Nachtleben in Stuttgart
: Riesenandrang zum wohl letzten Geburtstag des Studios Amore

Die Schlange zieht sich vom Hotel bis zur Königstraße: In der früheren Luxusherberge beim Bahnhof herrscht viel Amore in einer langen Nacht. Bei der Feier zum zweiten Geburtstag des Pop-up-Projekts, das im Sommer endet, ist der Andrang riesengroß.
Von
Uwe Bogen
Stuttgart
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Wer in der Geburtstagsnacht ins Studio Amore will, muss warten können – die Schlage zieht sich vom Hotel bis zur Königstraße.

/ubo

Eigentlich ist ein zweiter Geburtstag kein Grund für eine Riesenparty. In diesem Fall aber schon, weil Bars oder Clubs in der Zwischennutzung normalweise schnell und intensiv leben, hell erleuchten, ehe sie ruckzuck verschwinden und verglühen. Schon jetzt haben die Macher des Studios Amore und Studios Gaga in der nostalgischen, aber untergehenden Pracht des Hotels am Schlossgarten kreative Spuren hinterlassen. Als es im Januar 2023 losging, dachten die Wirte, ein halbes Jahr bleiben zu können.

Jetzt sind es zwei Jahre geworden. Zur Geburtstagsfeier empfangen die Betreiber Max Benzing und Janusch Munkwitz mit ihrem Team am frühen Abend zunächst geladene Gäste (als Dank an die Geschäftspartner, Lieferanten und Freunde) – und zur späten Stunde öffnen sich die Türen für alle. Zwölf DJs legen für vier Dance-Floors (auch im ersten Stock im einstigen Bankettsaal) bis in den frühen Morgen auf.

Die Schlange ins Studio Amore geht bis zur Königstraße.

Foto: ubo

Fotografierverbot mit dem Handy

Wer in der Geburtstagsnacht dabei sein will, muss warten können – die Schlange zieht sich vom Hoteleingang bis zur Königstraße. Es dauert ja auch, bis die Türsteher jedes einzelne Handy abkleben. Denn bei den Partys in der Pop-up-Bar herrscht Selfie-Verbot. Man feiere angenehmer, sagen die Macher, wenn die Gäste nicht immer alles für Instagram festhalten wollten.

Andererseits fällt so die PR in den sozialen Medien weg, wenn nichts gepostet werden kann. Doch wer die Menschenmasse sieht, die es in dieser Nacht ins entkernte Hotel zieht, könnte meinen, dass Werbung gar nicht nötig ist.

Eigentlich dachte man, nach der Anfangseuphorie im Jahr 2023 habe längst die Ruhe nach dem Ansturm eingesetzt. Außerdem klagt die Branche der Nacht, für Bars und Clubs laufe es in wirtschaftlich schwierigen Zeiten nicht mehr so gut. Doch das bevorstehende Aus für das Studio Amore (die Eigentümer haben zwecks Sanierung den Abschied für Sommer 2025 verkündet) scheint den Andrang zu beflügeln. Noch einmal sind die einstige Hotellobby, die stillgelegte John-Cranko-Lounge und das mit Regenbogen-Fahnen geschmückte Schlossgarten-Café ein Hotspot der Stuttgarter Partyszene mit guter Musik und guter Stimmung.

Max Benzing (vorne links) wird in der Geburtstagsnacht geehrt.

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Bei der Geburtstagsfeier überreicht DJ Leif Müller die Trophäe

DJ Leif Müller überreicht den Chefs Max Benzing und Janusch Munkwitz Urkunden sowie eine Trophäe dafür, dass eine Jury sie zu den „besten Hoteldirektoren der Welt“ gekürt hätten. Niemand widerspricht diesem Spaß-Award. Die beiden sind schließlich ganz besondere Betreiber auf Zeit.

Die künftigen Betreiber kommen aus München – von der MHP Hotel AG. Sie haben den Vertrag mit der LBBW Immobilien-Gruppe als Eigentümerin unterschrieben. Die Neueröffnung ist für 2028 geplant. Das über 60 Jahre alte Hotel am Schlossgarten, einst das erste Haus am Platz, soll nach dem Umbau zum „Mitglied der Autograph Collection der international führenden Marriott-Gruppe“ werden. Auf der Dachterrasse ist eine Rooftop-Bar mit 360-Grad-Blick über Stuttgart geplant. Das gesamte Quartier soll dem „Stadtentrée Stuttgarts ein neues, modernes Gesicht geben“.

Dem Wirt Max Benzing wird es nicht langweilig, wenn es mit dem Studio Amore vorbei ist. Im Leonhardsviertel hat er die Bars Lido und Puf übernommen, die er jetzt umbaut – damit könnten neue Hotspots für Stuttgarts Partyszene entstehen.

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