Artenschutzprojekt in Stuttgart
: Wie die Borstige Glockenblume gerettet wird

Zwei botanische Gärten in Baden-Württemberg haben sich um die Erhaltung der blauviolett blühenden Pflanze gekümmert, die auf der Roten Liste der bedrohten Arten steht.
Von
Iris Frey
Stuttgart
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  • Eine Wilhelma-Mitarbeiterin pflanzt die gezogenen Pflanzen der Borstigen Glockenblume aus.

    Wilhelma/Julia Hüfner
  • AM Artenschutzprojekt des Regierungspräsidiums Stuttgart beteiligen sich die Wilhelma und der botanische Garten der Universität Tübingen. Am 16. Oktober wurden gezogene Pflanzen der Borstigen Glockenblume auf der Schwäbischen Alb ausgepflanzt.

    Wilhelma/Julia Hüfner
  • Insgesamt 177 Pflanzen dieser hochbedrohten Art wurden in die Natur gepflanzt, 117 aus der Kultur der Wilhelma und 60 vom Botanischen Garten der Uni Tübingen.

    Wilhelma/Julia Hüfner
  • Die Borstige Glockenblume steht auf der Roten Liste der IUCN, der International Union for Conservation of Nature und ist hierzulande fast ausgestorben.

    /Heike Dorsch
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Die Borstige Glockenblume mit wissenschaftlichen Namen Campanula cervicaria, die hierzulande zwischen Juni und August blauviolett blüht, ist an vielen Stellen in Baden-Württemberg verschwunden. „Sie steht auf der Roten Liste der bedrohten Arten“, sagt der Wilhelma-Sprecher Birger Meierjohann. Bei einem Artenschutzprojekt des Regierungspräsidiums Stuttgart mit der Wilhelma und dem Botanischen Garten Tübingen soll nun die vom Aussterben bedrohte zweijährige Pflanzenart mit ihren borstigen Blättern und Stängeln gerettet werden. So wurden vor kurzem gezogene Pflanzen neu an einem verwaisten Standort am Rande der Schwäbischen Alb ausgepflanzt.

177 Pflanzen auf der Schwäbischen Alb ausgepflanzt

Insgesamt wurden 177 Pflanzen in die Natur gesetzt, 117 Pflanzen aus der Kultur der Wilhelma, weitere 60 Pflanzen aus dem Botanischen Garten der Universität Tübingen. Bei der Auspflanzung waren auch Gärtnerinnen und Gärtner der Wilhelma beteiligt. „Die Pflanze braucht offenen Boden, in dem sie ungestört wachsen kann“, erklärte die Botanikerin Heike Dorsch, die sich im Auftrag des Regierungspräsidiums Stuttgart im Artenschutzprogramm um die Borstige Glockenblume kümmert. Sie stellte fest, dass es früher durch die Wald- und Landnutzung mehr offene Bereiche gegeben haben, die heute jedoch zuwachsen.

2023 nur noch eine blühende Pflanze gefunden

Auslöser für das Projekt war vor einem Jahr der Fund einer einzelnen, blühenden Pflanze im Landkreis Göppingen. Weil die Borstige Glockenblume nach der Blüte abstirbt, seien die Samen der Pflanze mit Genehmigung des zuständigen Regierungspräsidiums gesammelt und an die Wilhelma gegeben worden. Die Samen für die Anzucht der Borstigen Glockenblume wurden Anfang Oktober 2023 geerntet.

Freude über Artenschutz vor der Haustür

Direktor Thomas Kölpin betonte, dass die Wilhelma nicht nur weltweit, sondern auch direkt vor der Haustür zur Erhaltung der vom Aussterben bedrohten Pflanze beitragen könne. So ist die Hoffnung, dass sich aus den Jungpflanzen im kommenden Jahr blühende Exemplare bilden als Grundstein für ein stabiles Vorkommen. Neben der Borstigen Glockenblume kultiviert die Wilhelma auch die Glänzende Seerose.

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