Archäologie in Bad Cannstatt
: Neue Infotafel zu einer Römischen Straße in Bad Cannstatt

Immer wieder gibt es in Bad Cannstatt Ausgrabungen, deren Auswertung die Forscher bis heute beschäftigt. Eine Tafel informiert nun über die bedeutenden Römer-Funde im Hallschlag aus dem Jahr 2012.
Von
Iris Frey
Stuttgart
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  • Ausgrabung im Hallschlag im Jahr 2012.

    Archiv/Michael Steinert
  • Die neue Infotafel des Maibaumvereins, die kürzlich im Sparrhärmlingweg 4/6 aufgestellt worden ist, informiert über die Ausgrabungen aus dem Jahr 2012.

    /Eberhard Köngeter
  • Die Ausgrabung des Holzbodens im Jahr 2012, der auf die ehemalige Römerstraße verweist.

    Archiv/Michael Steinert
  • Im Sparrhärmlingweg 6 wurden 2009 Reste von einer römischen Töpferei mit 13 Töpferöfen entdeckt, die dann im Frühjahr 2011 im Cannstatter Stadtmuseum gezeigt wurden.

    Foto: Michael Steinert
  • Im Jahr 2021 wurden direkt am Römerkastell am neu gestalteten Altenburgplatz ebenfalls Hinweistafeln errichtet, die auf die Historie des Stadtteils aufmerksam machen.

     
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Im Jahr 2012 wurde im Sparrhärmlingweg in Bad Cannstatt bei bei Arbeiten für einen Neubau ein aufwändiger Holzunterbau entdeckt. Wie sich herausstellte, handelte es sich um einen Holzbohlenbelag aus der Römerzeit aus dem Jahr 123 nach Christus. Die 250 Einzelhölzer auf 120 Quadratmetern waren in ihrer Größe herausragend, wie auch die Archäologin Sarah Roth von der Universität Freiburg 2020 auf Einladung des Vereins Pro Alt-Cannstatt befand. Die Forscher beschäftigen sich bis heute mit dem Fund, zu dem es jetzt neue Infotafeln vor Ort gibt.

Holz bildete Unterbau für römische Hauptstraße

So war das römische Cannstatt einst ein wichtiger Limes-Grenzort. Im Sparrhärmlingweg ließen sich Händler und Handwerker und Familienangehörige der Soldaten unweit der Kaserne nieder. Weil die Stelle jedoch ständig nass war, wurde der Untergrund mit der Holzkonstruktion stabilisiert. Sie war wichtig als Unterbau für eine römische Hauptstraße und als Plattform für ein am Straßenrand gebautes Haus. Die Holzkonstruktion sollte den Untergrund und das Haus befestigen, erläuterte Roth. Die Holzbohlen waren in dem dauerfeuchten Untergrund von Luftzufuhr abgeschlossen, wurden so konserviert und waren deshalb 2012 noch so gut erhalten.

Aus dem Fund konnte man folgern, dass die Römer spätestens 111 nach Christus nach Cannstatt gekommen sind. Dies und noch mehr Informationen gibt es jetzt auch vor Ort nachzulesen. Eberhard Köngeter vom Maibaumverein sagt, kürzlich sei eine Tafel des Vereins im Gehwegbereich des Sparrhärmlingwegs 4/6 bei der einstigen Ausgrabungsstätte aufgebaut worden. Sie informiert über diese Entdeckung, die weitere Erkenntnisse zur einstigen Verbindungsstraße an den Rhein und zum Legionslager Straßburg ans Tageslicht brachte. Die Römerstraße führte entlang des heutigen Sparrhärmlingwegs über den Pragsattel. Eine weitere Info-Tafel des Maibaumvereins gibt es seit 2019 zu den Töpfereien und -öfen, die 2009 im Sparrhärmlingweg bei Bauarbeiten für zwei Wohnhäuser entdeckt wurden. Weitere Informationen unter www.maibaumverein-badcannstatt.de.

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