einer WG," mutmaßt Vanessa. VDas Lampenfieber hält sich noch in Grenzen: "Ich mache mir da keine großen Gedanken." Allerdings sei die Vorstellung, dass sechs bis acht Millionen Leute zusehen. doch "ziemlich beängstigend".