Kreis Ludwigsburg
: „Wir sind selbst unzufrieden“ – Wie die Kfz‑Zulassung besser werden soll

Die Kfz-Zulassungsstellen im Kreis Ludwigsburg sorgen für Frust. Langes Warten auf Termine, kurzfristige Schließungen – und in Vaihingen ist die Abteilung gleich bis Jahresende zu. Das ruft auch die Freien Wähler im Kreistag auf den Plan.
Von
Dorothee Kauer
Kreis Ludwigsburg
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Soll bald Geschichte sein: Der Fahrzeugschein aus Papier.

Warten auf Termine, verschlossene Türen: Wie kann die Situation in den Kfz-Zulassungsstellen im Landkreis verbessert werden? (Symbol)

Bartolomiej Pietrzyk/ Shutterstock
  • Kfz-Zulassung im Kreis Ludwigsburg sorgt für Frust – lange Wartezeiten und Schließungen.
  • Außenstelle Vaihingen ist seit Mitte Oktober bis Ende des Jahres zu, später bis Ende 2027 ganz.
  • Behörde verweist auf hohen Krankenstand; Termine bleiben Pflicht für planbare Abläufe.
  • Freie Wähler fordern mehr Online-Zulassung und Zeiten ohne Termin sowie ein Ausfallkonzept.
  • Landratsamt plant Personalverstärkung und hat einen Organisationsprozess im Frühjahr 2026 abgeschlossen.

Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.

Natürlich kann heutzutage viel zu Hause am Rechner geregelt werden; die Fahrzeugzulassung beispielsweise oder wenn man das Auto abmelden möchte. Aber zum einen hat nicht jeder die Möglichkeit dafür, zum anderen gibt es Dinge, die man vor Ort in einer der vier Kfz-Zulassungsstellen des Landkreises Ludwigsburg klären muss. Und dann heißt es meist: Daumen drücken, dass man einen schnellen Termin bekommt. Das ist im Landkreis mitunter kein leichtes Unterfangen.

Die Zulassungsstelle in Vaihingen ist seit Mitte Oktober bis Ende des Jahres geschlossen. Begründet wurde das seitens der Behörde mit dem hohen Krankenstand – im gesamten Bereich der Kfz-Zulassung des Landratsamts. Immer wieder mussten einzelne Außenstellen deswegen kurzfristig geschlossen werden. Deswegen wurde entschieden, die Vaihinger Außenstelle bis Ende 2027 direkt ganz zu schließen und die „dadurch frei werdenden personellen Kapazitäten“ in den anderen Zulassungsstellen in Besigheim, Ditzingen und Ludwigsburg einzusetzen. Denn auch dort ist die Auslastung hoch.

Keine Kritik an den Mitarbeitern

Eine Situation, die alles andere als befriedigend ist. „Wir sind mit der aktuellen Situation in den Kfz-Zulassungsstellen selbst unzufrieden und arbeiten bereits seit Längerem intensiv an Verbesserungsmöglichkeiten. Einfache und kurzfristige Lösungen gibt es jedoch nicht“, teilt Franziska Schuster, Pressesprecherin im Landratsamt, auf Anfrage mit. Vorangegangen war ein Antrag der Freien Wähler im Kreistag mit einigen Forderungen an die Kreisverwaltung.

Dieser Antrag solle ausdrücklich nicht als Kritik an den Mitarbeitenden der Zulassungsstellen verstanden werden, teilte Boris Seitz, Sprecher der FW-Fraktion im Ausschuss, mit. Vielmehr zeige die derzeitige Situation, dass die organisatorischen Rahmenbedingungen so gestaltet werden müssten, dass die Beschäftigten auch bei erhöhten Ausfällen handlungsfähig blieben.

Um die Leistungsfähigkeit sicherzustellen und weiterzuentwickeln, sind laut FW mehrere Punkte relevant. Zum einen beispielsweise der weitere Ausbau der Online-Zulassung. Zum anderen sollte es möglich sein, zusätzlich zur Terminvereinbarung auch wieder regelmäßige Öffnungszeiten ohne vorherige Terminbuchung anzubieten.

Dass die Zulassungsstellen nur noch mit Termin besucht werden können, wurde während der Corona-Pandemie eingeführt. Die Terminvergabe helfe dabei, die Personalkapazitäten besser planen und die Mitarbeitenden gezielt einsetzen zu können, teilt die Behördensprecherin mit. So wolle man Wartezeiten möglichst kurz halten und für verlässliche Abläufe sorgen. Franziska Schuster: „Voraussetzung für eine Rückkehr zu terminfreien Öffnungszeiten wäre, dass die personelle Situation dies zulässt, ohne die Servicequalität und die Stabilität des Betriebs zu gefährden. Aktuell ist eine Rückkehr zu terminfreien Öffnungszeiten nicht geplant.“

Vertretungs- und Ausfallkonzept nötig

Und da wäre man bei einem weiteren Punkt, den die FW in ihrem Antrag behandelt wissen möchte: ein Vertretungs- und Ausfallkonzept. Könnten Beschäftigte aus anderen Landratsamtsbereichen für „standardisierte Tätigkeiten der Zulassungsstelle“ qualifiziert werden? Könnte ein Vertretungspool eingerichtet werden? Dazu teilt die Landratsamt-Pressesprecherin mit, dass die personelle Verstärkung des Servicebereichs vorgesehen sei, Ausschreibungen würden laufen.

Was das interne Aushelfen betrifft, so sei es nur bedingt möglich, Mitarbeitende aus anderen Ämtern kurzfristig einzusetzen: „Die Aufgaben in der Kfz-Zulassung sind komplex und erfordern eine Einarbeitung, die mehrere Monate dauert. Auch ein flexibler Personalpool lässt sich nur schwer umsetzen, da sich die Abläufe durch laufende Änderungen der Verfahren immer wieder anpassen.“

Im Frühjahr 2026 ist laut Schuster ein umfassender Organisationsprozess abgeschlossen worden – neue Führungsstrukturen, klarere Aufgabenverteilung und verbesserte Arbeitsbedingungen. So sollen die Beschäftigten entlastet und die Abläufe verbessert werden. Auch wolle man so den bestmöglichen Bürgerservice sicherstellen.