Parkhaus-Brand in Stuttgart
: Feuer mit Millionenschaden schockt Daimler-Mitarbeiter

Hunderte Fans müssen beim VfB-Heimspiel am Samstag ihr Auto wohl woanders parken: Nach dem Großbrand im Parkhaus an der Benzstraße ist zunächst unklar, wie das Bauwerk mit 2600 Stellplätzen wieder benutzt werden kann.
Von
Wolf-Dieter Obst
Stuttgart
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  • Auch dieser Mercedes hat nach dem Brand im P 7 im Neckarpark nur noch Schrottwert

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  • Feuer mit Millionenschaden schockt Daimler-Mitarbeiter

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Stuttgart - Ein Bauarbeiter in der Benzstraße gehört zu den Ersten, die das Feuer im Parkhaus mitbekommen. „Ich habe einen Knall gehört und das Feuer gesehen“, sagt er. Sein Anruf bei den Rettungskräften ist nicht der einzige: Um 11.04 Uhr melden gleich mehrere Anrufer brennende Fahrzeuge im Parkhaus, das zwischen Benzstraße und Martin-Schrenk-Weg neben dem SpOrt-Zentrum gelegen ist. Dicke Rauchschwaden über dem Neckarpark machen schnell die Dramatik der Ereignisse klar.

Auf der dritten Ebene standen in einem Bereich mit 225 geparkten Autos mehrere Fahrzeuge in Flammen. Auch Feuerwehr-Einsatzleiter Christian Schwarze erkannte sofort den Ernst der Lage: „Normalerweise wird bei einem Fahrzeugbrand ein Löschfahrzeug losgeschickt“, sagt er, „hier rückte gleich ein Löschzug aus.“ Dann waren es sogar zwei: Mit einem massiven Einsatz von Personal und Material schaffte es die Feuerwehr, das Ausmaß des Feuers nicht noch größer werden zu lassen. „Zum Glück war das keine Tiefgarage“, sagt Schwarze, „sonst wäre das deutlich schwieriger geworden.“

Für die Daimler-Mitarbeiter, die das städtische Parkhaus mit der Bezeichnung P 7 Neckarpark an Werktagen hauptsächlich benutzen, war das Ausmaß aber auch so schon schlimm genug. Laut Polizei wurden 14 Fahrzeuge völlig zerstört, sieben weitere dürften durch Ruß und Hitze ebenfalls erheblich beschädigt sein.

Der Schaden wird nach einer ersten Schätzung auf 1,5 Millionen Euro beziffert. „Das kann sich aber noch erhöhen“, sagt Polizeisprecher Jens Lauer, „wenn der eine oder andere nicht sichtbare Schaden entdeckt wird.“ Am Nachmittag konnten die Besitzer der verschont gebliebenen Fahrzeuge rausfahren. Polizisten der Einsatzhundertschaft notierten dazu die Personalien.

Die Ursache ist noch unklar. Brandermittler der Polizei bestellten für Freitag einen Gutachter zur Unterstützung. Die Ermittler konnten immerhin jene Stelle ausmachen, an der das verheerende Feuer seinen Anfang genommen haben könnte. Geschmolzene Leichtmetallfelgen an den Autos lassen die gewaltigen Temperaturen erahnen. Wie könnte ein Auto überhaupt von selbst Feuer fangen? „Ein Defekt in der Elektrik, eine undichte Kraftstoffleitung plus ein heißer Motor, da ist vieles möglich“, sagt Feuerwehr-Einsatzleiter Schwarze. Freilich ist auch Brandstiftung nicht ausgeschlossen.

Das Tiefbauamt ließ am Nachmittag durch einen Statiker prüfen, wie sehr das Bauwerk in Mitleidenschaft gezogen wurde. Ein Teil des Parkhauses wurde 1967, der andere 1981 gebaut. Bis August war es nachts illegal von Tuningfreunden als Treff genutzt worden. Wie viele der 2600 Stellplätze gesperrt bleiben, war zunächst unklar. Sven Matis, Sprecher der Stadt, gibt sich vor dem VfB-Heimspiel gegen Schalke 04 am Samstag aber nicht besorgt: „Auf dem Wasen gibt es 13 000 Parkplätze“, sagt Mattis, „es gibt also Ausweichmöglichkeiten.“

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