Tankstellen-Daten
: Wo die Spritpreise in Stuttgart am höchsten sind

Der genaue Termin für die Absenkung der Mineralölsteuer um 17 Cent brutto ist noch nicht bekannt. Auch an Stuttgarter Tankstellen wird in der Zwischenzeit dreist abkassiert.
Von
Michael Maier
Stuttgart
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Transporteure spüren die extremen Kosten am stärksten – mit Folgen für Inflation und Zinsen.

IMAGO/Rene Traut

Wer sein Auto betanken möchte, muss derzeit tief in den Geldbeutel greifen. Die Preise für Diesel, E10 und Super sind wegen des Konflikts im Nahen Osten nach oben geschossen. Auch an den Stuttgarter Tankstellen ist das deutlich spürbar. Preise von mehr als zwei Euro für Sprit sind nach wie vor die Regel.

Dabei ist die Lage auf den Weltmärkten durchaus bemerkenswert: Die Ölpreise waren zwischenzeitlich spürbar gesunken. Auf dem Papier also gute Nachrichten. Und an der Zapfsäule? War wenig davon zu spüren.

Gift für die Wirtschaft: An Autobahntankstellen kostete Diesel bereits um die 3 Euro – ein erneuter Anstieg ist möglich.

Foto: IMAGO/Wolfgang Maria Weber

Steigende Rohölpreise werden bekanntlich immer in Rekordzeit an den Verbraucher weitergereicht – vermutlich per Eilmeldung, Express-Mitteilung und Alarmstufe Rot. Anders bei fallenden Ölpreisen:

  • Erst muss geprüft werden, ob der Preisrückgang „nachhaltig“ ist.
  • Dann müssen alte Bestände „abverkauft“ werden.
  • Dann wird der Dollarkurs bemüht.
  • Dann kommt noch die Wartung irgendeiner Raffinerie dazwischen.
  • Dann ist irgendwo Feiertag – oder es sind Ferien.
  • Am Wochenende steigen die Spritpreise sowieso meist um mehrere Cent.
  • Und ehe man es sich versieht, ist der Ölpreis längst wieder gestiegen – und zack, reagiert der Benzinpreis sofort. Kurz gesagt: Kraftstoffpreise sind wie ein Aufzug, der nur nach oben fährt – nach unten höchstens mit Genehmigung der Chefetagen von Mineralölkonzernen, die die Konditionen allerdings häufig über den Kopf der Tankstellenpächter hinweg zentral festsetzen.

    Wo ist Tanken in Stuttgart teuer?

    Eigentlich sollte eine neue Regelung der Bundesregierung für Entlastung sorgen: Kraftstoffpreise dürfen nur noch einmal täglich – um 12 Uhr – erhöht werden, während Senkungen jederzeit möglich sind. Grund für die anhaltend hohen Preise ist der offenbar nicht enden wollende Konflikt im Nahen Osten und die Straße von Hormus.

    Die höchsten Spritpreise in Stuttgart

    Wer jetzt sparen möchte, sollte Preise vergleichen und gezielt günstige Tankstellen anfahren. In der folgenden Tabelle wird standardmäßig das teuerste Angebot für Super angezeigt – einmal auf den Pfeil bei „Super“ klicken, und es erscheint das günstigste. Ebenso kann man nach den Preisen für Diesel und E10 sortieren. Über den Button rechts oben können Sie durch die Tankstellen blättern oder nach bestimmten Adressen suchen.

    Angezeigt werden Tankstellen in einem Umkreis von zehn Kilometern um das Stuttgarter Stadtzentrum, teilweise also auch außerhalb des Stadtgebiets.

    „Flüssiges Gold“ von der Tankstelle

    Der normale Autofahrer steht derweil an der Zapfsäule, schaut auf die Preistafel und denkt sich: „Ich zahle immer noch, als würde ich flüssiges Gold tanken“.

    Einzige gute Nachricht dabei: Nach 12 Uhr können die Tarife nur noch sinken. Der ADAC empfahl deswegen vor Kurzem, besser abends zu tanken als morgens. Diese Regel gilt traditionell auch in normalen Zeiten. Aufgrund der extremen Marktsituation kann sich das unter Umständen aber kurzfristig wieder ändern.

    Die Preise für Sprit schwanken in Stuttgart jedenfalls täglich. Ob bei Tankstellen von Aral, Esso, Shell oder TotalEnergies: In unseren sich ständig aktualisierenden Daten sehen Sie die derzeitigen Spritpreise und die Entwicklungen über mehrere Tage auf einen Blick.

    Ökonomische Irrwege

    Während andere Länder in Europa schon seit Wochen massiv gegen die Energiekrise intervenieren, wird hierzulande nun sogar über Abgaben- und Mehrwertsteuererhöhungen diskutiert, was die Inflation unvermeidlich weiter nach oben treiben würde. Dies obwohl die Regierung über Mineralölsteuer, CO2-Bepreisung und Ähnliches durch die Krise aktuell schon 3 Milliarden an Mehreinnahmen zu verzeichnen hat.

    Mehrwertsteuererhöhung und CO2-Abgaben trotz Ölpreis-Schock?

    Ökonomen haben die Idee einer Mehrwertsteuererhöhung nicht umsonst mit dem Etikett „wirtschaftlicher Wahnsinn“ gekennzeichnet. Viele in der EU tendieren aktuell in die andere Richtung und fordern die Aussetzung oder gar Aufhebung der teuren Zusatzsteuern auf CO2 für Kraftstoff und Heizen.

    Womöglich wäre eine Einführung in Ländern wie Polen ohnehin nicht machbar. Deutschland erhebt als selbsternannter ökologischer „Musterschüler“ derzeit sogar „freiwillig“ eine nationale CO2-Abgabe, während andere gerne auch weiterhin komplett darauf verzichten würden.

    Bis die neu beschlossene Senkung der Mineralölsteuer um 17 Cent brutto wirksam wird, kann es indes noch dauern. Frühester Termin ist laut Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) der 1. Mai.

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