Obdachloser aus Stuttgart
: „Welle der Solidarität“ – Spende rührt Menschen in ganz Deutschland

Dass ein Obdachloser sein Flaschenpfand spendet, um Alleinerziehenden zu helfen, bewegt viele Menschen. Der Stuttgarter selbst findet gar nichts so Besonderes daran.
Von
Jan Sellner
Stuttgart
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Die Weihnachtspost von „Schwalbe“ und der Dankesbrief von Svenja Gruß vom Sozialdienst katholischer Frauen.

SkF

Die Geschichte eines Obdachlosen aus Stuttgart, der kurz vor Weihnachten 200 Euro seines zusammengetragenen Flaschenpfandes an eine alleinerziehende Mutter gespendet hat, erfährt bundesweit Aufmerksamkeit. „Die Meldung ist viral gegangen und hat in ganz Deutschland für überwältigende Reaktionen gesorgt“, berichtet Svenja Gruß, Vorständin des Sozialdienstes katholischer Frauen, der die Geldspende weitergereicht und publik gemacht hat: „Hunderte Kommentare auf Instagram und direkte Nachrichten zeigen: Viele Menschen sind tief berührt und wollen ihm zu Weihnachten etwas Gutes tun.“ Ihn zum Essen einladen oder ihm Büchergutscheine zukommen lassen, weil er gerne liest. Jemand schrieb: „Bitte richten Sie doch Schwalbe unbekannterweise viele liebe Grüße aus – er hat in einer so wahnsinnig am Haben ausgerichteten Welt für die schönste Weihnachtsgeschichte gesorgt, die ich kenne, abgesehen von der tatsächlichen Weihnachtsgeschichte. Ich ziehe alle meine Hüte vor ihm.“

Spenden hat bei „Schwalbe“ schon Tradition

Svenja Gruß hat dem Obdachlosen mit dem Spitznamen „Schwalbe“ inzwischen persönlich von dem großen Echo berichtet. „Darüber hat er sich sehr gefreut, aber auch deutlich zum Ausdruck gebracht, dass er selbst nichts benötigt.“ Zudem möchte er gerne anonym bleiben. Dei 51-Jährige zitiert ihn mit den Worten: „Ich habe, was ich brauche. Ich lebe bloß anders, das heißt nicht, dass es mir schlecht geht.“ Die Leute könnten das Geld dem Sozialdienst spenden, der das Geld dann an alleinerziehende Mütter in Not weitergibt.

In dem Gespräch erklärte er ihr auch, dass es für ihn nicht ungewöhnlich sei zu spenden. Das mache er jedes Jahr, verriet „Schwalbe“. Dafür sammle er Pfandflaschen und lege von dem Geld jeden Cent beiseite, den er nicht selbst benötige.

In diesem Jahr kamen 200 Euro zusammen, die er alleinerziehenden Mütter spendete, damit sie es an Weihnachten, dem „Happy-Birthday-Jesus“-Fest „etwas schöner haben“, wie er auf einem Zettel schrieb, den er seiner Geldspende beilegte. „Mein Glaube ist ein Ding zwischen mir und Jesus persönlich“, sagte er Svenja Gruß, die von „Schwalbes“ Haltung tief beeindruckt ist: „Wie gut, dass er uns daran erinnert, worum es an Weihnachten wirklich geht: um Menschlichkeit und Zusammenhalt.“

Unter dem Stichwort „Schwalbe“ kann man über folgendes Konto für alleinerziehende Mütter in Not spenden: Sozialdienst katholischer Frauen, IBAN: DE40 6005 0101 0002 0181 00.

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