Schlossbergschule in Vaihingen/Enz
: Radioaktives Gas in Vaihinger Schule entdeckt

In der Schlossbergschule in Vaihingen an der Enz (Kreis Ludwigsburg) sind erhöhte Werte von radioaktivem Radon gemessen worden. Die Schule stellt das vor eine große Herausforderung.
Von
Maximilian Kroh
Ludwigsburg
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In der Schlossbergschule ist radioaktives Radon entdeckt worden.

privat

Noch bevor das Schuljahr überhaupt begonnen hat, herrscht in der Schlossbergschule in Vaihingen an der Enz Aufregung. In den Kellerräumen der Schule wurde eine erhöhte Konzentration von radioaktivem Radon entdeckt. Der Werkunterricht kann dort deshalb vorerst nicht stattfinden, er wird an eine andere Schule verlagert.

Laut einer Pressemeldung der Stadt hatten Lehrkräfte bei der jährlichen Arbeitsstättenbegehung im Oktober 2024 auf die schlechte Luft in den Kellerräumen hingewiesen. Daraufhin gab die Stadtverwaltung eine Radon-Messung in Auftrag. Von Ende November an wurden über acht Monate hinweg Proben von drei Messstellen genommen. Sie zeigten erhöhte Radonwerte auf.

Radon könnte aus Schlossberg kommen

Der Referenzwert von 300 Becquerel pro Kubikmeter bei dauerhaftem Aufenthalt am Arbeitsplatz oder in Aufenthaltsräumen ist in allen Fällen überschritten. Radon ist ein natürliches Abbauprodukt von Uran, die Stadt geht derzeit davon aus, dass es im Gestein des Schlossberges zu finden ist. Beim Zerfall wird das geruchlose Gas freigesetzt, das in hoher Konzentration als gesundheitsgefährdend eingestuft werden kann. Tatsächliche gesundheitliche Beschwerden seien der Stadt aber nicht bekannt.

Die städtischen Fachämter haben in Absprache mit der Schulleitung die Kellerräume vorerst vorsorglich für den Schulbetrieb geschlossen. Nach Bekanntwerden der Ergebnisse hat die Stadt außerdem Kurzzeitmessungen durchgeführt. Die Lehrküche im Erdgeschoss sei zusätzlich geschlossen worden, alle anderen Räume lägen mutmaßlich unter dem Grenzwert.

Unterricht wandert an Nachbarschule

An der Schule verschärft sich damit das Problem, dass der Platz für die Klassen schon jetzt knapp ist. So sind etwa die Räume im Obergeschoss wegen einer Brandschutzsanierung gesperrt, sie sollen schnellstmöglich wieder genutzt werden. Der Technikunterricht der Schlossbergschule wird in den Werkraum der Wilhelm-Feil-Schule verlagert. Wie lange die Räume geschlossen bleiben müssen, ist nicht abzusehen.

Vorsorglich habe die Stadtverwaltung zudem in weiteren stadteigenen Gebäuden am Schlossberg Messungen angeordnet. „Wegschauen wäre keine verantwortliche Option“, so Oberbürgermeister Uwe Skrzypek.