Dicke Tropfen klatschen auf die aufgespannten Schirme. Doch die Hunderttausenden, die sich an diesem 11. August 1999 in Stuttgart versammeln, haben auffallend gute Laune.
Um 12.34 Uhr ist es soweit: Der Mond schiebt sich vor die Sonne und macht den Tag zur Nacht.
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Es hätte so schön werden können: In den Tagen vor der Sonnenfinsternis präsentierte sich der Himmel über Stuttgart in strahlendem Blau.
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Überall gibt es Sonnenschutzbrillen zu kaufen - überall werden sie gekauft.
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Und natürlich sofort ausprobiert.
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Der Königsbau wird zum "Sonnentempel" umgebaut - alles ist bereit für die große Party.
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Auch kulturell wird aufgerüstet: "2584 nach Thales" in der Galerie der Stadt zeigt Installationen zur Sonnenfinsternis.
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Aus ganz Deutschland reisen Solarfans in die Kernzone der Eklipse. Die nordrhein-westfälische Landesregierung hat einen Sonderzug gechartert, der Schüler nach Augsburg bringen soll.
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Auch Karlsruhe liegt in der Kernzone. Mit der "Sofi" wird hier viel Werbung gemacht.
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In Stuttgart und Umgebung - hier an der Neuen Kelter in Fellbach - rüsten sich derweil die Fans.
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Allerdings spielt das Wetter nicht mit: Der Himmel ist grau in grau.
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Auch wenn die Sonne sich zunächst hinter Wolken versteckt - auf die Schutzbrille verzichtet niemand.
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Immerhin lässt der Regen etwas nach.
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In Stuttgart - der selbsternannten "Sofi"-Hauptstadt - ist die Stimmung trotz des trüben Wetters prächtig.
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Auf dem Schlossplatz steigt die Spannung, als es langsam dunkler wird.
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In Karlsruhe sind ebenfalls Tausende von Menschen zusammengekommen, um das Spektakel zu bewundern.
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Die Stuttgarter verfolgen das Spektakel auf Videoleinwänden - am Himmel ist wenig zu sehen.
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Um 12.34 Uhr ist es soweit: Der Mond schiebt sich vor die Sonne und macht den Tag zur Nacht.
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Pünktlich zur vollständigen Überdeckung reißt der Himmel über Backnang etwas auf - die Korona rund um die Sonne ist zu sehen.
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Der frühere Bundespräsident Roman Herzog sieht die Sonnenfinsternis in München - nicht ganz innerhalb der Kernzone, aber nicht minder fasziniert.
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Auch der damalige Ministerpäsident Bayerns Edmund Stoiber ist vom Naturphänomen begeistert.
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Außerhalb Europas genießt Israels Premierminister Ehud Barak freien Blick auf die Sonne.
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Derweil nehmen russische Soldaten in Dagestan für einen Moment den Blick von den Zielfernrohren und richten ihn gen Himmel.
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Was bleibt sind unzählige Sonnenschutzbrillen und tiefe persönliche Eindrücke und Erinnerungen. Auch bei Ihnen? Wir sind gespannt!
Natürlich ist es kein normaler trüber Sommertag, dieser 11. August 1999. Es ist der Tag, auf den die Menschen in Mitteleuropa wochenlang hingefiebert haben: der Tag der Sonnenfinsternis. An diesem Tag verdunkelt sich in einem Streifen von maximal 109 Kilometern Breite die Sonne. Der Höhepunkt der Finsternis wird um 12.34 Uhr MESZ erreicht - exakt über Stuttgart. Für zwei Minuten und 17 Sekunden verschwindet die Sonne hinter dem Mond. Die Landes- wird zur "Sofi"-Hauptstadt.
Dass der strahlende Sonnenschein der ersten Augusttage grauem Wetter gewichen ist, interessiert niemanden. Pünktlich zur Eklipse reißt der Himmel wenigstens ein bisschen auf, ermöglicht einen Blick auf die angeknabberte Sonne. Wildfremde Menschen fallen sich um den Hals, viele tanzen, von Weltuntergangsstimmung ist nichts zu spüren. Alle wissen: In Mitteleuropa wird man solch ein Spektakel wohl nicht mehr erleben.
Wir erinnern in einer Bilderstrecke an dieses Ausnahmeereignis. Und sind gespannt auf Ihre Erinnerungen: Wie haben sie die Sonnenfinsternis 1999 erlebt? Gibt es Fotos, die Sie geschossen haben? Lassen Sie uns an Ihrer ganz persönlichen "Sofi" teilhaben!