Spezialtransport: Mini-Eurowings vor Mega-Antonov in Stuttgart

Eurowings-Maschine vor dicker Antonov An-124 in Stuttgart.
Daniel KesslerNein, das ist kein Modellflugzeug, sondern ein normaler Eurowings-Flug mit einer Sommerdestination wie Mallorca. Wenn auf dem Flughafen Stuttgart eine gewöhnliche Boeing 737 oder ein Airbus A320 vor einer Antonov An-124 rollt, scheint die gewöhnliche Passagiermaschine schlichtweg winzig. Das Gastspiel des Frachtgiganten am Flughafen Stuttgart hat die Blicke in den letzten Tagen auf sich gezogen – und das aus gutem Grund. Die Antonov war nicht zum Sightseeing in der Landeshauptstadt. Im Bauch des Transportflugzeugs lag ein 80 Tonnen schwerer Kraftwerksrotor, der nach einer Generalüberholung zurück nach Malaysia geflogen werden musste. Die Spezialisten von KPG Rotating Solutions aus Albbruck (Kreis Waldshut) hatten das massive Bauteil gewartet.
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Eigentlich sollte die Maschine schon am Montagabend abheben. Nach einer eintägigen Verzögerung – mutmaßlich wegen noch ausstehender Genehmigungen und Papiere für den internationalen Luftraum – hob die An-124 am Dienstagabend um 18:32 Uhr ab. Zahlreiche Schaulustige und Spotter verfolgten den seltenen Start am Flughafenzaun.
Antonov-Spektakel am Airport Stuttgart
Schon die Logistik am Boden verdeutlicht die Dimensionen:
- Nachtverladung: Um den 80-Tonnen-Rotor einzuladen, wurden zwei Spezialkräne direkt auf dem Rollfeld benötigt.
- Sicherheitsauflagen: Aus Sicherheitsgründen durften diese Kräne nur nachts aufgebaut werden, um den regulären Flugbetrieb nicht zu gefährden.
Verspätung und Stopps auf der Route
Da der Stuttgarter Flughafen im Vergleich zu Drehkreuzen wie Frankfurt oder Leipzig eher selten von solchen Frachtriesen angesteuert wird (die An-124 war zuletzt im Januar da, um den Rotor anzuliefern), war der Abflug ein echtes Spektakel.
Auf dem Weg nach Malaysia legte der Frachtflieger übrigens mehrere Zwischenstopps ein: Nach Kurzaufenthalten in Kairo (Ägypten) und Riad (Saudi-Arabien) ging es weiter in den Oman, bevor die Maschine ihre Reise nach Südostasien fortsetzte.
Antonov-Riesen: An-124 und An-225
Hintergrund: Mit einer Spannweite von über 73 Metern und einer maximalen Nutzlast von bis zu 120 Tonnen gehört die Antonov An-124 „Ruslan“ zu den weltweit größten in Serie gebauten Frachtflugzeugen. Die Maschine ukrainischer Bauart wird für Spezialtransporte genutzt, hat aber auch einen militärischen Nutzen. Noch größer als die An-124 war die An-225, von der man bislang nur ein einziges Exemplar bauen konnte. Es wurde 2022 beim russischen Angriff auf die Ukraine zerstört.






