In der Amurtigeranlage der Wilhelma
: Was tut sich am Tigerstall für die größte Katze der Welt?

Die Amurtigeranlage nimmt weiter Gestalt an. Nun haben die ersten Pflanzungen begonnen, damit alles der natürlichen Umgebung der Tiere so weit wie möglich entspricht. Einblicke auf der Baustelle.
Von
Iris Frey
Stuttgart
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  • Blick auf den Besuchertunnel in der Amurtigeranlage.

    Max Kuehl
  • In der Amurtigeranlage haben die ersten Pflanzungen begonnen. Im Juli soll sie eingeweiht werden.

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  • Der Blick aus dem Besuchertunnel in der Amurtigeranlage der Wilhelma durch die neu eingebauten Glasscheiben auf den Stall. Die schwarzen Punkte auf dem Glas dienen dem Vogelschutz.

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  • Auf der anderen Seite gibt es ebenfalls Ausblicke auf die Außenanlage der Amurtigeranlage, die über 5000 Quadratmeter insgesamt groß ist.

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  • Der Durchgang für die Pflegerinnen und Pfleger in der Außenanlage der Sibirischen Tiger, die gerade auch bepflanzt wird. Hier fehlt auch noch der Zaun.

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  • Die ersten Pflanzen im Außenbereich vor dem Tigerstall sind gesetzt.

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  • Volker Grün, Leiter des Fachbereichs Zoologie und der Vizechef der Wilhelma, gibt Einblicke in den Stall.

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  • Die Liegeplätze für die Tiger im Stall sind bereits fertig.

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  • Volker Grün zeigt eine Besonderheit: die Tatzenbox, in der die Tierpfoten untersucht werden können.

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  • Und neben der Tatzenbox ist eine waagerechte Klappe, in der der Tigerschwanz untersucht werden kann, auch für Blutentnahmen.

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  • Vor dem Besuchertunnel sind schon die Sträucher gesetzt worden.

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  • Auch Kuratorin Ulrike Rademacher schaut, dass im Inneren der Anlage keine Pflanzen mit Stacheln gesetzt werden, damit sich die Tiger nicht verletzen.

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  • In einer der drei Außenanlagen wird genau geschaut, wo welcher Strauch gesetzt wird.

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  • Ein Liegeplatz als Höhle und zum Obendrauf-Liegen. Im Winter ist die Höhle beheizt.

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  • Einer von drei Aussichtsbereichen für Besucher wird ebenfalls gerade erstellt mit bodentiefem Glas.

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  • Im Juli soll die Amurtigeranlage in der Wilhelma eröffnet werden. Bis dahin soll dann ein Amurtigerpaar einziehen.

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  • Freunde und Förderer der Wilhelma durften vor ein paar Tagen ebenfalls die neue Tigeranlage anschauen. Der Verein spendet eine Million Euro dafür. Rund 3000 Mitglieder kamen und wurden durch die Anlage geführt.

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  • Und einer der drei Aussichtspunkte, an denen ein großes Badebecken für die Tiger gebaut ist

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  • Auch im Stall staunten die Besucher über die Einrichtung.

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Viel Erde ist bewegt worden auf der 5055 Quadratmeter großen Fläche, der derzeit größten Baustelle in der Wilhelma, in der im Sommer die ersten beiden Amurtiger einziehen sollen. Nun haben die Pflanzungen begonnen. „Wir versuchen, hier einen Ausschnitt des Lebensraums der Tiger nachzubilden“, sagt Volker Grün, Leiter des Fachbereichs Zoologie und der Vizechef der Wilhelma. Er steht mit einem Mitarbeiter im oberen Außenbereich der Anlage und legt Orte für die Sträucher fest.

Architekt Kirsten Frank von den mkk-Architekten aus Schwerin, der die Tigeranlage im Auftrag des Landes baut, bespricht mit Vertretern von Wilhelma, Land und den beteiligten Firmen die noch offenen Fragen, auch die Bepflanzung. Was kommt wohin?Auch Kuratorin Ulrike Rademacher, mit im Besprechungsteam, weiß: „In der Außenanlage werden keine Berberitzen gepflanzt, damit sich die Tiere nicht verletzen. Da gibt es nur Pflanzen ohne lange Stacheln.“

Amurberberitze-Sträucher und Mongolische Linde

Die winterharten Amurberberitze-Sträucher haben außerhalb der Anlage schon unweit des Tunnels und an Hängen vor dem Stallgebäude an der Betriebsstraße Platz gefunden. Neben den Zerreichen, die schon in der Anlage stehen, gibt es Neupflanzungen wie den Amurkorkbaum und den Amur-Ahorn sowie die Mongolische Linde. Auch Sträucher wie die Sibirische Fiederspiere und die Amurrebe sowie die Tatarische Heckenkirsche gehören dazu. Buschiger Liguster wird ebenso gepflanzt wie unter den Stauden Sibirischer Rhabarber, Amursilbergras und Amur-Adonisröschen.

Als nicht ganz typische Staude ist auch Bambus geplant. Sie schafft den Bezug zum nahen Asiatischen Schaubauernhof, wie Pascal Bauer von der Parkpflege der Wilhelma weiß. Architekt Frank erklärt, dass aus der Heimat des Tigers eine gute Mischung aus Stauden, Farnen und Gehölzen so in die Anlage gepflanzt wird, dass die Grenzen des Geheges verwischt werden und ein buntes Bild über das Jahr von immergrünen und laubabwerfenden Pflanzen geschaffen wird. Innen sind viele Kletterpflanzen geplant, die an den Robinien hochwachsen.

Glasscheiben schon im Tunnel drin

Auch unterhalb des Stalls, am Tunnelgang, in dem die Besucher weitere Blicke in die Tigeranlage bekommen können, hat sich einiges getan. Die Glasscheiben sind schon eingebaut. Die kleinen schwarzen Punkte auf den Glasscheiben dienen dem Vogelschutz. Für Besucher werden zudem gerade noch die drei Einblicke aus Holz mit bodentiefer Verglasung fertig. Etwas weiter oberhalb auf dem Gelände ist ein Kunstfelsenbauer am Werk und gestaltet dort ein Wasserbecken naturnah, in dem die Tiger künftig an heißen Tagen baden können. Jeder der drei Außenbereiche hat ein Wasserbecken und eine Höhle, in die sich die Tiere zurückziehen können und die beheizt ist.

Zwei Zerreichen mit Zugseil für das Futter der Tiger

Die Zerreichen auf dem Gelände sind zurückgeschnitten. Elektrolianen schützen die Stämme. Auch der Zaun, der noch nicht überall geschlossen ist, wird elektrisch gesichert sein, damit die Tiere nicht entwichen können. Zwischen zwei Zerreichen wird es ein Zugseil geben, an dem das Fleisch für die Tiger aufgehängt werden kann, damit sie es sich schnappen können. Zudem gibt es Futterbäume, an denen die Tiger künftig in bis zu fünf Meter Höhe klettern können, um sich das Futter zu holen.

Im Stall sind Gitter mit Tatzenbox und Liegeblätter

Während nun in den kommenden Tagen die Außenanlagen bepflanzt werden, gehen auch die Arbeiten im Stall weiter. In dem Betonbau mit seinen sechs Ställen sind schon die Liegebretter an der Wand befestigt, so, wie es die Großkatzen lieben, in einer Höhe von bis zu 2,75 Meter. Die Metallgitter vor den Boxen mit Toren sind schon eingebaut und Türen. Auch die Tatzenbox im Gitter und die horizontale Metallklappe, über die der Tierarzt beispielsweise Blut aus dem Schwanz des Tieres entnehmen kann. „Es soll ein positives Verhältnis zwischen Mensch und Tier aufgebaut werden“, sagt Grün. Noch fehlt die Seilzuganlage, die die Pfleger sichert.

3000 Mitglieder des Fördervereins vor Ort

Diese Einblicke haben vor wenigen Tagen auch 3000 Mitglieder des Vereins der Freunde und Förderer der Wilhelma bekommen. Der Förderverein unterstützt den Bau der zukunftsweisenden Anlage mit einer Million Euro. „Das neue Gehege wird die Nachzucht dieser majestätischen Tiere ermöglichen und einen wichtigen Beitrag zum Aufbau einer vitalen Zoopopulation leisten. Nur so können wir das Überleben des Amurtigers sicherstellen“, erklärte Vereinsvorsitzender Georg Fundel. Im Juli soll die neue Tigeranlage eingeweiht werden. Bis dahin kann die Anlage aufblühen.

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