Mehrgenerationen-WGs
: Wohnpartnerschaften in Stuttgart: Mehr Gemeinschaft, weniger Miete

Bezahlbarer Wohnraum, Hilfe im Haushalt, weniger Einsamkeit: Von Wohnpartnerschaften können viele Menschen profitieren. Die Stadt unterstützt bei der Vermittlung – und weitet ihr Angebot aus.
Von
Lisa Kutteruf
Stuttgart
Eine besondere WG: Stuttgart, Eine besondere WG: Frau Bauer (67 Jahre) und Herr Legner (39 Jahre) teilen sich seit wenigen Monaten eine Wohnung am Feuersee. Gefunden haben sie sich über das Stuttgarter Sozialamt, das Wohnpartnerschaften vermittelt. Wie sieht das Zusammenleben aus? Wir bekommen einen Einblick. 



Gutenbergstr. 39, Nähe Feuersee. 

Jörg Günther (Kopfbild) vom Sozialamt wird auch dabei sein.

Adelheid Bauer (67 Jahre) und Michael Legner (39 Jahre) teilen sich seit wenigen Monaten eine Wohnung am Feuersee im Stuttgarter Westen. Gefunden haben sie sich über das Stuttgarter Amt für Soziales und Teilhabe, das Wohnpartnerschaften vermittelt.

Lichtgut/Max Kovalenko
  • Stuttgart vermittelt generationenübergreifende Wohnpartnerschaften – mehr Gemeinschaft, weniger Miete.
  • Angebot der Fachstelle Wohnformen im Alter: Beratung, Matching, Unterstützung zu Beginn.
  • Zielgruppen sind u. a. Studierende, Azubis, Erwerbstätige sowie Menschen nach Trennung.
  • Inhalte der Partnerschaft legen die Beteiligten fest, Pflege ist ausgeschlossen.
  • Aktuell neun vermittelte WGs, zuletzt 18 Anbietende und 45 Suchende; Beratung ist kostenfrei.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Wohnen ist ein Thema, das fast alle Menschen beschäftigt. Die einen suchen ein WG-Zimmer oder eine 1-Zimmer-Wohnung, verzweifeln aber am dünnen Angebot und an horrenden Mieten. Andere finden sich nach dem Tod des Partners plötzlich allein in einem Haus wieder, das zu groß und teuer ist. Wieder andere fühlen sich einsam in ihrer Wohnung – oder wünschen sich Unterstützung bei Alltagsaufgaben.

An dieser Stelle setzt ein Beratungsangebot des Stuttgarter Amts für Soziales und Teilhabe an: Es bringt Menschen verschiedener Generationen zusammen: Studierende und Auszubildende mit Seniorinnen und Senioren zum Beispiel. Früher lief das Angebot unter dem Schlagwort „Wohnen mit Hilfe“, seit Kurzem heißt es „Generationenübergreifende Wohnpartnerschaften“. Mit der Umbenennung öffnet sich das Projekt für neue Personengruppen.

„Letztlich kann man immer voneinander profitieren“

„Dahinter steckt der Gedanke, dass es neben Azubis und Studierenden auch viele andere Menschen gibt, die sich diese Form des gemeinsamen Wohnens vorstellen können“, erläutert Jörg Günther von der Fachstelle Wohnformen im Alter. „Auch ihnen wollen wir es ermöglichen, sich dabei von uns unterstützen zu lassen.“ Dazu zählen etwa Erwerbstätige, die eine neue Arbeit in Stuttgart gefunden haben – oder Personen nach einer Trennung oder Scheidung. Und: „Nicht alle älteren Menschen brauchen Hilfe“, sagt Stephanie Rindfleisch, Leiterin des Bürgerservices Leben im Alter, zu dem die Fachstelle Wohnformen im Alter gehört. „Letztlich kann man ja immer voneinander profitieren. Viele sind einsam und möchten etwas dagegen tun. Denn Einsamkeit kann krank machen.“

Wer sich für eine Wohnpartnerschaft interessiert, kann sich bei der Fachstelle für Wohnformen im Alter individuell beraten lassen. Welche Wünsche und Bedürfnisse gibt es? Wie soll das Zusammenleben aussehen? Auf Wunsch nimmt die Fachstelle das Wohnangebot oder die Suchanfrage dann in ihr Verzeichnis auf und vermittelt Gespräche mit potenziell geeigneten Personen. Zudem unterstützt die Fachstelle bei gegenseitigen Vereinbarungen und Fragen zum Zusammenleben – insbesondere in der Anfangsphase.

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Dabei gilt: Auch wer unsicher ist, ob eine Wohnpartnerschaft infrage kommt, darf sich melden. Fragen und Bedenken lassen sich laut Stadt Stuttgart am besten in Ruhe persönlich besprechen. Was die Wohnpartner vorab miteinander ausmachen, ist unterschiedlich. Von gemeinsamen Mahlzeiten, Ausflügen bis hin zur Hilfe im Haushalt oder im Garten ist vieles denkbar – solange beide Seiten einverstanden sind. Eine Ausnahme gibt es aber: „Pflege ist ausgeschlossen, weil diese nur qualifiziertes Personal übernehmen darf.“

Das städtische Amt berät vertraulich, unabhängig und kostenfrei. „Was wir allerdings nicht anbieten können, ist eine Rechtsberatung zur Ausgestaltung des Mietvertrags oder zum Einkommensteuerrecht“, sagt Jörg Günther. Auch hier gebe es unterschiedliche Konstellationen.

Eine besondere WG: Stuttgart, Eine besondere WG: Frau Bauer (67 Jahre) und Herr Legner (39 Jahre) teilen sich seit wenigen Monaten eine Wohnung am Feuersee. Gefunden haben sie sich über das Stuttgarter Sozialamt, das Wohnpartnerschaften vermittelt. Wie sieht das Zusammenleben aus? Wir bekommen einen Einblick. 



Gutenbergstr. 39, Nähe Feuersee. 

Jörg Günther (Kopfbild) vom Sozialamt wird auch dabei sein.

Jörg Günther vom Stuttgarter Amt für Soziales und Teilhabe vermittelt Wohnpartnerschaften.

Lichtgut/Max Kovalenko

Die Erfahrung zeige: Am Anfang können durchaus Bedenken bestehen, jemand Unbekanntes in die Wohnung zu lassen, gerade auch, wenn noch eine fremde Kultur oder Sprache ins Spiel kommt. In der Vergangenheit interessierten sich oft Studierende aus dem Ausland – aus Spanien, Tunesien oder Kolumbien etwa – für eine Wohnpartnerschaft. Wenn es dann zum persönlichen Treffen kommt, legen sich solche Bedenken laut Sozialamt aber in vielen Fällen schnell wieder.

Im Jahr 2025 hat es dem Amt zufolge 18 Anfragen von Anbietenden gegeben – also Menschen mit Wohnung – und 45 Anfragen von Suchenden. Derzeit gibt es neun bestehende Wohngemeinschaften, die durch Vermittlung der Stadt zustande gekommen sind. Stephanie Rindfleisch und Jörg Günther würden sich freuen, wenn diese Zahl bald steigen würde.

Mehr Informationen gibt es auf der Informationsseite des Stuttgarter Amts für Soziales und Teilhabe, Fachstelle Wohnformen im Alter, oder direkt bei Jörg Günther, Tel. 0711/216 59082, Mail: joerg.guenther@stuttgart.de