Ernte im Kreis Ludwigsburg
: Qualitativ gut, mengenmäßig mau: „Ein eher schwieriges Jahr für Kartoffeln“

Die Kartoffelernte in der Region ist in vollem Gange. 2026 zeigt sich besonders, wie wichtig eine Bewässerung der Felder mittlerweile geworden ist.
Von
Markus Wirth
Bönnigheim
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Bönnigheim
Kartoffelernte
Hofgut Bellevue
Christine Bayha ist mit der bisheriegen Kartoffelqualität zu- frieden.

Christine Bayha vom Hof Bellevue in Bönnigheim ist mit der bisheriegen Kartoffelqualität zufrieden.

Martin Kalb
  • Kartoffelernte in der Region läuft – Qualität gut, Menge teils unterdurchschnittlich.
  • Hof Bellevue: Beregnung stabilisierte Erträge; Wasserspeicher mit 17.000 Kubikmetern hilft.
  • Zwiebeln litten unter Hitze und UV, Zuckerrüben und Körnermais mit erwarteten Einbußen.
  • Hof Schnaufer: trockene Böden erschweren Ernte, kleinere Knollen trotz guter Qualität.
  • Hof Alber: bewässerte Felder im Schnitt, unbewässerte mit rund 50 Prozent Einbußen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Dem scheinbar endlosen Sommer mit seiner extremen Hitze und wochenlangen Dürre scheint nun langsam die Puste auszugehen, auch wenn in den kommenden Tagen erneut Temperaturen von bis zu 30 Grad angesagt sind. Bei den Weingärtnern brachte die extreme Witterung einen mengenmäßig kleineren, aber qualitativ hochwertigen Jahrgang. Und nun, da aktuell die Kartoffelernte in der Region in vollem Gange ist, stellt sich die Frage, wie hier die Erträge sind.

Christine Bayha vom Hof Bellevue in Bönnigheim ist einigermaßen zufrieden: „Bei den Kartoffeln gehen wir von einer leicht unterdurchschnittlichen Ernte aus. Hier hat sich die intensive Beregnung ausgezahlt, auch die Größe passt.“ Gut sei auch, dass der landwirtschaftliche Betrieb ein Wasserspeicherbecken besitzt, welches ein Fassungsvermögen von 17.000 Kubikmetern hat, sechs Meter tief ist und aus einem hofeigenen Brunnen gespeist wird. So gesehen ist man bei Trockenperioden autark. Wochenlange Dürre könne gut abgefedert werden.

Allerdings sehe es, sagt Bayha, bei den Zwiebeln, einem weiteren Standbein des Familienbetriebs, nicht so rosig aus: „Die haben besonders gelitten, hier hat sich vor allem auch die andauernd hohe UV-Strahlung negativ auf die Größe und den Ertrag ausgewirkt.“ Auch anderweitig ist wenig Grund zur Euphorie: „Körnermais und Zuckerrüben sind noch nicht gedroschen beziehungsweise gerodet, allerdings gehen wir vor allem bei den Zuckerrüben von deutlich geringeren Erträgen aus.“

In normalen Jahren profitierten die Zuckerrüben noch von Niederschlägen im Herbst, diese seien bisher ausgeblieben. Auch die bereits ausgesäten Kulturen wie der Winterraps warteten auf Niederschläge. Mit der Ernte von Frühkartoffeln habe man in diesem Jahr ein gutes Ergebnis erzielt.

Schwierige Ernte durch trockene Böden

Rund neun Kilometer südöstlich vom Bellevue, im Bietigheimer Gewann Lettengrube, betreibt Bernhard Schnaufer mit seiner Familie den gleichnamigen Hof. Er ist mit der Ausbeute weniger zufrieden. Gegenüber dem vergangenen Jahr, welches ein sehr gutes mit überdurchschnittlichem Kartoffelertrag war, sei das aktuelle, was die Kartoffeln, aber auch andere Feldfrüchte angeht, „ein eher schwieriges und ertragsmäßig eher unterdurchschnittliches Jahr“. Das sei durch die erhöhten Temperaturen und die längere, immer noch anhaltende Trockenheit bedingt.

Es könne und konnte meist nur unter schwierigen, weil zu trockenen Bodenverhältnissen geerntet werden. Hierdurch erlitten manche Knollen mechanische Verletzungen, was vor allem die Optik, aber auch die Lagerfähigkeit und somit die Verkaufsfähigkeit beeinträchtige. „In diesem Jahr zeigte sich überdeutlich, dass eine Zusatzbewässerung immer wichtiger wird“, so Schnaufer: „Mein Resümee für 2026: Es gab allgemein niedrige Erträge trotz höheren Aufwands, gerade durch die Bewässerung, mit zwar guten Qualitäten, aber tendenziell auch um einiges kleineren Kartoffeln.“

Bei den Frühkartoffeln habe man einen relativ guten Ertrag einfahren können. Einer der Vorteile gegenüber der späten Ernte sei, dass hier noch keine Krankheiten ausbrechen würden. Auch Schädlinge wie der Kartoffelkäfer oder die Schilf-Glasflügelzikade seien im verhältnismäßig kühlen Frühjahr kein Thema.

Einbußen auf nicht bewässerten Feldern

Für Julian Alber vom gleichnamigen Kartoffelhof in Walheim war die Ernte der Erdäpfel zweigeteilt, was die Menge anging: „Bei den Feldern, die wir bewässerten, war es eine gute Ernte, die im langjährigen Schnitt liegt. Bei den Flächen, die wir nicht bewässern konnten, haben wir jedoch Einbußen von rund 50 Prozent im Vergleich der Vorjahre.“

Die Qualität sei jedoch zufriedenstellend, auch wenn die nicht bewässerten Kartoffeln wesentlich kleiner als sonst seien. Bei den übrigen Feldfrüchten, die der landwirtschaftliche Betrieb anbaut, habe man ebenfalls Einbußen hinnehmen müssen – wenn auch nicht so umfassend wie bei den Kartoffelkulturen, die auf möglichst viel und gleichmäßige Bewässerung angewiesen sind.