Flughafen in Stuttgart: Regierungsflieger startet zweimal durch – was es mit dem Manöver auf sich hatte

Der Regierungsflieger hat ein Training über Stuttgart absolviert (Symbolbild).
Daniel KesslerDer Regierungsflieger, mit dem Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) oder andere hochrangige Politiker normalerweise zu Terminen reisen, war in der vergangenen Woche in Stuttgart zu Besuch. Beim Landeanflug auf den Flughafen startete die Maschine plötzlich durch, auch beim zweiten Anflug auf den „STR“ schwebte die Maschine nur wenige Meter über dem Boden, landete aber nicht.
Das Manöver war Absicht. Die Crew des Aribus A350 hatte über der Landeshauptstadt ein Training absolviert, dabei sei „alles nach Plan“ verlaufen, sagte der Sprecher der Flugbereitschaft der Bundeswehr auf Nachfrage. „Der Kanzler war nicht an Bord.“
Landung in Stuttgart gilt als anspruchsvoll
Das Flugzeug war am Flughafen Köln/Bonn gestartet und flog zunächst nach Hamburg. Anschließend nahm die Maschine Kurs auf Stuttgart, wo gleich zwei sogenannte Low Approaches geflogen wurden. Dabei nähert sich das Flugzeug der Landebahn bis auf wenige Meter, ohne aufzusetzen. „Dabei wird so gut es geht eine Landung simuliert“, erklärt der Sprecher der Flugbereitschaft der Bundeswehr. Das Flugzeug landet auch deshalb nicht, damit das Training nahtlos weitergeht. „Ansonsten würde man Kapazitäten am Flughafen binden, das will man nicht.“

So sieht es im Inneren der Maschine aus.
Foto: Daniel KesslerDie Trainings finden regelmäßig statt, damit die Besatzung ausreichend Flugstunden sammelt. „Das entspricht im Grunde einem Führerschein“, so der Sprecher der Flugbereitschaft. Für die Übungsflüge werden unterschiedliche Flughäfen ausgewählt, um „gewisse Gegebenheiten“ zu trainieren. Der Stuttgarter Airport gilt aufgrund seiner Lage und der anspruchsvolleren Anflugverfahren als geeignetes Ziel. Daten dazu, wie häufig die Crews der Flugbereitschaft in der Landeshauptstadt trainieren, gibt es nicht.
Regierungs-Jet: Eher funktional als luxuriös
Der Airbus A350-900, der in der vergangenen Woche über Stuttgart zu sehen war, ist das modernste Flugzeug der Flotte der Flugbereitschaft. Mit einer Reichweite von rund 18.000 Kilometern kann er nahezu jedes Ziel auf der Welt ohne Zwischenlandung erreichen.
Im Inneren unterscheidet sich die Maschine deutlich von normalen Linienflugzeugen. Statt enger Sitzreihen bietet der Jet verschiedene Funktionsbereiche: vorne einen abgeschirmten Bereich für die Regierungsmitglieder mit Büro, Besprechungsraum und Rückzugsbereich, dahinter Plätze für Delegationen, Mitarbeiter und mitreisende Journalisten. Im Vergleich zu anderen Regierungsflugzeugen, die in anderen Ländern im Einsatz sind, gilt die deutsche Maschine als eher funktional und weniger luxuriös.
Auch wenn hochrangige Politiker mit dem Airbus fliegen, Sonderrechte im Luftverkehr genießt der Jet nicht. Die Besatzung fliegt nach denselben internationalen Regeln wie zivile Airlines.