Cannstatter Volksfest
: Politik, Prominenz und Prestige – die VIP-Party im Hofbräu-Zelt

Bei der Top-Party von Gastgeberin Kirsi Fee Wilhelm wird die neu gestaltete Bar im Hofbräu-Zelt Beim Benz zum Wohnzimmer der Stadt. Es geht laut und eng zu – gern auch mal robust.
Von
Uwe Bogen
Stuttgart
  • Bei der Vip-Party in der Bar des Hofbräu-Zelts Beim Benz: Gastgeberin Kirsi Fee Wilhelm mit CDU-Landeschef Manuel Hagel (links) und OB Frank Nopper.

    Richter
  • VfB-Legende Hansi Müller (links) mit den Konzertveranstaltern Michaela und Michael Russ.

    Andreas Rosar Fotoagentur-Stuttgart
  • Leif Müller, der Sohn von Hansi Müller, legt bei der Feier auf.

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  • Unter den Gästen: Fabio Straub (rechts), der Chef des Aktionshauses Nagel.

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  • Architekt Cyrus Ghanai, der die Loge und die Bar beim Benz neu gestaltet hat, mit Chris Fleischhauer, Creative Head of Audio & Video im Pressehaus Stuttgart.

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  • Weitere Impressionen von der Top-Party beim Benz.

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  • Weitere Impressionen von der Top-Party beim Benz.

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  • Weitere Impressionen von der Top-Party beim Benz.

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  • Weitere Impressionen von der Top-Party beim Benz.

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„Meine Hose ist unzerstörbar wie der VfB“, sagt der CDU-Landeschef Manuel Hagel, der Ministerpräsident von Baden-Württemberg werden will, und freut sich. Stolz trägt er die robuste Krachlederne, auf der das VfB-Logo gestickt ist, am Montagabend bei der Vip-Party in der Bar vom Hofbräu-Zelt Beim Benz. Kirsi Fee Wilhelm, die Verlegerin des „Top-Magazins“, hat etwa 300 Gäste aus Stuttgarts Promi-, Politik- und Wirtschaftswelt eingeladen. So voll und eng ist es, weil noch viel mehr als nur die Eingeladenen gekommen sind.

Warum sich Manuel Hagel auf die Schnelle noch einen Janker kaufen musste

Bereits bei der Volksfesteröffnung bei Klauss & Klauss hatte Hagel die VfB-Lederhose tragen wollen, sie dann aber am Morgen daheim vergessen. Angesichts seiner Terminfülle war ihm keine Zeit geblieben, nach Hause zu fahren, um sie zu holen. Deshalb trug er seine normale Anzugshose. Auf dem Weg zum Wasen kaufte er sich dann schnell noch einen Janker – was prompt zu Protesten seiner Frau führte: „Ihr gefällt es nicht, wenn ich neue Janker mit nach Hause bringe, weil ich schon so viele habe.“

CDU-Landeschef zieht backstage im Zelt von Sonja Merz die Lederhose an

Vor der Vip-Party beim Benz spricht Hagel am Montagabend beim Energiegipfel wenige Meter weiter im Zelt von Sonja Merz noch im seriösen Politiker-Outfit. Dann lässt er backstage im Wortsinn die Hose fallen. Im Büro der Wirtin darf er sich umziehen – vom Anzug zur Tracht. Geht alles sehr schnell, was bei einem Spitzenkandidaten sein muss, auch wenn er leicht erkältet von Termin zu Termin eilt.

Die VIP-Dichte ist enorm bei der „Top“-Party. Von OB Frank Nopper bis Breuninger-Chef Holger Blecker, von SWR-Star Tatjana Geßler bis zum Impressario Michael Russ mit seiner Tochter und Nachfolgerin Michaela Russ, von Fabio Straub, dem Chef des Auktionshauses Nagel, bis zur VfB-Legende Hansi Müller – die Gästeliste ist ein Who’s who der Stadt. Für die Eingeladenen ist das Event seit über 25 Jahren einer der Höhepunkte des Wasens.

Hauptgesprächsthemen diesmal: Die ansteckende Euphorie, die im Zelt herrscht, weil der VfB gekommen ist, sowie der Stolz, wie schön sich das Cannstatter Volksfest entwickelt hat und dem analogen Netzwerken abseits der sozialen Medien dient. Es ist ein Abend des Händeschüttelns. Wer auf die Toilette gehen will, wird immer wieder angehalten, weil er bekannte Gesichter trifft.

Unter den Gästen von Kirsi Wilhelm: Margit Mayer-Vorfelder (Zweite von links), Wirt-Legende Hans-Peter Grandl (Dritter von links) und das Ehepaar Nopper.

Foto: Andreas Rosar Fotoagentur-Stuttgart

Die Party des „Top-Magazins“ gilt zudem als Keimzelle des Trachtentrends. 1999 war Hans-Peter Grandl, der langjährige Vorgänger von Marcel Benz, von der Münchner Wiesn nach Stuttgart gezogen, damals hatte er eine Ochsenbraterei beim Volksfest betrieben. Zusammen mit Karin Endress, der damaligen Chefin des „Top-Magazins“, wagte er im Jahr 2000 eine Wasenparty nach Münchner Vorbild. Auf der Einladung stand: „Bitte kommt in Tracht!“ Viele Gäste erschienen damals nur mit einem Halstuch – heute gilt Tracht als völlig selbstverständlich für Wasen-Fans und wird auf den Einladungen gar nicht mehr Dresscode erwähnt.

„Die ersten Tage sind besser gelaufen als vor einem Jahr“, sagt Marcel Benz

Musikalisch sorgt DJ Leif Müller, Sohn des früheren Weltmeisters Hansi Müller, für Stimmung. Die neu gestaltete Bar darf eine Stunde länger öffnen als der Rest des Volksfestes – in jedem Zelt gibt’s einen Bereich, in dem erst später Feierabend ist. Marcel Benz hat sich für die nächtlichen Zugabe seine neue Bar sowie die Außenstelle des legendären Brunnenwirts aus der Altstadt ausgesucht. Umgebaut wurde das Hofbräu-Zelt nach den Plänen des Architekten Cyrus Ghanai, der an diesem Abend ebenfalls mitfeiert. Und Jens Zimmermann moderiert.

Der Festwirt ist happy. „Die ersten Tage beim Volksfest sind sehr gut gelaufen“, sagt er, „viel besser als vor einem Jahr.“ Nach der Ära von Hans-Peter Grandl, dem früheren „Platzhirsch“ des Wasens, tritt nun die nächste Generation an. Das Zelt trägt mittlerweile den Namen „Beim Benz“ – ein Name, der in Stuttgart dank automobiler Historie gut klingt. „Ich kann nichts für meinen Namen“, sagt er und freut sich, dass an diesem Abend auch die Legende Grandl, sein Vorgänger, als fideler Rentner mitfeiert.

Im Zelt wird weniger geraucht – noch ist es erlaubt

Was außerdem auffällt: Die Luft im Zelt ist besser geworden. Das Rauchen ist zwar – im Gegensatz zur Wiesn in München – erlaubt. „Es rauchen aber immer weniger“, sagt Benz, „außerdem haben wir die Abluftanlage deutlich verbessert.“ Im Koalitionsvertrag haben die Grünen und die CDU zwar vereinbart, dass der Nichtraucherschutz erweitert werden soll, auch in Festzelten gelten soll – doch bisher ist nichts daraus geworden.

„Die Spieler hatten großen Spaß“: VfB Stuttgart feiert in Benz-Loge

Gar nicht geraucht wird an diesem Abend in der ebenfalls neu gestalteten Benz-Loge, in der die Mannschaft des VfB Stuttgart zu Gast ist. Später schaut Manuel Hagel dort noch vorbei. „Die Spieler hatten großen Spaß“, berichtet er, „das war für sie viel mehr als eine Pflichtveranstaltung.“ Den nach München wechselnden VfB-Marketing-Chef Rouven Kasper habe er „verseggelt“. Aber es schwingt immer auch Bewunderung mit, wenn einer vom VfB so begehrt ist – was nicht nur bei den Spielern gilt.

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