Klimaschutz in Stuttgart
: Europaweit führend – Stuttgart zahlt 500.000 Euro für Ideen zum Klimaschutz

Der Stuttgarter Klima-Innovationsfonds lockt sogar Delegationen aus Thailand an. Nun startet eine neue Förderrunde für innovative Projekte. Welche Vorhaben besonders gute Chancen haben.
Von
Lisa Kutteruf
Stuttgart
Stuttgart, Vaihingen, Was verbirgt sich hinter der "Wilden Klimawand"? Da wachsen heimische Pflanzenarten, die den Tieren das ganze Jahr über Versteckmöglichkeiten, Futter und Schlafplätze bieten. Außerdem soll sie zur Kühlung beitragen im Sommer (Stichwort: Klimaanpassung)
Besuch bei dem Projekt des Fraunhofer-Instituts
Im Bild: Hans Müller(Hans Müller) Moritz Weckmann,(langes Haar) Juliane Petersohn(Brauner Mantel), Pia Krause(schwarze Kleidung) Leonie Fischer(blaue Jacke)

An der „Wilden Klimawand" in Stuttgart-Vaihingen wachsen heimische Pflanzenarten, die den Tieren das ganze Jahr über Versteckmöglichkeiten, Futter und Schlafplätze bieten. Außerdem trägt die Wand im Sommer zur Kühlung bei. Das Projekt wurde durch den Stuttgarter Klima-Innovationsfonds gefördert.

Lichtgut/Max Kovalenko
  • Stuttgart startet neue Förderrunde: Bis 31. Oktober 2026 sind Anträge möglich.
  • Bis zu 500.000 Euro je Projekt, für Vereine „jetztklimachen!“ mit bis zu 20.000 Euro.
  • Auswahl durch Fachgremium, Auszahlung nur bei erreichten Zielen – erfolgsorientiert.
  • Drei Förderlinien für Unternehmen, Wissenschaft und Zivilgesellschaft, Projekte in Stuttgart.
  • Beispiele: Wärmepumpen-Buddys, Hybridmodule für Traktoren, „Wilde Klimawand“ mit 6500 Pflanzen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Knapp 80 Projekte haben bisher vom Stuttgarter Klima-Innovationsfonds profitiert. Nach Angaben der Stadt handelt es sich bei dem Fonds um den größten kommunalen Innovationsfonds für das Klima in Europa. Im Frühjahr dieses Jahres war sogar eine thailändische Delegation zu Gast, die sich über das Förderinstrument hat informieren lassen.

Nun gibt es erneut die Chance auf Förderung: Bis zum 31. Oktober 2026 können sich Klimaprojekte um bis zu 500.000 Euro bewerben, wie die Stadt mitteilt. Für Vereine und Initiativen wiederum gebe es erneut eine Spezialförderung mit bis zu 20.000 Euro, sie läuft unter dem Schlagwort „jetztklimachen!“. Über Vorschläge entscheidet ein interdisziplinär besetztes Fachgremium. Das System ist erfolgsorientiert: Geld zahlt die Stadt nur dann aus, wenn die vorher festgelegten Ziele auch erreicht werden.

„Wärmepumpen-Buddys“ für Stuttgart

Zu den bereits laufenden Projekten zählen ein Bildungsangebot, das Jugendlichen den Zusammenhang zwischen Lebensmittelwertschätzung und Klimaschutz vermittelt, ein nachrüstbares Plug-on-Hybridmodul zur Teilelektrifizierung bestehender Traktoren und städtischer Nutzfahrzeuge sowie die „Wärmepumpen-Buddys für Stuttgart“. Sie geben ihre Erfahrungen mit Wärmepumpen an Interessierte aus ihrer Nachbarschaft weiter.

Unter den bereits abgeschlossenen Projekten ist etwa die wilde Klimawand in Stuttgart-Vaihingen – eine Fassade auf dem Fraunhofer Campus, an der auf 200 Quadratmetern mehr als 6500 Pflanzen wachsen.

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Stuttgart fördert unterschiedliche Zielgruppen

Mit seinen drei Förderlinien richtet sich der Stuttgarter Klima-Innovationsfonds an verschiedene Zielgruppen. So sind die Förderlinien I und II laut Stadt insbesondere für Unternehmen, Start-ups und wissenschaftliche Einrichtungen gedacht. In Förderlinie I gibt es Zuschüsse zwischen 85.000 und 250.000 Euro, in Förderlinie II zwischen 250.000 und 500.000 Euro. Bei der Auswahl der Projekte für diese beiden Förderlinien berücksichtigt der Stuttgarter Klima-Innovationsrat demnach insbesondere das Wachstumspotenzial und die Klimawirkung. Im Fokus stehen die Verringerung von Treibhausgasemissionen und die Anpassung an die Folgen des Klimawandels.

Für Stuttgarter Vereine, Initiativen und andere zivilgesellschaftliche Organisationen wiederum steht die sogenannte jetztklimachen!-Förderung zur Verfügung. Diese dritte Förderlinie richtet sich an zivilgesellschaftliche Organisationen, die Projekte zur Aktivierung der Stadtgesellschaft für den Klimaschutz umsetzen. Benannt ist sie nach dem Motto der Stuttgarter Klima-Kampagne.

Der Klima-Innovationsrat wählt in dieser Förderlinie jährlich bis zu fünf Projekte aus, die mit jeweils bis zu 20.000 Euro unterstützt werden können. Die Antragstellung ist gegenüber den beiden anderen Förderlinien vereinfacht. Zudem wird die Förderung als 100-Prozent-Vollfinanzierung vergeben, ein Eigenanteil ist daher nicht erforderlich. Zusätzlich steht ein Budget für Fortbildungen zur Verfügung, die bei der Umsetzung und Kommunikation der Projekte unterstützen sollen.

Projekte müssen in Stuttgart umgesetzt werden

„Das ist gerade für kleinere Organisationen ein großer Vorteil“, sagt Projektleiter Niels Barth. „Die Vereine und Organisationen können in dieser Förderlinie ihre große Stärke ausspielen, denn die Aktivierung der Stadtgesellschaft und die Sichtbarkeit der umgesetzten Klima-Projekte stehen im Vordergrund.“

Der Stuttgarter Klima-Innovationsfonds ist offen für alle kreativen und innovativen Ansätze, die zu einer klimagerechten Stadt beitragen. Für die Förderlinien I und II können sich Projektteams aus ganz Europa bewerben. Voraussetzung ist allerdings, dass die geförderten Projekte in Stuttgart umgesetzt werden. Die jetztklimachen!-Förderung richtet sich dagegen ausschließlich an Initiativen, Vereine und andere zivilgesellschaftliche Organisationen aus Stuttgart.

Für Interessierte bietet die Stadt Stuttgart außerdem zwei Online-Tutorials zur Antragstellung an:

  • Ein Online‐Tutorial für Wirtschaft und Wissenschaft (Förderlinien I und II): Freitag, 2. Oktober 2026, von 10 bis 11.30 Uhr
  • Ein Online‐Tutorial für Vereine und Initiativen („jetztklimachen!“‐Förderung): Donnerstag, 8. Oktober 2026, von 10 bis 11:30 Uhr

Wer teilnehmen will, sollte sich online anmelden. Die detaillierten Förderrichtlinien sind ebenfalls unter https://klima-innovationsfonds.stuttgart.de/ abrufbar.