Cooling Map für Stuttgart: Innovative Kältekarte gegen Hitze – Stuttgart ist Pilotstadt

Der Hitzesommer 2026 wird vielen Stuttgartern sicher noch eine Weile in Erinnerung bleiben.
Archiv Lichtgut/Leif Piechowski- Stuttgart erarbeitet in drei Jahren eine Cooling Map – die Stadt ist Pilotstandort.
- Ziel ist ein gebäudescharfes Kältekataster, das Kühlbedarfe in Hitzephasen zeigt.
- Koordination: Universität der Künste Berlin, mit HFT Stuttgart, KIT und Firmenpartnern.
- Projektkosten rund 180.000 Euro, etwa 90 Prozent Förderung vom Bundesministerium.
- Pilotquartier ist der Hospitalhof. Ermittelt wird der Kühlbedarf bis auf Stundenebene.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Stuttgart hat zwar eine Wärmeplanung, die skizziert, wie es in der Landeshauptstadt beim Heizen weitergehen könnte. Stuttgart hat allerdings noch keine Kälteplanung. Die Stadt rechnet aber „mit einer zunehmenden Belastung durch Hitzestress insbesondere in der Stuttgarter Talkessellage“. Der zurückliegende Sommer bestätigt dies. Hinzu kommt: Die geplante Novelle des Wärmeplanungsgesetzes richte den Fokus stärker auf dieses Thema.
Die gute Nachricht: Stuttgart gehört zu den drei Städten, in denen während der nächsten drei Jahre an einer Cooling Map gearbeitet wird. Die Koordination übernimmt die Universität der Künste in Berlin, Projektpartner sind die Hochschule für Technik Stuttgart, das Institut für Technologie (KIT) in Karlsruhe, die Beratungsfirma Enpageo, das Ingenieurbüro Buro Happold sowie die Kreis- und Hansestadt Korbach.

Bastian Schröter ist Projektbeteiligter aus Stuttgart bei der Cooling Map. Hier steht er im Sommer 2026 am Marienplatz vor dem innovativen Ecotrii.
Archiv Lichtgut/Max KovalenkoStuttgart handele vorausschauend bei Kältekarte
Geplant ist ein „gebäudescharfes Kältekataster“, steht in einer Vorlage der Stuttgarter Stadtverwaltung. Daraus hervorgehen soll, welche Kältebedarfe Stuttgart wo hat. Mit Blick auf die sich ankündigenden gesetzlichen Vorgaben resümiert die Stadt: Das Projekt sei vorausschauend.
Am 7. Oktober sollen die Mitglieder des gemeinderätlichen Verwaltungsausschusses dem Forschungsvorhaben Cooling Map zustimmen. Das dürfte gesetzt sein, denn rund 90 Prozent der Kosten von gut 180.000 Euro gibt es als Förderung vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.
Kühl- und Strombedarf in Stuttgart
Bastian Schröter, Professor für Energietechnik und Projektbeteiligter aus Stuttgart, sagte unserer Redaktion bereits im Sommer: Ermittelt werden soll „der theoretische Kühlbedarf in Kilowattstunden. Sie können das dann bis auf Stundeneben ausrechnen“. Pilotquartier ist die Gegend am Hospitalhof mitten in der City.
Ist der Kühlbedarf ermittelt, lässt sich dies auf den zusätzlichen Strombedarf umrechnen. Eine wichtige Frage dabei: „Würden die Stromnetze das aushalten?“, sagte Schröter. Denn wenn die Hitzewelle Ende Juni 2026 eines gezeigt hat: Die Stuttgarter kaufen sich Klimaanlagen, und das werde in Zukunft nicht aufhören.
