Unfälle
: Jeder Fünfte blinkt falsch – ACE-Aktion in Freiberg macht auf Risiko aufmerksam

Beim Verlassen des Kreisverkehrs verzichten viele Autofahrer auf den Blinker – das zeigt eine Verkehrszählung des ACE in Freiberg. Eine Aktion soll nun das Bewusstsein schärfen.
Von
Emanuel Hege
Ludwigsburg
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Blinken ist essenziell im Straßenverkehr, mahnt der Auto Club Europa.

dpa

Wie wichtig der Fahrtrichtungsanzeiger im Straßenverkehr ist, zeigt eine aktuelle Zählung des ACE (Auto Club Europa) im Rahmen seiner Aktion „Sicher durch Blinken!“. Zwischen 10 und 11 Uhr wurden am Freitag am Kreisverkehr L1113/L1138 an der A81-Brücke in Freiberg insgesamt 1611 Fahrzeuge erfasst – mit teils ernüchternden Ergebnissen.

Ziel der bundesweiten ACE-Kampagne ist es, auf das richtige Verhalten im Straßenverkehr aufmerksam zu machen. Der Fokus liegt dabei auf dem Blinken: Es ist eine der einfachsten und gleichzeitig wichtigsten Kommunikationsformen zwischen Verkehrsteilnehmenden. Besonders beim Verlassen von Kreisverkehren ist das Setzen des Blinkers gesetzlich vorgeschrieben und essenziell für die Sicherheit von Fußgängern, Radfahrern und wartenden Autos. Dennoch wird es laut ACE häufig vergessen oder ignoriert.

Jeder Fünfte macht Fehler

Bei der Zählung in Freiberg zeigten 1349 Pkw ein differenziertes Bild: Zwar blinkten 79 Prozent korrekt beim Verlassen des Kreisverkehrs – 21 Prozent jedoch nicht. In der Fahrzeuggruppe der Sprinter, Lkw und Busse war die Quote leicht besser: 82 Prozent hielten sich an die Vorschrift, 18 Prozent nicht. Krafträder fielen positiv auf – alle vier registrierten Zweiräder blinkten korrekt. Radfahrer wurden bei der Zählung nicht erfasst, was auf die separate Radverkehrsführung und das geringe Aufkommen zurückzuführen ist.

Auffällig: Je kürzer der Abstand zwischen Ein- und Ausfahrt, desto höher die Fehlerquote. Am auffälligsten war dies an der Ausfahrt Ingersheim/Besigheim, wo die meisten Verstöße festgestellt wurden.

Vision Zero

Insgesamt ergibt sich eine Fehlverhaltensquote von 20,1 Prozent – das bedeutet: Etwa jedes fünfte Fahrzeug setzte beim Verlassen des Kreisverkehrs keinen Blinker. Damit liegt Freiberg leicht besser als der bundesweite ACE-Durchschnitt von 26,8 Prozent – dennoch aus Sicht des Clubs ein zu hoher Wert.

„Das Blinken ist kein optionaler Akt – es ist Pflicht und rettet Leben“, mahnt der ACE. Und auch wenn Verstöße aktuell lediglich mit einem Bußgeld von zehn Euro geahndet werden, sei die potenzielle Gefahr für andere Verkehrsteilnehmer enorm.

Mit der Aktion verfolgt der ACE konsequent das langfristige Ziel „Vision Zero“: null Verkehrstote im Straßenverkehr. Die Botschaft aus Freiberg ist für den Auto Club jedenfalls klar: Rücksicht beginnt mit einem Klick – dem des Blinkers.

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