Hitze in Stuttgart
: Mehr Einäscherungen auf Pragfriedhof in Hitzewelle – und dann streikt die Technik

In der Hitzewelle Ende Juni sind auf dem Pragfriedhof in Stuttgart deutlich mehr Verstorbene kremiert worden. Das war vor allem deshalb herausfordernd, weil die Hitze Probleme bei der Kühltechnik ausgelöst hat.
Von
Judith Sägesser
Stuttgart
150 Jahre Pragfriedhof in Stuttgart Nord mit dem jŸdischen Friedhof.

Der Pragfriedhof in Stuttgart: In der Hitzewelle kam es hier zu besonderen Herausforderungen.

Lichtgut/Leif Piechowski
  • Krematorium Pragfriedhof meldet Ende Juni deutlich mehr Einäscherungen in kurzer Zeit.
  • Zwischen 26. Juni und 3. Juli wurden 85 Verstorbene entgegengenommen – dreifach mehr als üblich.
  • Die Kühlanlage fiel hitzebedingt aus, ihre Funktionsfähigkeit war stark eingeschränkt.
  • Laut Stadt war die Kühlung der Verstorbenen dennoch jederzeit gewährleistet.
  • Todesursachen sind der Friedhofsverwaltung unbekannt; RKI schätzt 5100 Hitzetote im Juni.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

In der Hitzewelle Ende Juni sei das Krematorium auf dem Pragfriedhof in Stuttgart einer „Katastrophe“ entgangen, wie eine Vertreterin des Friedhofsamts Anfang der Woche im Städtebau-Ausschuss berichtete. Aufgrund der Hitze sei die Kühlanlage ausgefallen - und das bei einer deutlich höheren Anzahl an Verstorbenen.

Laut Angaben der Stadt Stuttgart habe man zwischen dem 26. Juni und dem 3. Juli im Krematorium auf dem Pragfriedhof 85 Verstorbene entgegengenommen, erklärt der Stadt-Sprecher Sven Matis für das Friedhofsamt. „Die Anzahl der Kremierten stieg in diesem kurzem Zeitraum um das Dreifache zu vergleichbaren Vorjahreszeiträumen.“

Stuttgart hat keine Zahl der Hitzetoten

Es liegt nahe, den Anstieg mit der ungewöhnlich hohen und anhaltenden Hitze Ende Juni in ganz Europa zu erklären. Der Stadt-Sprecher Matis dazu: „Die Todesursachen sind der Friedhofsverwaltung nicht bekannt.“ Was hingegen recht klar ist: Dass die Hitze der Auslöser für die technischen Probleme der Kühlanlagen im Krematorium ab dem 26. Juni gewesen sein dürfte. So war die „Funktionsfähigkeit stark eingeschränkt“, so Matis. Aber: „Die Kühlung der Verstorbenen war zu jedem Zeitpunkt gewährleistet.“

Für Deutschland ist seit Kurzem die Zahl des Robert-Koch-Instituts (RKI) von 5100 Hitzetoten allein im Juni öffentlich geworden. Für Stuttgart gibt es keine vergleichbare Zahl. Das RKI schätze diese Zahl, da Hitze nicht als Todesursache auf dem Totenschein stehe. Daher müssten statistische Methoden herangezogen werden, um abzuschätzen, wie viele Opfer eine Hitzewelle fordert.

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„Diese Schätzungen würden wir nicht auf Stuttgart herunterrechnen“, erklärt der Stadt-Sprecher Sven Matis und verweist auf die Stuttgarter Krankenhäuser.