Gesundheitsversorgung: Medizinische Hilfe ohne Versicherung – Neue Anlaufstelle im Kreis Ludwigsburg

Martin Strecker (Geschäftsführer Kreisdiakonieverband), Heinrich Knodel (Projektleitung Kreisdiakonieverband), Landrat Dietmar Allgaier, Jürgen Maier (Ehrenamtlicher) und Marc Dressel (Leiter Caritas Ludwigsburg-Waiblingen-Enz) eröffnen offiziell die Sprechstunde für Menschen ohne Krankenversicherung.
Daniela Hermer- Neue Sprechstunde in Ludwigsburg bietet Menschen ohne Krankenversicherung anonyme Hilfe.
- Träger sind Kreisdiakonieverband und Caritas in Kooperation mit dem Gesundheitsamt.
- Neun Ärztinnen und Ärzte sowie sieben Fachangestellte arbeiten ehrenamtlich.
- Behandelt werden u. a. Infektionen, Unfallfolgen und Tumorerkrankungen – anonym ohne Daten.
- Sprechstunde montags 16.30–18.30 Uhr im Gesundheitsamt, Hindenburgstraße 20/1, Raum E01.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Für den Großteil der Menschen in Deutschland ist es kaum vorstellbar, ohne Krankenversicherung zu leben. Wenn man einen Infekt hat, sich verletzt oder Zahnschmerzen hat, geht man zum Arzt und zeigt sein Kärtchen vor. Dennoch leben tausende Menschen im Kreis Ludwigsburg ohne Krankenversicherung. Das Projekt „Sprechstunde für Menschen ohne Krankenversicherung“, kurz „MohneKV“ soll diesen Menschen nun eine Anlaufstelle bieten.
Ins Leben gerufen haben es der Kreisdiakonieverband Ludwigsburg und die Caritas Ludwigsburg-Waiblingen-Enz in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt Ludwigsburg. Ziel ist es, Menschen medizinisch zu versorgen, die ohne Krankenversicherungsschutz leben und deshalb oft Schwierigkeiten haben, eine Arztpraxis aufzusuchen.
Die Gründe sind vielfältig
„Die Gründe, warum Menschen keine Krankenversicherung haben, sind vielfältig“, sagte Landrat Dietmar Allgaier bei der Eröffnung. Betroffen seien etwa Menschen ohne Aufenthaltsstatus, in finanzieller Not oder nach dem Verlust des Arbeitsplatzes. „Sie passen nicht in das vorhandene Versorgungssystem und drohen, durch das Raster zu fallen“, so Allgaier.
Bei den Sprechstunden übernehmen neun Ärztinnen und Ärzte sowie sieben Medizinische Fachangestellte ehrenamtlich die Versorgung. Behandelt werden Beschwerden, mit denen Betroffene grundsätzlich auch eine reguläre Arztpraxis aufsuchen würden. Dazu gehören beispielsweise Atemwegs- und Infektionskrankheiten, Unfallfolgen oder Tumorerkrankungen.
Sprechstunde ist anonym
Eine wichtige Rolle spielt dabei die Anonymität. „Menschen können kommen und sagen, sie brauchen Hilfe. Ohne die Frage nach der Versicherung“, erklärte Allgaier. Niemand müsse seinen Namen oder andere persönliche Daten angeben. Denn manche Betroffene hätten Sorge, solche Angebote zu nutzen – aus Angst vor möglichen Konsequenzen oder vor Behörden. Die anonyme Sprechstunde soll ihnen den Schritt erleichtern, medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Die Räumlichkeiten im Gesundheitsamt stellt das Landratsamt zur Verfügung. Wichtig, denn eine Anmietung würde Kosten verursachen, sagt Martin Strecker, Geschäftsführer des Kreisdiakonieverbands Ludwigsburg. „Wir sind dankbar, dass wir hier die Räumlichkeiten kostenlos nutzen können.“ Er sei zuversichtlich, dass sich das Projekt im Landkreis etablieren werde. Das benötige aber Geduld und viel „Mund-zu-Mund-Propaganda“.
Zunächst ist eine Erprobungsphase vorgesehen. Auf Grundlage der Erfahrungen und des tatsächlichen Bedarfs soll das Angebot weiterentwickelt werden. Perspektivisch könnte auch eine zahnmedizinische Versorgung hinzukommen. Darüber hinaus sollen Betroffene möglichst dabei unterstützt werden, in das reguläre Krankenversicherungssystem zurückzukehren. Denn die offene Sprechstunde könne keine Dauerlösung sein, betonte Allgaier.
Die Sprechstunde findet montags von 16.30 bis 18.30 Uhr im Gesundheitsamt Ludwigsburg, Hindenburgstraße 20/1, Raum E01 statt.
