Flüchtlinge am Schanzacker bei Tamm
: Fast 4000 Stimmen gegen eine Lea – Erste Ergebnisse der Abstimmung

Bei der Abstimmung der BI zur Landeserstaufnahmeeinrichtung (Lea) auf dem Schanzacker (Kreis Ludwigsburg) sprechen sich fast 100 Prozent gegen das Projekt aus. Von den rund 4000 Stimmen sind nur ein Dutzend für das Projekt.
Von
Frank Ruppert
Ludwigsburg
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Abstimmung mit Wahlkabine und Wahlurne in der Tammer Kelter

Simon Granville

An der Abstimmung der Bürgerinitiative „Gemeinsam gegen LEA Tamm-Asperg“ am Sonntag in Asperg und Tamm haben 3952 Menschen mit gültigen Stimmzetteln teilgenommen, wie die BI jetzt mitteilt. Acht Stimmzettel wurden für ungültig erklärt. Von den abgegebenen Stimmen waren nur zwölf für die Errichtung einer Landeserstaufnahmeeinrichtung (Lea) auf dem Schanzacker. 3940 Menschen sprachen sich gegen das geplante Projekt aus.

Das Land prüft derzeit, ob auf dem Schanzacker, einer Fläche in Ludwigsburg, die an Asperg und Tamm angrenzt, die Errichtung einer Lea für mindestens 2000 Menschen möglich ist. Seit Bekanntwerden der Pläne regt sich vor allem in Tamm und Asperg Widerstand, weil das Gebiet in unmittelbarer Nachbarschaft zur Bebauung der beiden Städte liegt. Neben der BI haben sich auch die Gemeinderäte der Städte und die Bürgermeister schon mehrfach gegen das Projekt ausgesprochen. Die BI hat mehrere Demonstrationen organisiert und fordert unter anderem eine Bürgerbeteiligung zu der Frage, ob dort eine Flüchtlingsunterkunft gebaut werden soll. Nachdem das Land Baden-Württemberg eine solche bislang nicht selbst organisiert hat, hat die BI mit der Abstimmung die Dinge in die eigene Hand genommen.

An vier Standorten konnten am Sonntag in Tamm und Asperg die Stimmzettel abgegeben werden. Auf den Stimmzetteln, die anonym abgegeben werden konnten, waren zehn Fragen mit Antworten zum Ankreuzen. Die erste Frage war die nach der Lea, weitere Themen waren die Arbeit der Landesregierung und die Sicherheitslage im Land.

Sicherheitsbedenken spielen Rolle

Immer wieder gingen am Sonntag Stimmzettel aus.

Foto: Simon Granville

Neben Sicherheitsbedenken führen Gegner einer Lea am Schanzacker auch den Naturschutz an. Die Fläche sei ein wichtiger Grünzug auch für die Städte Tamm und Asperg. Das Abstimmungsergebnis am Sonntag hat keine bindende Wirkung für die Landesregierung, die BI-Organisatoren sprachen am Sonntag von einem vor allem symbolischen Akt der Meinungsäußerung.