Kunstmesse Art Cologne
: Wie wichtig ist die Art Cologne für den Kunststandort Stuttgart?

InterviewDie Art Cologne gilt als Deutschlands wichtigste Kunstmesse. Drei Stuttgarter Galerien sind dabei. Warum? Kay Kromeier von der Galerie Schlichtenmaier antwortet.
Von
Nikolai-Boris Forstbauer
Stuttgart
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Kay Kromeier, Geschäftsführer der Galerie Schlichtenmaier

Kay Kromeier ist Geschäftsführer der Galerie Schlichtenmaier und Vorsitzender der Initiative Stuttgarter Galerien zeitgenössischer Kunst

Daniela Wolf

Von 5. bis zum 8. November findet in Köln die Kunstmesse Art Cologne statt. Wie wichtig ist eine Präsenz dort auch für den Kunststandort Stuttgart? Wir haben nachgefragt - bei Kay Kromeier, Geschäftsführer der Galerie Schlichtenmaier und Vorsitzender der Initiative Stuttgarter Galerien zeitgenössischer Kunst.

Herr Kromeier, die Art Cologne ist fast schon ein Mythos. Wie relevant ist diese Kunstmesse in der Realität?

Sie ist die älteste Kunstmesse der Welt und in Deutschland die wichtigste. Für uns gehört sie seit Jahrzehnten zum Kunst-Jahr dazu und ist und bleibt ein Highlight. Viele Kunstsammlerinnen und Kunstsammler haben sich bereits angesagt.

Die Kunstregion Stuttgart ist mit drei sehr verschiedenen Galeriepositionen vertreten - der Galerie Valentien, der Galerie Thomas Fuchs und der Galerie Schlichtenmaier. Wie wichtig ist denn der Auftritt in Köln für den Kunststandort Stuttgart?

Es ist doch sehr erfreulich, dass drei Galerien aus Stuttgart mit jeweils ganz eigenen Schwerpunkten sich erfolgreich um die Messeteilnahme in Köln beworben haben. Mit der Sonderschau der LBBW Sammlung ist die Kunststadt Stuttgart also vierfach und auf beiden Stockwerken auf diesem national und international sehr beachteten Marktplatz vertreten. Das hat durchaus Gewicht.

Eingangsbereich Kunstmesse Art Cologne

Jedes Jahr zentraler Marktplatz für die Kunst der Moderne und internationale Gegenwartskunst: die Art Cologne

Koelnmesse

A propos Gewicht - Köln ist eine Bühne für Spitzenwerke. Was also nehmen Sie für die Galerie Schlichtenmaier mit?

Meisterwerke von Oskar Schlemmer, Willi Baumeister und Adolf Hölzel. Darunter ein Schlemmer- Gemälde aus dem Umfeld des Folkwang-Zyklus. Die im Kunstpalast Düsseldorf eröffnete Ausstellung von Winfred Gaul flankieren wir mit einer feinen Auswahl.  Dann die Zeitgenossen: „Bla bla“ von Eckart Hahn bringt vieles auf den Punkt. Ein opus magnum von Ben Willikens – „White Last Supper“ - ist in über vier Metern Breite zu erleben. Camill Leberer hat eine seiner seltenen Glas-Skulpturen geschaffen. Und mit Robert Schad präsentieren wir zudem den Gewinner des Loth Skulpturenpreises der Art Karlsruhe 2026.

Auf einer Messe erwartet das Publikum auskunftfreudige Galeristinnen und Galeristen. Im Galeriealltag zeigt sich das Publikum zurückhaltender. Braucht es also für die Vermittlung schlicht mehr Ereignis?

Ich darf sagen, dass wir in der Galerie immer in regen Gesprächen mit den Besucherinnen und Besuchern sind, wenn diese das wünschen. Eine Ausstellung ist nie dadurch komplett, dass sie an der Wand hängt und zur Vernissage beklatscht und begossen wird. Kunst entsteht nicht zuletzt auch im Dialog und im Gespräch darüber - bei uns etwa auch mit unserer Veranstaltungsreihe „Salon“.

Galerie Schlichtenmaier in Stuttgart (Kleiner Schlossplatz)

Bühne für Ausstellungen und verschiedenste Veranstaltungsformate: Galerie Schlichtenmaier in Stuttgart (Kleiner Schlossplatz)

Andreas Sporn photography

Bleiben die Ausstellungseröffnungen aber nicht zentrale Foren?

Ganz sicher. Unsere Ausstellungen wechseln alle sechs bis acht Wochen. Und oft genug sprechen wir jeweils ganz unterschiedliche Menschen an. Nicht vergessen darf man gerade in Stuttgart aber auch den Galerienrundgang Art Alarm, der an zwei Wochenenden - im Frühjahr und im Herbst - eigene Aufmerksamkeit für die beteiligten Galerien, aber auch für den Standort an sich schafft. Ereignisse, um die Kunst - und sich mit anderen - zu treffen sind also reichlich vorhanden. Unsere Aufgabe ist es, zum Besuch zu animieren und Kunst als erstklassigen Aspekt von Lebensqualität in der Stadt erlebbar zu machen.

Ihre ,Stars‘ haben Sie benannt. Es gibt ja aber auch immer Positionen, mit denen man überraschen kann. Haben Sie da auch etwas ,im Angebot‘?

Zum Beispiel ein Gemälde von Ida Kerkovius, „Stuttgarter Landschaft“, dessen künstlerische Fortschrittlichkeit in seiner Entstehungszeit 1962 noch erkannt werden will. Und mit der Fotokünstlerin Vera Mercer haben wir einen bereits auf der Art Karlsruhe 2026 viel beachteten Neuzugang dabei.

Das ist die Art Cologne

Die Kölner Kunstmesse Art Cologne gilt als älteste Kunstmesse der Welt. Sie findet in diesem Jahr von 5. bis zum 8. November in den Kölner Messehallen (Deutz) statt. Eröffnung ist am 5. November um 16 Uhr. Öffnungszeiten: Am 6. und 7. November von 11 bis 19 Uhr, am 8. November von 11 bis 18 Uhr. Die Tageskarten kosten 34 Euro (ermäßigt 29 Euro).