100 Gründe
: Rössle und Rennsport

Heute der 79. Grund, warum wir Stuttgart lieben: das Stuttgarter Stadtwappen.
Von
Danny Lämmerhirt
Stuttgart
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Das Stuttgarter Stadtwappen.

StN

. . . warum wir Stuttgart lieben. Es gibt so viele Gründe, warum man sich in unserer Stadt wohlfühlen kann. In dieser Serie wollen wir uns auf 100 Gründe beschränken. Heute der 79. Grund: das Stuttgarter Stadtwappen.

Hätten Sie es gewusst? Das Stuttgarter Stadtwappen ist ein ähnlich großer Exportschlager der Schwaben wie Maultaschen, guter Wein oder der Mercedes-Stern. Zumindest, wenn man die Bekanntheit des darauf abgebildeten Pferdes als Maßstab nimmt. Werfen wir einen Blick auf die Welt der Luxussportwagen. Fällt da nicht sofort die Ähnlichkeit zwischen der Stuttgarter Stute und dem Hengst von Ferrari auf?

Die offizielle Geschichte lautet folgendermaßen: Ein legendärer Jagdflieger aus dem Ersten Weltkrieg namens Francesco Baracca malte als persönliches Glückssymbol das Emblem eines schwarzen Hengstes auf sein Flugzeug. Nach 63 Luftschlachten und 34 abgeschossenen Gegnern fiel Baracca selber bei einem Gefecht im Montello-Gebirge. Gut 14 Jahre später übergaben die Eltern Baraccas dem jungen Rennfahrer Enzo Ferrari das Emblem, auf dass es ihm mehr Glück bringe als ihrem Sohn. Fortan verwendete Enzo Ferrari den steigenden Hengst vor gelbem Hintergrund für seine Firma. Die Hintergrundfarbe wählte er, weil dies zugleich der Wappenfarbe Modenas, Enzo Ferraris Heimatstadt, entsprach.

Für einen waschechten Stuttgarter ist diese Geschichte natürlich völliger Unsinn! Laut einer bisher unbewiesenen Theorie verdankt Francesco Baracca sein Emblem nicht, wie von italienischer Seite behauptet wird, dem Kavallerieregiment, dem seine Fliegerstaffel angehörte. Stattdessen ließ er sich von einem Piloten aus der schwäbischen Kapitale inspirieren. Dieser Pilot hatte seinerseits das Emblem seiner Heimatstadt auf den Rumpf seines Flugzeugs gemalt. Vielleicht war es der kämpferische Ausdruck des sich aufbäumenden Pferdes, der Baracca beeindruckte. Das Pferd hinterließ genügend Eindruck, so dass Baracca das Stadtwappen kurzerhand kopierte und auf sein Jagdflugzeug malte. Stimmt diese Version, wäre das Ferrari-Logo nichts anderes als Diebesgut. Und der italienische Rennstall hätte neben mehreren Weltmeistertiteln auch sein markantes Symbol den Deutschen zu verdanken. Doch ist ungewiss, inwieweit man dieser These Glauben schenken kann. Einen echten Stuttgarter wird dies wenig stören. Für ihn ist klar, woher Ferrari sein Pferd hat.

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