Sanierungen in Backnang nötig
: Zehn Brücken erhalten die Note „ungenügend“

Zehn der 45 Brücken im Besitz der Stadt Backnang haben bei der letzten Überprüfung die Note „ungenügend“ erhalten. Zwar besteht laut Stadtverwaltung keine akute Einsturzgefahr, doch Sanierungen sind dringend notwendig.
Von
Chris Lederer
Rems Murr Kreis
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Die Brücke an der Eugen-Adolff-Straße muss ersetzt werden.

Gottfried / Stoppel

Die Brücken und Stege in Backnang werden regelmäßig unter die Lupe genommen und auf ihre Sicherheit überprüft. Mindestens alle drei Jahre überprüfen unabhängige Fachleute jedes der insgesamt 45 städtischen Bauwerke. Sie achten auf sichtbare Schäden wie Risse im Beton, rostige Stahlträger und andere Bauteile. Im Fokus stehen drei Aspekte: die Standsicherheit, die Verkehrssicherheit und die Dauerhaftigkeit. Die Beurteilung dieser drei Kriterien mündet dann in eine Endnote, die wiederum Auskunft über den Zustand gibt und der Stadtverwaltung als Grundlage für die weitere Unterhaltungsplanung dient. „Das Ziel ist, mögliche Risiken frühzeitig zu erkennen und Maßnahmen rechtzeitig einzuleiten“, betont Lars Kaltenleitner. Der Backnanger Tiefbauamtsleiter informierte kürzlich im Ausschuss für Umwelt und Technik über den Brückenzustand in der Murrmetropole.

Erheblicher Sanierungsbedarf bei zehn Brücken

Die Ergebnisse der Überprüfungen fließen in eine Zustandsnote ein. Diese reicht von 1,0 („sehr gut“) bis 4,0 („ungenügend“). Die besten Bewertungen gehen an Neubauten und sanierte Brücken, während ältere Bauwerke oft schlechter abschneiden – vor allem, wenn sie nicht den aktuellen Sicherheitsstandards entsprechen.

Bei der letzten Überprüfung erhielten zehn Brücken die Note „ungenügend“. Besonders betroffen ist die aus den 1930er Jahren stammende Brücke an der Eugen-Adolff-Straße. Sie wurde zu einer Zeit gebaut, als Pferdefuhrwerke die Straßen prägten, und ist den heutigen Verkehrsbelastungen nicht mehr gewachsen. Auch kleinere Feldwegbrücken über die Weissach gehören zu den Bauwerken, die dringend saniert oder ersetzt werden müssen.

Doch die schlechte Bewertung bedeutet nicht automatisch, dass die Brücken unsicher sind. „Es besteht bei keiner der Brücken akute Einsturzgefahr“, versicherte Kaltenleitner. Allerdings schränkte er ein: „Die Note ‚ungenügend‘ zeigt, dass Handlungsbedarf besteht, um langfristig die Sicherheit und Nutzbarkeit zu gewährleisten.“ Ein häufiges Problem bei älteren Brücken ist die mangelnde Verkehrssicherheit. So entsprechen viele Geländer nicht den heutigen Vorgaben, weil sie zu niedrig sind oder die Abstände zwischen den Streben zu groß sind. „Als diese Brücken konzipiert wurden, spielten die Mindesthöhen der Geländer und Maximalabstände der Stäbe noch keine so große Rolle“, sagte Kaltenleitner. „In den kommenden beiden Jahren wollen wir überall dort die Verkehrssicherheit herstellen, wo das mit vergleichsweise überschaubarem Aufwand möglich ist.“

Keine der Backnanger Brücken müsse derzeit aus Gründen der Verkehrssicherheit komplett gesperrt werden. Beim mittlerweile abgebauten Holzsteg an der Bleichwiese war das anders. „Da bestand die Gefahr, dass der Steg nicht halten könnte, wenn sich zu viele Besucher gleichzeitig darauf aufhalten, etwa beim Straßenfest.“

Großbaustelle Eugen-Adolff-Straße

Diskussion über den Rückbau von Brücken

Der Sanierungsfall Nummer eins ist die Brücke an der Eugen-Adolff-Straße. Wegen ihrer starken Belastung und ihres schlechten Zustands hat die Stadt beschlossen, das Bauwerk im Sommer abzureißen und durch einen Neubau zu ersetzen. Die Kosten belaufen sich auf rund drei Millionen Euro. Bis dahin bleibt die Brücke einspurig befahrbar. Kaltenleitner erklärte: „Dieses Bauwerk hat seine Nutzungsdauer erreicht. Ein Neubau ist unumgänglich, um den Anforderungen des modernen Verkehrs gerecht zu werden.“

Auch die Brücke über die Bahngleise am Stiftsgrund ist stark sanierungsbedürftig. Um die Belastung zu reduzieren, hat die Stadt sie bereits für den Autoverkehr gesperrt. Fußgänger und Radfahrer dürfen sie weiterhin nutzen. „Hier müssen wir vertiefende Untersuchungen machen, um den Sanierungsaufwand zu bestimmen“, erklärte der Amtsleiter.

Die Stadt Backnang steht vor großen Herausforderungen bei der Instandhaltung ihrer Brücken. Langfristig sei auch ein Rückbau von weniger genutzten Brücken und Stegen nicht auszuschließen, so der Amtsleiter. Konkrete Überlegungen gebe es derzeit keine. „Das würden wir vorab auf jeden Fall in den entsprechenden politischen Gremien besprechen“, betonte Kaltenleitner. Zunächst stehe im Stadtgebiet die Verbesserung der Situation im Fokus. „In den kommenden beiden Jahren wollen wir überall dort die Verkehrssicherheit herstellen, wo das mit vergleichsweise überschaubarem Aufwand möglich ist.“

Backnanger Brücken mit Note „ungenügend“