„Stein trifft Wein“: Genussführung bei Hessigheim: Imposante Ausblicke und verblüffende Fakten

Eine besondere Wanderung erlebten Leser unserer Zeitung bei Hessigheim.
Werner KuhnleDass die Landschaft rund um die Felsengärten bei Hessigheim tolle Ausblicke liefert, dürften viele bereits wissen. Bei der Genussführung „Stein trifft Wein“ konnten die Teilnehmer aber auch weniger bekannte, erstaunliche Informationen aufschnappen. Für den Gaumen hatte der Tag ebenfalls etwas Besonderes zu bieten.
Eine exklusive Veranstaltung mit dem Schwäbischen Albverein und unserer Zeitung: Das erlebten 23 Männer und Frauen bei der Wanderung mit Naturführer Matthias Hyrenbach. Ausgangspunkt der sechs Kilometer langen Tour war der Schreyerhof mit Blick auf den Käsberg, die Neckarschlaufe und den Hardtwald. Hyrenbach führte die Gruppe unter anderem auch durchs Naturschutzgebiet „Unteres Tal“, das mit üppigen Laubmischwäldern und einer vielseitigen Tier- und Pflanzenwelt begeistert.
Etwas Abenteuergeist ist gefragt
Ob beim Klettern über einen Baum oder beim Laufen über geheimnisvoll wirkende Pfade: Ein bisschen Abenteuergeist stellten die Teilnehmer gerne unter Beweis. Auf unterhaltsame Art teilte der Naturführer, der in Freiberg heimisch ist und seit 2017 solcherlei Touren leitet, viel Wissenswertes, unter anderem über die Erdgeschichte. Auch Verblüffendes über Flora und Fauna wusste er zu erzählen. So lernte die Gruppe, wie die Geologie und der Neckar über Millionen von Jahre entstanden sind.

Der zweite Teil der Veranstaltung fand beim Weingut Siggi nahe der Felsengärten in Hessigheim statt.
Foto: Werner KuhnleDiese Mischung kam bei den Teilnehmern sehr gut an. „Es hat richtig viel Spaß gemacht“, lobte Regina aus Höpfigheim die Wanderung. Die Tour sei sehr informativ gewesen, sagte sie, während ein Paar aus Marbach bekräftigend nickte. Ihr Mann schwärmte von den imposanten Aussichten, die sich beim Wandern boten.
Im Weingut Siggi in Hessigheim erwartete Jochen Schrempf im Anschluss die Gruppe. Er vertrat Winzer Siegfried Mayer, der seit vier Tagen schon voll in der diesjährigen Lese steckt. Das seit 2014 in Hessigheim ansässige Weingut bewirtschaftet inzwischen beinahe fünf Hektar Fläche, darunter viele Steillagen. Dort fand bei strahlendem Sonnenschein der zweite Teil von „Stein trifft Wein“ statt: das Verkosten von fünf Weinen inklusive Vesper.
Fünf verschiedene Weine probiert
Schon zu Beginn der rund eineinhalbstündigen Weinprobe, bevor der erste Korken gezogen wurde, war die Laune in der Gruppe bestens. Vor allem neuere Tropfen standen in der Vinothek des Weinguts für die Gäste bereit, zum Beispiel ein Sauvignon Blanc von 2024 und ein Riesling von 2023. „Junge Weine brauchen Luft“, erklärte Schrempf. Er hatte einen Tipp für Zuhause parat: „Junge Weine dürfen ein paar Tage offen im Kühlschrank stehen, auch weiße“, sagt er. Dadurch könne sich die blumige Note entfalten.
Getreu des Mottos „Stein“ ging es bei der Verkostung aber auch viel um das Thema Terroir und insbesondere die Beschaffenheit der Böden. Ein Teil der Reben des Weinguts Siggi steht auf Muschelkalk. „Das kann man schmecken“, erläuterte Schrempf. Der Mitarbeiter des Weinguts führte aus, dass in dem Betrieb nur von Hand gelesen wird. Für die Spontanvergärung brauche es qualitativ hochwertiges Lesegut. Faule Beeren dürften sich nicht daruntermischen. Beim Herstellen der Weine werde nur sehr wenig Schwefel eingesetzt. Sie würden kaum bis gar nicht filtriert. Durch dieses Verfahren gelingen sehr natürliche und bekömmliche Weine.
Immer wieder nutzten die Teilnehmer die Gelegenheit, interessierte und detaillierte Nachfragen zu stellen. Naturführer Matthias Hyrenbach steuerte zur Unterhaltung der Gäste zwei passende Gedichte von Ringelnatz und Goethe bei.