Hochwasser 2024 im Rems-Murr-Kreis
: Eindrucksvolle Bilder: So sehen die Orte der verheerenden Flut heute aus

Im Juni 2024 verwüsteten Überflutungen den Rems-Murr-Kreis. Unsere Chronik ruft die Ereignisse wach – Fotos zeigen, ob sich die betroffenen Orte seitdem erholt haben.
Von
Phillip Weingand
Rems Murr Kreis
  • Der Vergleich von heute (links) zu damals lässt die Wassermassen erahnen.

    Gottfried Stoppel
  • Ein Auto auf dem Brunnen – dieses Foto von damals lässt die Kraft des Wasser erahnen.

    Gottfried Stoppel
  • Heute geht das Leben dort – fast – normal weiter.

    Gottfried Stoppel
  • Mit am schwersten getroffen: Rudersberg-Klaffenbach.

    Gottfried Stoppel
  • Diese Ortschaft ist bis heute gezeichnet von der Katastrophe.

    Gottfried Stoppel
  • Impression nach der Katastrophe: Erschöpfte Helfer vor einem Geschäft in Rudersberg.

    Gottfried Stoppel
  • Hier erinnert heute nichts mehr an die Flut, die Ware steht wieder im Fenster.

    Gottfried Stoppel
  • Auch die Regenrückhaltebecken an der Rems waren im Juni 2024 überlastet...

    Gottfried Stoppel
  • ...heute erinnert hier bei Winterbach nichts mehr daran.

    Gottfried Stoppel
  • Auch Schorndorf-Miedelsbach wurde schwer getroffen.

    Gottfried Stoppel
  • So sieht das Haus heute aus.

    Gottfried Stoppel
  • An einen Zugverkehr war nach der Katastrophe nicht zu denken.

    Gottfried Stoppel
  • Seit Mai fährt zumindest die Wieslauftalbahn wieder bis Rudersberg-Nord. Bis die Schwäbische Waldbahn wieder fährt, dauert es mindestens Mai 2026.

    Gottfried Stoppel
  • Wo sich vor einem Jahr Trümmer und Müll sammelten...

    Gottfried Stoppel
  • ...erinnert heute – zumindest hier – nichts mehr daran.

    Gottfried Stoppel
  • Auch Schorndorf-Miedelsbach wurde damals schwer getroffen – in der Ortschaft starben zwei Menschen.

    Gottfried Stoppel
  • Der Ort trägt auch heute noch Spuren der Katastrophe.

    Gottfried Stoppel
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Vor exakt einem Jahr brach mit Starkregen und Überflutung eine Katastrophe über die Region herein – vor allem der Rems-Murr-Kreis war betroffen. Die Wassermassen führten zu Zerstörungen, kosteten in Schorndorf zwei Menschenleben. Unsere Chronik ruft die wichtigsten Ereignisse von damals in Erinnerung. Unsere Bildergalerie zeigt, wie sich die Orte inzwischen von der Flut erholt haben.

Mai 2024: Starke Regenfälle

Seit Mitte Mai fällt in Mitteleuropa ungewöhnlich viel Regen. Andernorts sorgt dies schon für Überschwemmungen. Im Rems-Murr-Kreis, aber auch im Kreis Ludwigsburg führt es dazu, dass die Böden sich mit Wasser aufsaugen.

1. Juni 2024: Die Lage verschärft sich

Im Rems-Murr-Kreis wird die Lage immer brenzliger. Ein Ende ist nicht in Sicht: Der Wetterdienst warnt vor „ergiebigem Dauerregen“. Auch in den umliegenden Landkreisen rückt immer wieder die Feuerwehr zu Einsätzen aus. Mancherorts werden Bürgern Sandsäcke zur Verfügung gestellt.

2. Juni, 21 Uhr: Das Hochwasser kommt

Am Nachmittag stehen die Zeichen auf Entspannung. Sandsäcke werden abgebaut, Stauwehre abgelassen. Das Landratsamt nimmt eine ausgerufene „außergewöhnliche Lage“ zunächst wieder zurück. Doch am späten Abend setzt über der Region ein plötzlicher, extremer Starkregen ein. Dieser kann von den mit Wasser gesättigten Böden nicht mehr aufgenommen werden – und die nun wieder vollgelaufenen Hochwasser-Rückhaltebecken sind keine Hilfe mehr.

In Kaisersbach-Cronhütte sind binnen vier Tagen 225 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen – dreimal so viel wie im sonst üblichen Mittel. Das Resultat: ein Hochwasserereignis weit über einem sogenannten 100-jährlichen Hochwasser. Kleine Bäche werden zu reißenden Strömen. Die Wieslauf, deren Wasserstand sonst keine 50 Zentimeter beträgt, ist jetzt mehr als fünf Meter tief.

Die Nacht auf den 3. Juni: Lebensgefahr

An vielen Orten spielen sich dramatische Szenen ab. Orte sind durch überflutete Straßen abgeschnitten, Menschen in ihren Häusern eingeschlossen. Autos werden wie Spielzeug durch die Straßen gespült. Besonders vom Hochwasser betroffen sind neben Rudersberg Schorndorf-Miedelsbach, Winterbach, Kaisersbach, Berglen und Alfdorf.

Um die Hochwasser-Rückhaltebecken vor einer Zerstörung zu bewahren, werden diese kontrolliert abgelassen. Behörden, Hilfsorganisationen und Nachbarn helfen den Menschen dabei, Leben zu retten, Eigentum zu sichern oder Dämme zu halten. Häuser werden evakuiert, Tausende kommen in Notunterkünften unter – etwa Sporthallen wie der Salier-Turnhalle in Waiblingen.

3. Juni: Das Ausmaß der Zerstörung

Klaffenbach am Tag danach.

Foto: Weingand

Bei Tagesanbruch offenbart sich ein dramatisches Bild: Orte gleichen Kriegsgebieten. Überall liegen Trümmer, ausgerissene Bäume und tonnenweise Schlamm. Nachbarn helfen einander, Keller und Geschäfte leerzupumpen und versorgen sich gegenseitig mit dem Nötigsten. Vielerorts fehlt der Strom, Erdrutsche haben einige Landesstraßen unpassierbar gemacht.

Am Nachmittag wird klar: Die Flut hat zwei Todesopfer gefordert. In Schorndorf-Miedelsbach sind eine 84 Jahre alte Frau und ihr 58 Jahre alter Sohn ums Leben gekommen. Die beiden ertranken in ihrem vollgelaufenen Keller. Auch der durch die Katastrophe entstandene Sachschaden ist mit schätzungsweise 330 Millionen Euro sehr hoch. Die Schäden an der Infrastruktur sind auch nach einem Jahr an vielen Orten im Rems-Murr-Kreis noch sichtbar.