Kann Krankheiten übertragen: So kämpft Korntal-Münchingen gegen die Asiatische Tigermücke

Die Asiatische Tigermücke ist lästig und kann Krankheiten übertragen.
dpaDie Asiatische Tigermücke fühlt sich recht wohl in Korntal-Münchingen. Doch die Stadt wird immer besser darin, ihr den Garaus zu machen. Die ersten Nachweise gab es vor fünf Jahren. Damals flog die invasive, lästige Stechmückenart, die tropische Krankheitserreger wie Dengue-, Chikungunya- oder Zika-Viren übertragen kann, landkreisweit nur durch Korntal. In Münchingen wurden erste Funde voriges Jahr bestätigt.
Um die Plage einzudämmen, starteten im selben Jahr das Landesgesundheitsamt und die Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage in Korntal ein Pilotprojekt – „aufgrund der anhaltend starken Belästigung durch die Tigermücke und Bekämpfungsbemühungen“, berichtet Inga Häuser, im Rathaus zuständig für den Umweltschutz: Experten schulten Bürger eines abgegrenzten Gebiets mit dem Ziel, diverse Bekämpfungsansätze zu testen. Mit Erfolg: Die Population im Schulungsgebiet war kleiner als im Vergleichsgebiet. Auch war die Belästigung deutlich geringer als in den Vorjahren. Die Schulung wurde im Vergleichsgebiet von 2024 wiederholt.
Neue EU-Verordnung erschwert die Abgabe von Tabletten
Denn die Bürger müssten wissen, wo potenzielle Brutstätten sind – und hier hätten weder Flyer noch Webseitenaufklärung den erwünschten Erfolg gehabt: Es gebe immer Problemstellen, die Experten am besten aufzeigen können. Als zweiten Erfolgsfaktor nennt Inga Häuser, dass alle potenziellen Brutstätten entfernt oder mit dem Insektizid Bti behandelt werden müssen. Letzteres gilt da, wo man schlecht rankommt: in Abflüssen in Treppenabgängen, Abflussrinnen in oder vor Garageneinfahrten und Tiefgaragen, Sinkkästen von Straßeneinläufen und Schächten. Ohne deren Behandlung werde die Bekämpfung der Mücke eines ganzen Gebiets konterkariert, weil so viele Brutstätten wie möglich eliminiert werden müssten, um einen spürbaren Erfolg zu erzielen.
Jedoch erschwert eine neue EU-Verordnung die Abgabe der Bti-Tabletten, für die Korntal-Münchingen schon gut 16 000 Euro bezahlt hat: Nur Personen mit einem speziellen Sachkundenachweis dürfen sie noch ausgeben. Weil den in der Verwaltung keiner hat, übernehmen in der Stadt die Apotheken die Verteilung. Für die Bevölkerung ist das Mittel kostenlos – nur dann lässt sich laut Häuser eine Eindämmung der Population auf ein verträgliches Maß realisieren.
Stadt legt sich nun noch mehr ins Zeug
Die Stadtverwaltung tut indes jetzt noch mehr als zu informieren, Eiablagefallen zu verleihen oder Straßeneinläufe zu spülen: So werden Mitarbeiter wie Hausmeister und die vom Bauhof geschult, Friedhofsbesucher und Grabpflegeunternehmen sensibilisiert und bei neu gepflanzten Bäumen Gießränder statt Bewässerungssäcke verwendet.
