Tödlicher Unfall in Auenwald
: „Er war ein wundervoller Mensch“: Freunde sammeln Geld für Mohammeds Familie

Nach dem Tod eines jungen Mannes in Auenwald sammeln Freunde Geld für die Familie. Doch die Reaktionen auf die Spendenkampagne sind nicht nur positiv.
Von
Phillip Weingand
Weissach
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SPendenkampagne Gofundme

Der 20-Jährige Mohammed aus Auenwald starb bei einem Unfall - jetzt sammelt ein Freund Geld für die Hinterbliebenen.

privat/GoFundMe.com
  • In Unterweissach starb der 20-jährige Mohammed bei einem Frontalzusammenstoß.
  • Die Unfallursache ist unklar, ein Gutachter rekonstruiert den Ablauf.
  • Ein Freund startete auf Gofundme eine Spendenkampagne für die Familie.
  • Knapp 15.000 Euro kamen in wenigen Tagen zusammen – teils hohe Einzelspenden.
  • Viele zeigen Anteilnahme, doch es gibt auch Kritik an der Spendenaktion.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Nach dem tödlichen Unfall am Montagabend in Unterweissach wird weiter zum genauen Hergang ermittelt. In Auenwald trauern derweil Familie und Freunde um ihren Sohn, Bruder und Freund. Eine Online-Spendenkampagne zugunsten der Familie des Getöteten findet derzeit regen Zuspruch. Wir konnten mit dem Organisator der Aktion sprechen.

Lukas Eucher ist Jugendreferent der Gemeinde Auenwald, er hat ein großes Netzwerk. „Ich kenne auch leider einige junge Leute, die extrem riskant Auto fahren.“, sagt er. An mehrere von ihnen habe er denken müssen, als er in der Nacht auf Dienstag von dem Unfall erfahren habe. Doch im Wagen saß keiner der Raser, sondern Mohammed, den er als vernünftigen Fahrer gekannt habe. „Da ist es mir eiskalt den Rücken heruntergelaufen“, sagt Euchner.

Nach dem tragischen Unfalltod sammelt ein Freund Geld

Gofundme Mohammed Auenwald

Rund 15.000 Euro an Spenden sind bei der Kampagne bereits zusammengekommen.

Screenshot(Gofundme.com

Er hat Mohammed 2017 als Flüchtlingsjungen kennengelernt, der bald täglich in seinen offenen Jugendtreff kam. „Ich habe ihn dabei begleitet, wie er zu einem jungen Mann wurde“, sagt Euchner. Er half ihm, Bewerbungen zu schreiben, und war für ihn da, wenn er Liebeskummer oder Stress mit Freunden hatte. „Er war ein wundervoller Mensch, ein Musterbeispiel für Integration. Er hätte nächstes Jahr Abi gemacht“, erzählt Euchner. An seiner Stimme ist zu hören, wie nahe ihm der Verlust geht. Mohammed wollte Arzt werden, anderen Menschen helfen.

„Er hatte eine ganz besondere positive Energie. Wenn er einen Raum betreten hat, ist die Stimmung besser geworden“, erinnert sich Euchner. Er hat eine Spendenkampagne auf der Plattform Gofundme gestartet, die der Familie von Mohammed zugutekommen soll. „Die Kosten für die Bestattung und alles, was damit verbunden ist, sowie der gesamte organisatorische Aufwand sind Dinge, um die man sich in einer solchen Situation eigentlich kaum kümmern kann und möchte“, heißt es in dem Spendenaufruf.

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„Das gesammelte Geld wird zu 100 Prozent an Mohammeds Familie weitergegeben und für die Bestattung und die damit verbundenen Kosten sowie für die Unterstützung verwendet, die Mohammeds Familie und insbesondere seine Mama jetzt benötigen“, verspricht Euchner. Er kenne die knappe finanzielle Situation der Familie und habe selbst schon nahe Angehörige verloren. „Daher weiß ich, dass man sich schon sehr früh um viel bürokratischen Kram kümmern muss“, sagt er.

In den sozialen Netzwerken wird der Spendenaufruf rege geteilt. Viele Menschen drücken ihre Anteilnahme aus. Doch nicht überall stößt die Kampagne auf Zustimmung. „Was soll das? Kaum gestorben und gleich betteln? Pietätlos! Meine Meinung“, schreibt ein Mann in einer lokalen Backnanger Facebook-Gruppe. Mit dieser Meinung ist er offensichtlich nicht allein: 16 Menschen markieren den Kommentar mit „Gefällt mir“.

Unfall zwischen Weissach und Auenwald: Ursache unklar

Der Großteil der Menschen reagiert allerdings positiv auf die Spendenaktion. Knapp 15.000 Euro sind in den wenigen Tagen bereits zusammengekommen. Teilweise werden sogar große Beträge von 200 oder 500 Euro gespendet. Das Geld wird der Familie den Sohn und den Bruder nicht zurückbringen. Aber vielleicht, so hofft Euchner, trägt es dazu bei, dass die Familie sich zumindest um das Geld erst einmal keine Sorgen machen muss, während sie um den jungen Mann trauert.

Auf der Kreisstraße zwischen Unterweissach und Auenwald-Unterbrüden waren am Montag gegen 19.15 Uhr zwei Autos zusammengestoßen. Der 20-jährige Mohammed wurde in seinem schwer beschädigten Wagen eingeklemmt. Die Feuerwehr konnte ihn aus dem Wrack befreien, doch seine Verletzungen waren so schwer, dass er noch an der Unfallstelle starb. Die Ursache des Unfalls ist noch ungeklärt. Wie ein Polizeisprecher mitteilt, sei ein Gutachter beauftragt worden, die Abläufe zu rekonstruieren. Dazu, welches der Fahrzeuge auf die Gegenspur geraten sei, ließe sich derzeit keine verlässliche Aussage treffen.