Warnung im Rems-Murr-Kreis
: Blaualgen in Badeseen: Das gilt es jetzt zu beachten

In zwei beliebten Badeseen im Rems-Murr-Kreis wurden Cyanobakterien nachgewiesen. Wir erklären, ob man dort noch baden kann und was man beachten sollte.
Von
Phillip Weingand
Murrhardt
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Der See am Waldrand beim Murrhardter Stadtteil Fornsbach verspricht Abkühlung für Hitzegeplagte.

Der Fornsbacher Waldsee in Murrhardt ist ein beliebtes Ziel von Familien. Diese sollten jetzt einige Dinge beachten.

Martin Stollberg/Archiv
  • In Fornsbach und Plüderhausen wurden in beliebten Badeseen Blaualgen festgestellt.
  • Baden ist weiterhin erlaubt – bei Überschreiten von Grenzwerten drohen weitere Schritte.
  • Trockenheit, wenig Zulauf und viel Sonne begünstigen die Vermehrung der Cyanobakterien.
  • Warnzeichen: grünlich-trübes Wasser, Algenteppiche, viele tote Fische und Beschwerden.
  • Empfohlen: kein Wasser schlucken, Kinder und Tiere fernhalten, danach duschen, bei Symptomen zum Arzt.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Temperaturen laden geradezu zu einem Sprung ins kühle Nass ein. Doch an zwei Badeseen im Rems-Murr-Kreis ist die Freude getrübt – im wahrsten Sinne des Wortes: Im Fornsbacher Waldsee in Murrhardt-Fornsbach und im Badesee in Plüderhausen wurden Blaualgen festgestellt. Beide Seen sind beliebte Ausflugsziele für Familien aus der Region.

Blaualgen, auch als Cyanobakterien bekannt, kommen in fast allen Gewässern vor. Dann stellen sie auch keine Gefahr dar. Problematisch wird es aber, wenn sie sich stark vermehren. Düngemittel oder Fäkalien können das Wachstum von Cyanobakterien fördern. Besonders in stehenden Gewässern tragen auch Hitze und viel Sonne zu einer explosionsartigen Vermehrung bei. Genau das ist jetzt an den beiden Seen passiert.

Blaualgen: Kann man in Murrhardt und Plüderhausen noch baden?

Plüderhausen, DEU, 22.06.2022
Plüderhausener Badesee.
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Auch am Badesee Plüderhausen treten derzeit gehäuft Blaualgen auf (Archivbild).

Gottfried Stoppel

Eine Rolle spielt dabei die derzeit herrschende Trockenheit, sagt Murrhardts Bürgermeister Armin Mößner: „Der See hat nahezu keinen Zulauf mehr vom Seebach her, auch der Ablauf ist weitestgehend gestoppt.“ Die Stadt Murrhardt versucht seit einigen Wochen, mit einer Lüftungsanlage dem Problem vorzubeugen.

Wer mit belastetem Wasser in Kontakt kommt, kann Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Fieber, Atemnot oder Hautreizungen bekommen. Gesperrt ist aktuell keiner der Seen, das Baden ist weiterhin erlaubt. „Wenn die Werte der Toxine Grenzwerte überschreiten, sind aber eventuell weitere Schritte erforderlich und wir stehen mit dem Gesundheitsamt im Austausch“, erklärt Mößner.

Wer trotzdem baden geht, sollte vorsichtig sein. Das gilt es jetzt zu beachten:

  • Nicht ins Wasser gehen, wenn es grünlich-trüb ist oder ein schmieriger Algenteppich auf der Oberfläche liegt.
  • Auch viele tote Fische sind ein Warnsignal.
  • Kein Wasser schlucken.
  • Kleinkinder und Haustiere vom Wasser fernhalten.
  • Nach dem Baden gründlich duschen.
  • Bei Beschwerden nach dem Baden zum Arzt gehen.

Nicht alle Hinweise des baden-württembergischen Gesundheitsministeriums sind dabei ganz eindeutig. In einer Mitteilung heißt es: „Gehen Sie bei einer Sichttiefe von unter einem Meter nicht ins Wasser“, weiter unten steht aber auch: „Wenn Sie knöcheltief im Wasser stehen, sollten Sie noch Ihre Füße sehen können“. Ein weiterer Hinweis lautet: „Kinder sollten flache und ufernahe Bereiche vermeiden und nicht ins Wasser gehen.“

Aktuelle Hinweise zur Wasserqualität in den Badeseen veröffentlicht das Ministerium im Internet unter www.badegewaesserkarte.landbw.de.