Kriminalität
: Ungeklärte Morde in Stuttgart

Die meisten Morde in Deutschland werden geklärt. Und doch gibt es immer wieder Fälle, in denen vom Täter jede Spur fehlt. Auch in Stuttgart gibt es mehrere Beispiele.
Von
nim
Stuttgart
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  • Mehrere Mädchen-Morde aus den 80er Jahren sind bis heute ungeklärt

    Achim Zweygarth
  • Auf dem Heimweg von einer Disco ersticht ein Unbekannter am 6. März 1983 die damals 16-jährige Sibylle G. in Stuttgart-Münster. Es handelt sich weder um ein Sexualverbrechen noch um Raub, das Motiv bleibt unklar. Zeugen sehen zwar einen etwa 20 Jahre alten Mann flüchten – doch er wird nie gefunden. Es war der Beginn einer Mädchen-Mord-Serie in Stuttgart.

    Achim Zweygarth
  • Sabine Hammerich (9) verlässt am 17. Juli 1985 gegen 18.30 Uhr ihr Elternhaus in der Schwabstraße, um an einem Automaten am Rosenbergplatz Zigaretten für ihren Vater zu holen. Sie kommt nicht zurück. 600 Polizisten durchkämmen Grünanlagen, Häuser und Wälder, es folgen Flugblattaktionen (im Bild) und Aufrufe – ohne durchschlagenden Erfolg. Ein Jäger entdeckt ihre skelettierte Leiche am 29. Dezember 1986 in einem Waldstück bei Bamberg. Vom Täter fehlt bis heute jede Spur.

    STZ Archiv
  • Am 27. März 1987 verschwindet Anja Aichele (17) auf dem Heimweg. Sie wird erwürgt. Mutmaßlich mehrere Täter vergraben die Leiche in einem Garten nahe ihres Elternhauses in Bad Cannstatt. 2010 gibt es neue Hoffnung: Wissenschaftler können eine DNA-Spur eines Täters sichern. Doch damit konnte bis heute nur geklärt werden, wer es nicht war.

    Polizei
  • Tatort Leonhardsviertel: In dem damals als „Garage“ bekannten Laufhaus an der Weberstraße wird am 28. April 1989 die Prostituierte Nadja B. (20) tot aufgefunden. Ein Freier hat sie erdrosselt. Die Polizei fasst einen Verdächtigen. Doch der hat ein Alibi.

    Polizei
  • In der Nacht zum 1. Oktober 1991 begleitet der Kosovo-Albaner Redzep Elezi (31) eine Freundin zu ihrem Auto. Vor einer Parkgarage in der Mozartstraße eröffnet ein Unbekannter das Feuer, Elezi stirbt noch am Tatort. Sein Landsmann Muje K. wird zwei Mal angeklagt – das Gericht hält die Indizien aber nicht für ausreichend, um ihn zu verurteilen.

    Polizei
  • In Müllsäcken verpackt werden die Leichen der Brüder Zivomir (32) und Radomir Pantic (29) am 27. Juli 1995 im Gebüsch an einem Parkplatz im Hafengebiet gefunden. Die Tat könnte einen Milieu-Hintergrund haben, die Serben betrieben ein Striplokal.

    dpa
  • Am Abend des 25. Juni 1996 wird der Bürgerkriegsflüchtling Hasib Beckovic (26) im Hof eines Wohnhauses im Westen kaltblütig erschossen. Die Umstände sind unklar, er könnte Kontakte ins Milieu der Ex-Jugoslawen gehabt haben. Auf dem Bild: Indir Beckovic, der Bruder des Mordopfers knapp zehn Jahre später am Tatort.

    Achim Zweygarth
  • Spielende Kinder finden am 16. März 1999 am Neckardamm in Münster einen in einer Plastiktüte verpackten Torso. Wie sich später herausstellt, ist es der von Rudolf Stohl (48). Laut Zeugenaussagen soll er als Drogenkurier gearbeitet haben. Wer ihn erstochen hat und warum, bleibt ungeklärt.

    Polizei
  • Auf Brachland des Bahnhofareals (Stuttgart 21) wird am 13. Januar 2001 in der Nähe eines Trafo-Häuschen die brutal zugerichtete Leiche des homosexuellen Michael Sattler (40) gefunden. Als Motiv kommt Schwulenhass in Frage – die Polizei rätselt bis heute über den Täter.

    Polizei
  • Die Prostituierte Lina (31) aus Rumänien öffnet am 22. März 2008 gegen 11.30 Uhr ihrem Mörder die Tür ihrer Wohnung in der Immenhofer Straße. Der Mann ersticht sie mit einem mitgebrachten Küchenmesser. Trotz Überwachungsbilder gelingt es der Polizei nicht, den Mann zu fassen.

    Polizei
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Stuttgart - Die Aufklärungsquote bei Mord ist extrem hoch. Laut Polizeilicher Kriminalstatistik (PKS) klärten die Kriminalisten im vergangenen Jahr bundesweit 615 versuchte und vollendete Morde bei 649 neuen Fällen (94,8 Prozent). In Baden-Württemberg lösten die Beamten laut Landeskriminalamt (LKA) sogar 66 Fälle, bei 69 neuen Morden (95,6 Prozent).

Einer der Gründe für die hohe Quote sei, dass die meisten Tötungsdelikte Beziehungstaten sind, sagt LKA-Sprecher Horst Haug. Diese könnten in aller Regel geklärt werden.

Deutlich aufwendiger gestalten sich sogenannte Fahndungsmorde. Unter ihnen sind Fälle, in denen die Ermittler ratlos zurückbleiben – auch in Stuttgart. Wir haben im Archiv unseres Polizeireporters Wolf-Dieter Obst gekramt und mehrere ungeklärte Tötungsdelikte, die in den vergangenen 30 Jahren in der Landeshauptstadt verübt wurden, noch einmal zusammengestellt.

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