Stadtstuhl für die Schillerstadt
: Kreative Hocker, clevere Bänkle: Marbach startet Sitzrevolution

Welches Sitzmöbel ist für Marbach das richtige? Studenten haben im Rahmen eines Wettbewerbs Stadtstühle für Marbach kreiert.
Von
Sandra Lesacher
Ludwigsburg
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Nika Semikolemykh hat mit ihrem Entwurf den ersten Preis gemacht.

Werner Kuhnle

Da spaziert man durch die Stadt und möchte sich mal eben hinsetzen. Vielleicht diesmal nicht in einem Café oder Restaurant, sondern einfach so. Die Sitzbank steht aber in der Sonne und man möchte lieber im Schatten sitzen. Oder umgekehrt.

Manchmal ist man auch in einer kleinen Gruppe unterwegs und ein Bänkle reicht gar nicht aus. Eine Lösung sind Stühle im öffentlichen Raum. Die Stadt Ludwigsburg macht es vor: Die Sitzmöbel aus Metall, die auf dem Marktplatz und im Rathaushof stehen, sind meist gut belegt.

Und siehe da: Marbach möchte nun auch einen „Stadtstuhl“. Das Mobiliar soll zum Verweilen einladen, robust sein und gleichzeitig etwas über die Stadt erzählen. Doch wie sieht so ein Sitzmöbel aus? Mit dieser Frage haben sich Studierende der Fakultät für Gestaltung an der Hochschule Pforzheim im Rahmen eines Kooperationsprojekts mit dem Stadtmarketing Schillerstadt Marbach (SSM) befasst.

Im Rathaus stehen 17 Sitzgelegenheiten

Unter Leitung von Professor Manuel Aydt sind 17 Entwürfe für einen Stadtstuhl entstanden. Einer davon könnte – bei Weiterentwicklung und Serienfertigung - künftig das Bild der Innenstadt mitprägen.

Im Foyer des Marbacher Rathauses stehen seit Dienstag 17 Sitzgelegenheiten. Betrachtet man sie genauer, nimmt Platz, kommt ins Gespräch, merkt man: Die Studierenden haben sich viele Gedanken gemacht und spannende Ideen umgesetzt.

Michalis Saridis zum Beispiel hat einen „Schillerhocker“ entworfen. Der robuste Hocker hat im Inneren Platz für Bücher, Menschen können Lesestoff herausnehmen, aber auch hineintun. Der Sitz des Hockers ist gleichzeitig der Deckel, er ist abgedichtet, sodass die Bücher nicht nass werden können.

Susanne Groß hat „Maru“ geschaffen. In Maru steckt nicht nur „Marbach“, das Wort ist japanisch und bedeutet Kreis. Passend, denn hier sind es zwei Holzringe, verbunden mit Stoff, die eine Sitzgelegenheit bieten. Man kann sie zusammenklappen und praktisch-elegant über der Schulter von einem Ort zum anderen Tragen.

Diebstahlsicher, aber dennoch mobil ist die Sitzbank, die Noah Richter kreiert hat. „S’Marbänkle“ fährt auf Betonrollen und ist sehr vielseitig. Den hohen Teil an der Seite kann man sowohl zum Anlehnen, zum Sitzen – oder auch als Tisch –nutzen.

Ein echter Hingucker ist das Sitzmöbel von Fotini Bellou. Eine Marbacher Stadtkarte ist auf rotes Acrylglas gedruckt. Der stylische Klappstuhl ist sehr leicht und durchaus bequem.

Ein filigran wirkender dreieckiger Hocker

Die Entwürfe der Studenten wurden von einer Jury des Stadtmarketings bewertet.

Foto: Werner Kuhnle

„Jeden dieser Stühle könnten wir uns an einem Platz in Marbach vorstellen“, sagt Christina Häußler vom Stadtmarketing. Die Jury hatte ihre Mühe, einen Sieger zu küren. Am Ende macht Nika Semikolemykh das Rennen. Ihr Entwurf ist ein filigran wirkender dreieckiger Hocker in Fachwerk-Optik.

Ob just dieser Prototyp in die Serienfertigung geht und künftig in Marbach als Stadtstuhl genutzt wird, ist indes noch offen. Ziel ist es, bis zum Sommer 2026 ein solches Sitzmöbel zu haben. Welches, darüber wird noch entschieden. Von jetzt an bis zu den Sommerferien können die Prototypen im Foyer des Rathauses begutachtet werden.