Würdigung in Schorndorf
: Innovationspreis für die Fuchshofschule

Die vorbildliche Sanierung der fünf Pavillons aus dem Jahr 1963 wird mit dem Innovationspreis „Denkmal-Energie-Zukunft“ des Landes ausgezeichnet.
Von
Dirk Herrmann
Rems Murr Kreis
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Der weiße Pavillon der Fuchshofschule ist bereits saniert, die vier anderen folgen noch in den kommenden Jahren.

Dirk Herrmann

So würde heutzutage auch kein Schulträger mehr bauen lassen: Reichlich Platz für vergleichsweise wenig Klassenzimmer – doch es sind tatsächlich fünf Pavillons mit jeweils zwei Räumen, die im Jahr 1963 als Entwurf des Schweizer Architekten Fritz Stucky für die neue Grundschule im Wohngebiet Fuchshof hingestellt wurden.

Ältere Schorndorfer aus dem Viertel im Südwesten der Stadt erinnern sich vielleicht noch an den Turnunterricht, der mangels einer Sporthalle im Untergeschoss des blauen Pavillons abgehalten werden musste. Oder an die Völkerballspiele der drei vierten Klassen kurz vor den Sommerferien auf dem Asphalt-Schulhof.

Seit 2018 Kulturdenkmal

Lange her – und deshalb waren die blau, gelb, rot, mint und weiß angestrichenen Pavillons der Fuchshofschule auch ziemlich in die Jahre gekommen. Zwischenzeitlich stand gar der Abriss zur Debatte, samt Umquartierung der Schule in den Bezirk Aichenbach. Doch dann wurde die Schule unter Denkmalschutz gestellt, weshalb nun an der Sanierung der Bestandsgebäude kein Weg mehr vorbeiführte.

Pavillon in Mint: Sanierung steht noch aus.

Foto: Dirk Herrmann

In diesen Tagen nun hat das Ministerium für Landesentwicklung und Wohnen Baden-Württemberg die Preisträger des Innovationspreises „Denkmal-Energie-Zukunft“ ausgezeichnet. Ministerin Nicole Razavi (CDU) gab in der Phönix-Halle im Stuttgarter Römerkastell die Namen bekannt.

Preis beschert Schorndorf 12 500 Euro

28 Einreichungen waren eingegangen, zehn Projekte landesweit erhielten Preise, darunter vier Hauptpreisträger – und Schorndorf gehört mit seiner Fuchshofschule in dieses illustre Quartett. Insgesamt standen 100 000 Euro als Preisgeld zur Verfügung. Die Hauptpreisträger erhalten jeweils ein Preisgeld in Höhe von 12 500 Euro.

Der neue, sechste Pavillon steht seit 2022.

Foto: Dirk Herrmann

Mit dem erstmals vergebenen Innovationspreis würdigt das Ministerium als oberste Denkmalschutzbehörde herausragende Energielösungen für Kulturdenkmale – also Vorhaben, die beispielhaft zeigen, wie sich Kulturdenkmale energieeffizient sanieren lassen und wie der Einsatz erneuerbarer Energien dabei gelingen kann.

Reichlich ausgebleicht und somit sanierungsbedürftig wie die Pavillons: Der Name „Fuchshofschule“ ist derzeit auf dem Schild kaum noch zu erkennen.

Foto: Dirk Herrmann

Die ausgezeichnete Sanierung der Fuchshofschule ist allerdings noch keineswegs abgeschlossen, sondern hat allenfalls ein Fünftel hinter sich. Denn die fünf Pavillons, die seit 2018 Kulturdenkmal gemäß Paragraf 2 Denkmalschutzgesetz Baden-Württemberg sind, werden bis 2032 im Zwei-Jahres-Rhythmus saniert. Der erste, nämlich der weiße Pavillon wurde im vergangenen Herbst fertiggestellt, er kann seit September 2024 als Klassenzimmer genutzt werden.

Energiebedarf um 50 Prozent reduziert

Durch die Sanierungsmaßnahmen am ersten Pavillon, der Rektorat, Sekretariat und Lehrerzimmer beinhaltet, hat sich der Energiebedarf um rund 50 Prozent reduziert. „Um den Bildungsstandort Schorndorf weiter zu stärken, sind wir stetig dabei, unsere Schulen zukunftsfähig zu gestalten“, erläutert Schorndorfs Erster Bürgermeister Thorsten Englert. „Mich freut es sehr, dass uns dies bei der Fuchshofschule auf ausgezeichnete Art und Weise gelingt.“

Die Sanierung des zweiten Pavillons ist für September 2025 bis September 2026 vorgesehen. Ein sechster, zweigeschossiger Pavillon samt Mensa wurde als Neubau auf einer im Süden erweiterten Fläche des Schulgeländes 2022 errichtet.

Preis für Klosterscheune Bebenhausen

Neben der Fuchshofschule gab es im Rahmen des Innovationspreises in Baden-Württemberg drei weitere Hauptpreisträger: das Stubenareal St. Georgen in Freiburg im Breisgau, die Zehntscheuer in Karlsdorf-Neuthard und die Klosterscheune in Tübingen-Bebenhausen.

Ministerin Nicole Razavi: „Kulturdenkmale energetisch verbessern heißt, sie fit für die Zukunft zu machen. Insofern sind Denkmaleigentümer echte Zukunftsmacher.“