Nach Unfall in Stuttgart-Süd: Schäden nach einem Jahr noch nicht vollständig behoben
Ein dicker Kabelstrang verläuft an der oberen Einfahrt des Heslacher Tunnels in wenigen Zentimetern Abstand parallel zur Fahrbahn. Die fünf einzelnen Leitungen kommen aus dem Erdreich und sollten eigentlich zu einer elektrischen Schranke führen. Sie enden jedoch in einer blauen Mülltüte, die wiederum mit grünem Klebeband umwickelt ist. Es handelt sich um ein Provisorium nach einem schweren Verkehrsunfall: Die Anlage wurde von einem 57 Jahre alten Skoda-Fahrer umgefahren.
Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen zum Unfall eingestellt
Bemerkenswert ist jedoch, dass sich die Kollision bereits vor mehr als einem Jahr ereignet hat: Am 25. Februar 2024 war der Mann gegen 8.25 Uhr aus Südheim kommend in Richtung Innenstadt unterwegs. Kurz vor dem Tunnel kam er von der Fahrbahn ab, mutmaßlich um einen Zusammenstoß mit einem Mercedes zu verhindern. Der Skoda-Fahrer rammte die Schranke, eine Ampel sowie einen Verteilerkasten und kam an einem Baum zum Stehen. Am 60 000 Euro teuren E-Auto entstand Totalschaden.
Der Flurschaden wurde beseitigt, der Verteilerkasten längst erneuert. Von der Schranke fehlt aber nach wie vor jede Spur. „Die Reparatur wurde in Auftrag gegeben“, so eine Stadtsprecherin. „Die Bestandsaufnahme zur Prüfung auf mögliche statisch relevante Schäden am Fundament des Masts hat sich jedoch verzögert. Zusätzlich wirkt sich die Lieferung der Ersatzteile auf den Zeitplan aus, da es dort Engpässe gibt.“
Mobile Absperrungen sollen Schranke ersetzen
Ein Sicherheitsrisiko, sollte in dem Tunnel beispielsweise ein Fahrzeug brennen, bestehe laut der Sprecherin wegen der fehlenden Schranke jedoch nicht. „Normalerweise wird eine Tunnelsperrung am Portal durch eine Ampel signalisiert. Neben der Ampel soll die Schranke verhindern, dass weitere Fahrzeuge in den gesperrten Tunnel fahren“, sagt sie. Bis zur erfolgreichen Reparatur der Schranke würden in solch einem Fall mobile Absperrungen eingesetzt, um die Zufahrt in den Tunnel zu unterbinden. Die verkehrssichere Absperrung sei damit gewährleistet.








