„die Wasen“ & Co.
: 8 Begriffe, mit denen sich Nicht-Stuttgarter outen

Wer denkt, er könne sich als Neigschmeckter in Stuttgart unerkannt unter das Volk mischen, der irrt gewaltig. Manchmal reicht nur ein einziges Wort, um als Nicht-Stuttgarter sofort aufzufliegen.
Von
Beate Grünewald
Stuttgart
Jetzt in der App anhören
  • Sind Sie ein echter Stuttgarter? Dann dürften Sie die Fehler in unserer Bilderstrecke sofort entlarven.

    Lichtgut/Max Kovalenko
  • Punkt 1: „Gehst du auch auf die Wasen?“ – Wer zum Festplatz in Bad Cannstatt „die Wasen“ sagt, hat bei Stuttgartern sofort verloren. Die Reaktion darauf sind schmerzverzerrte Gesichter, weil es in den Ohren von Stuttgartern so schrecklich falsch klingt. Das Volksfest hat nämlich nichts mit Blumenvasen zu tun. Es heißt: der Wasen.

    Lichtgut/Christoph Schmidt
  • Punkt 2: „Komm, wir gehen auf das Stuttgarter Volksfest“ – ein weiterer Anfängerfehler, der einem Neigschmeckten vermutlich nur ein einziges Mal passiert. Denn das Volksfest ist in Bad Cannstatt und heißt deshalb „Cannstatter Volksfest“. Ganz einfach. Eigentlich.

    Lichtgut/Max Kovalenko
  • Punkt 3: „Wir gehen in den Stuttgarter Zoo“ – wie bitte? Stuttgart hat keinen Zoo. Grober Anfängerfehler, den jeder Neuling in Stuttgart macht, ...

    Achim Zweygarth
  • ... denn hier wird die Heimat der wilden Tiere liebevoll „Wilhelma“ genannt. Man besucht also die Wilhelma und nicht den Zoo.

    Lichtgut/Leif Piechowski
  • Punkt 4: „Wir fahren mit der U-Bahn“ – Zugegeben, der Punkt ist tricky, denn immerhin sind auf den Schildern an den Haltestellen blaue „U“s. In Stuttgart gibt es aber gar keine U-Bahnen. Also irgendwie schon, denn manche sind unterirdisch. Aber sie werden eben nicht so genannt.

    Achim Zweygarth
  • Nicht-Stuttgarter nennen die gelben Züge der Stuttgarter Straßenbahn AG (SSB) auch gerne „Straßenbahn“, was aber auch falsch ist. Richtig ist: Stadtbahn.

    Lichtgut/Max Kovalenko
  • Punkt 5: „Lass uns zu den Parkseen fahren“ – Wie bitte? Was für Seen? Kein Stuttgarter nennt die drei Seen beim Bärenschlössle Parkseen, geschweige denn bei ihren einzelnen Namen: Pfaffensee, Neuer See und Bärensee.

    Achim Zweygarth
  • Nein, der Stuttgarter mag es einfach und nennt alle drei „Bärenseen“ – oder spricht nur vom Bärensee und lässt die anderen beiden außen vor. Das ist doch wirklich nicht kompliziert.

    Achim Zweygarth
  • Punkt 6: „Am Samstag waren wir auf der Königsstraße einkaufen“ – Das würde kein echter Stuttgarter sagen, weil jeder die überlaufene Haupteinkaufsstraße am Wochenende meidet.

    dpa
  • Außerdem heißt es Königstraße – mit nur einem „S“.

    Lichtgut/Leif Piechowski
  • Punkt 7: „Arbeitest du bei Mercedes?“ – Nein, Stuttgarter arbeiten weder bei Mercedes, noch beim Benz, wie die Mannheimer sagen würden.

    dpa-Zentralbild
  • Stuttgarter schaffen wenn überhaupt beim Daimler. Unterschied klar?

    dpa
  • Punkt 8: „Ich gehe heute die Rot-Weißen anfeuern“ – wer den VfB Stuttgart mit diesen Worten unterstützen will, muss sich nicht wundern, wenn er Pommes mit Ketchup und Majo serviert bekommt.

    Pressefoto Baumann
  • Die Spieler werden von ihren Fans liebevoll „Die Roten“ genannt, wahlweise auch „weiß-rot“. Wer das nicht lernt, riskiert eine dicke Lippe.

    Pressefoto Baumann
1 / 15

Stuttgart - Wer nach Stuttgart zieht, lernt früher oder später einige wichtige Vokabeln kennen, mit denen sich nur Einheimische verständigen. Zugezogene, die meine, sie könnten sich unerkannt unter die Stuttgarter mischen, irren gewaltig. Manchmal reicht ein einziges Wort für ein unfreiwilliges Outing.

Das Cannstatter Volksfest beispielsweise ist sprachlich das reinste Minenfeld. Beispiele gefällig? Dialoge unter Nicht-Stuttgartern, von denen hiesige Schwaben Ohrenschmerzen bekommen sind: „Die Wasen haben eröffnet“ und „Hast du Lust, zum Stuttgarter Volksfest zu gehen?“

Ganz einfach – eigentlich

Denn: Es heißt „der“ Wasen und nicht „die“. Der Wasen ist außerdem ein Parkplatz, der das ganze Jahr über zugänglich ist, also gar nicht „eröffnet“ werden kann. Und das Traditionsfest im Herbst heißt „Cannstatter Volksfest“ – und eben nicht „Stuttgarter Volksfest“. Pikantes Detail: Im Frühjahr gibt es das Pendant dazu und das heißt dann „Stuttgarter Frühlingsfest“. Aber nie und nimmer „Stuttgarter Volksfest“. Ganz einfach – eigentlich.

Weitere sprachliche Fallstricke, Fettnäpfchen und Feinheiten, die Nicht-Stuttgarter in null Komma nichts entlarven, finden Sie in der Bilderstrecke.

Dieser Artikel erschien erstmals am 17. Mai 2019 und wurde im September 2025 aktualisiert.

StN Kompakt - Der Morgen
Montag - Sonntag um 6.30 Uhr
Starten Sie mit den wichtigsten Themen aus Stuttgarter Sicht in den Tag und erhalten Sie sonntags die besten Geschichten der Woche.