Wunnebad Winnenden
: Wiedereröffnung bei freiem Eintritt

Noch ist der Umbau nicht vollständig abgeschlossen, dennoch wird an diesem Wochenende die Wiedereröffnung des Winnender Wunnebads groß gefeiert – bei freiem Eintritt mit Live-Konzerten und weiterem Rahmenprogramm.
Von
Frank Rodenhausen
Rems Murr Kreis
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Das neue 25-Meter-Becken ist das Prunkstück des neu gestalteten Hallenbadbereichs.

Gottfried Stoppel

Der frühere Winnender Oberbürgermeister Karl-Heinrich Lebherz erinnert sich noch gut an die zum Teil heftigen Debatten in Gemeinderat und die wilden Diskussionen in den Leserbriefspalten der Lokalzeitung. Wellenbad, Sauna ja oder nein? Halle groß oder klein? Und was darf das Ganze kosten? Die Ausgestaltung des heiß ersehnten neuen Winnender Schwimmtempels inklusive seines Namens – zwischenzeitlich standen „Bazi“ und „Zipfelbad“ auf der Favoritenliste – war alles andere als unumstritten.

Eröffnung vor 33 Jahren

Das zähe Ringen lohnte sich, auch wenn in einigen Punkten Kompromisse gemacht werden mussten. Die Kosten wurden auf 23 Millionen D-Mark (knapp 12 Millionen Euro) gedeckelt, das Bad wurde gebaut. Dass man letztlich um zwei Millionen Euro drüber lag, regte laut Lebherz bei der Eröffnung letztlich kaum jemanden mehr auf. Man war froh, die für die Stadt erhebliche Investition getätigt zu haben. Schon bald war das Wunnebad aus Winnenden nicht mehr wegzudenken.

33 Jahre nach dem Start ist Lebherz erneut Zeuge einer Wunnebaderöffnung gewesen. Auch wenn die Bauarbeiter noch nicht ganz fertig sind, haben die Stadtwerke am Donnerstagabend ausgewählte Gäste zu einer Wiedereröffnungsfeier geladen, und Heinrich Lebherz sprach von einem „erneut erhebenden Gefühl.“

Seit zweieinhalb Jahren wird gebaut

Seit März 2022 wird das Bad nicht nur runderneuert. Die Freibadumkleiden und Sanitäranlagen sind auch in ihrer Anordnung komplett umgestaltet, und können nun wieder vollständig in Betrieb genommen werden. Der Gastronomiebereich des Freibades sowie die Terrasse sind fertiggestellt, die Fassade hat eine Frischzellenkur bekommen. Aber auch vor dem Schwimmtempel sind die Außenanlagen und der Parkplatz neu gestaltet worden.

Schon seit dem vergangenen Jahr gibt es eine neue Rutsche im Freibad und einen neu gestalteten Kinderspielbereich. Neu ist auch der versetzte Aufsichtsturm, der nach Angaben der Stadtwerke jetzt eine 360-Grad-Sicht über das gesamte Gelände ermögliche.

25-Meter-Becken mit Hubboden

Auch das Foyer ist fertiggestellt, neue Kassenautomaten ergänzen den Onlinekartenverkauf und sollen den Druck an der Kasse zu Stoßzeiten reduzieren. Prunkstück des Hallenbads ist ein 25-Meter-Becken inklusive Hubboden, der über ein Seilsystem bei Bedarf stufenweise oder komplett nach oben gefahren werden kann.

Von der Erweiterung um ein Lehrschwimmbecken sollen vor allem die Schulen und Vereine profitieren. Im Kinderbereich des Hallenbads wurden mehrere neue Spielgeräte installiert.

Insbesondere in der Saunalandschaft müssen die Handwerker allerdings noch ran. Dort wird neben der Hitzetechnik an einer aufwendigen Holzoptik gebastelt, und auch der Saunagarten wird neu gestaltet. Zum Ende der Sommersaison im Herbst aber soll alles fertig sein.

Kosten gegenüber Kalkulation gestiegen

Und die Kosten? Nach einer Anfangskalkulation von knapp 27 Millionen Euro lag man nach der jüngsten Hochrechnung bei rund 31 Millionen. Diese Steigerung halten die Stadtwerke-Verantwortlichen angesichts der Auswirkungen des Ukraine-Kriegs und der Entwicklung der Baustoffpreise aber für mehr als vertretbar. „Schnelles und vorausschauendes Handeln“ habe ermöglicht, „die Bauarbeiten effizient voranzutreiben und die wichtigsten Etappen fristgerecht zu erreichen“, so eine Sprecherin. Wahrscheinlich wird es am Ende auch dabei nicht ganz bleiben. Aber wie sagte schon Karl-Heinrich Lebherz? Das hat vor 33 Jahren kaum jemanden mehr wirklich interessiert. Am Wochenende können jedenfalls erst einmal alle die Wiedereröffnung feiern – und das, ohne für den Eintritt bezahlen zu müssen.