Mit Swing auf die Bühne
: Ex-„Honey Pie“-Mitglied Susanne Schempp swingt wieder

Susanne Schempp, früher Mitglied des Damentrios „Honey Pie“, hat sich in den vergangenen Jahren auf den Gesangsunterricht in ihrer Schule GoVocal in Feuerbach konzentriert. Jetzt kehrt sie mit dem Pianisten Peter Appich auf die Bühne zurück.
Von
Armin Friedl
Stuttgart
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Susanne Schempp und Peter Appich spielen Stücke von Fats Waller und Hoagy Carmichael.

/privat

Zwei Stuttgarter Vollblutjazzer, die viele Jahre lang auf den Bühnen in Stadt und Region präsent waren, wollen es jetzt, jenseits der 60, noch mal wissen und zeigen, dass sie den Swing wie eh und je beherrschen: Susanne Schempp, viel gefeiert als Teil des Damentrios „Honey Pie“ und Peter Appich, leidenschaftlicher Klavierbegleiter und gefragter Gast bei so ziemlich jeder renommierten Bigband.

Auf der Bühne als We Love To Swing

Schempp hatte mit anderen die Gesangsschule Go Vocal in Feuerbach gegründet, hat dort quasi jeden Tag mit Einzel- und mit Chorunterricht zugebracht und sich viele Jahre lang ganz auf das Unterrichten konzentriert. Nur wenige hundert Meter weiter hat Appich im Freien Musikzentrum Feuerbach seine Kenntnisse als Pianist weitergegeben. Jatzt haben die beiden erst mal genug davon, anderen hauptberuflich die richtigen Töne beizubringen. Als Duo „We Love To Swing“ stehen sie fortan wieder selbst auf der Bühne mit der Musik von zwei Klassikern des Jazz: Fats Waller und Hoagy Carmichael.

Fats Waller und Hoagy Carmichael

Waller war ein Wirbelwind, der in Filmen mitgemacht hat, und von dem etliche Stücke heute gerne wieder aufgegriffen werden. Schempp und Appich singen unter anderem „Ain`t Misbehaving“ und „Honeysuckle Rose“ von Waller. Auch Carmichael zählt zu den Pionieren des Jazz, kam in den 1920ern mit Bix Beiderbecke und dem frühen Louis Armstrong zusammen. Auch er war sehr vielfältig unterwegs als Mann am Klavier in mehr als einem Dutzend Filmen oder in Radioshows. Als Komponist hat er sich früh mit dem Texter Jonny Mercer zusammengetan. Vor allem sein Komponieren fasziniert bis heute: Die beiden präsentieren von ihm unter anderem „Stardust“, „Georgia on my mind“ und „How little we know“.

Für Klubs und für Konzertbühnen

„Da stecken viele Lieblingsstücke von mir im Programm“, bekennt Schempp, „das gilt gut für die Hälfte. Manche Lieder singe ich schon seit meinem 14. Lebensjahr“. Auf deren Wirkung verlässt sich die Sängerin aber nicht allein. Schempp: „Ich war viel in Jazzklubs unterwegs um zu erleben, was da so geboten wird. Ein Sinatra-Abend der Sängerin Fola Dada hat mir sehr gefallen“. Und hat sie daran erinnert, dass sie selbst einmal ein personenorientiertes Jazzprogramm angeboten hat Mitte der 1990er Jahre: Eine Hommage an Duke Ellington, zunächst mit Klaus Wagenleiter, dann mit Martin Schrack, beides Stuttgarter Pianisten. So ist das aktuelle Programm mit den Songs von Fats Waller und Hoagy Carmichael eines, das sowohl in Jazzklubs passt, sich aber auch für andere Kulturbühnen eignet, denn Schempp liefert auch etliche Erläuterungen zu den beiden Musikern. Es ist halt schon eine ganze Weile her, als der Jazz anfangs des 20. Jahrhunderts aufblühte.

GoVocal zieht um nach Heslach

Für Schempp gibt es auch einen Anlass, nun wieder verstärkt auf die Bühne zurückzukehren: Die Schule GoVocal zieht nach Heslach um, in ein Gebäude gegenüber dem Hallenbad. „Die Schule haben wir 1999 gegründet, seitdem haben mehrere Investoren das Gebäude in Feuerbach übernommen. Jetzt hätten wir eine Mieterhöhung von neunzig Prozent finanzieren sollen“, erzählt sie. „Das gibt die Schule nicht her“. In Heslach gibt es nun einen Raum weniger als in Feuerbach. Seit Corona habe die Zahl der Gesangsaktivisten zwar wieder erfreulich zugenommen, aber von den vielen Gesangsschülern aus der Zeit vor der Pandemie sei man noch entfernt, sagt Sussanne Schempp. Ob sie selbst wieder lehren wird, lässt sie derzeit noch offen. „Ein Chor ist ja schon was Feines“, schwärmt sie. Dass verstärkt jüngere Leute dieses Gemeinschaftserlebnis suchen und eher an zeitlich begrenzten Projekten Interesse haben, gefällt ihr. Und vielleicht kommt ihr ja da auch mal ihr Wunschtraum entgegen: „Sehr gerne würde ich Gospel singen, da wäre ich sofort dabei“, sagt Schempp.

Auftritte gibt es im Februar und März in Stuttgart und im Umland.

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