STN+STN+Architektur-Spaziergang Stuttgart
: Kann der Vier-Giebel-Neubau im Herzen Stuttgarts eine Stadtwunde heilen?

Architektur-Spaziergang in Stuttgart: Rund um den Tagblatt-Turm finden sich spannende Alt- und Neubauten – und ein schwerer Verlust.
Von
Tomo Pavlovic
Stuttgart
  • Neues an der Stuttgarter Eberhardstraße: der bald fertig gestellte Wohn- und Geschäftskomplex Vier Giebel.

    Pav
  • Erste Station ist das Alte Schauspielhaus in der Kleinen Königstraße 9. Das Gebäude . . .

    Lichtgut/Leif Piechowski
  • . . . wurde von dem Archiktekten-Duo Albert Eitel und Eugen Steigleder entworfen. Am 6. November 1909 wurde das Theater auf dem historischen Gelände einer ehemaligen Legationskaserne eröffnet.

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  • Weiter geht es in Richtung Tübinger Straße, schon sichtbar ist eine der nächsten Stationen – Stuttgarts vielleicht schönstes Hochhaus, das knapp zehn Jahre später entstand, gemeint . . .

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  • . . . ist der Tagblattturm (rechts im Bild). Biegt man rechts in die Eberhard Straße ein, fällt einem zunächst das leer stehende Kaufhaus ins Auge. Und die Lücke, in dem Eckhaus wurden einst im Erdgeschoss Pommes frites verkauft.

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  • Auf der gegenüberliegenden Straßenseite findet sich ein 3-Giebel-Ensemble und dann . . .

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  • . . . ist er schon sichtbar, der Tagblatt-Turm in der Eberhardstraße 61. Dies ist die zweite Station des Architekturspaziergangs. Der Turm war von 1928 bis 1943 Sitz der Redaktion und des Verlags der namengebenden bis 1933 Tageszeitung Stuttgarter Neues Tagblatt.

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  • Der Architekt Ernst Otto Oßwald hatte den Turm ab 1924 gegenüber dem Kaufhaus Schocken als erstes Hochhaus in Stuttgart geplant. Bauherr war das Stuttgarter Neue Tagblatt mit seinem Generaldirektor Carl Esser. Der Turm ist nicht nur weithin sichtbar, er stellt auch einen markanten Baustein des Platzes dar.

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  • Vom Tagblatt-Turm blickt man auf einen neuen Stadtbaustein – das Vier-Giebel-Ensemble, ein Wohn- und Geschäftshaus

    Lichtgut/Leif Piechowski
  • So sah es vor dem Abriss aus. Und im Jahr 2021 wurde das alte Gebäude abgerissen, das ebenfalls über Giebeldächer verfügte.

    Lichtgut/Leif Piechowski
  • Von der Eberhardstraße aus gesehen sieht man, wie sich der Neubau an die benachbarten Bestandsgebäude anpasst.

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  • Der Spazierweg führt die Steinstraße hinunter. Blickt man sich um, sieht man die heterogene Architektur – links der Neubau, in der Mitte der im Bauhaus-Stil entworfene Turm, rechts die vom Architekten Egon Eiermann . . .

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  • . . . entworfene vorgehängte Gebäudefassade. Die „Horten“-Kacheln von 1961, 50 auf 50 Zentimeter groß, sollten ein stilisiertes H wie Horten darstellen. Zuletzt firmiert das Haus aber als K wie Kaufhof. Zuvor stand das von Erich Mendelsohn entworfene Kaufhaus Schocken da, das – Abrissstadt Stuttgart – nach dem Zweiten Weltkrieg für eine „autogerechte Stadt“ abgerissen wurde.

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  • Jetzt heißt es rechts abbiegen in die Geißstraße hinein zum . . .

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  • . . . zum Hans-im-Glück-Brunnen, der dritten Station auf der Route. Josef Zeitler entwarf den Brunnen, eingeweiht wurde er 1909. Er zeigt einen Bauernburschen mit Hut, Hemd, kurzer Jacke, Hose und Stiefeln, zwischen dessen Beinen ein vergoldetes Schwein steht.

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  • Vom Brunnen aus zurückblickend zeigt sich, wie das Vier-Giebel-Ensemble sich in die Altstadt einfügt. Die ist übrigens nicht so mittelalterlich wie man vermutet. Der Architekt Karl Hengerer baute die Häuser zu Beginn des 20. Jahrhunderts neu, die Altbauten wurden abgerissen.

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  • An dem Platz befindet sich auch das Innenstadt-Büro der Stuttgarter Zeitung und Stuttgarter Nachrichten. Biegt man dort . . .

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  • . . . links ein, blickt man auf das Parkhaus in der Steinstraße, das einer neuen Nutzung zugeführt werden soll – was und wann? Lange Geschichte mit ungewissem Ausgang.

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  • Mit guten Ausgang hingegen – der Umbau des ehemaligen Geschäftshauses in der Nadlerstraße 4 durch Wolf Architekten und Blocher Partners in das Designhotel Emilu. Die Gastronomie im Erdgeschoss wird auch von Stuttgarterinnen und Stuttgartern genutzt. Die Stadtreparatur durch den Umbau ist bestens gelungen.

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