Erneuerbare Energie
: Ein Windrad für Markgröningen – Antrag ist genehmigt

Der Verband Region Stuttgart muss seinen Windkraftplan wegen Fehlern überarbeiten. Doch in Unterriexingen wurde nun trotzdem ein Windrad genehmigt – dank eines Sonderwegs.
Von
Lisa Lorenz
Markgröningen
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Sturmtief Luise - Hannover: 23.10.2026, Niedersachsen, Hannover: Ein Windrad dreht vor sich vor der vom Sonnenaufgang verfärbten Wolkenkulisse. Das Sturmtief Luise zieht über Teile Deutschlands hinweg. (Aufnahme mit Langzeitbelichtung) (zu dpa: «Wechselhaftes Herbstwetter mit Sturmböen») Foto: Julian Stratenschulte/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

In Unterriexingen wird wohl das zweite Windrad des Landkreises Ludwigsburg stehen.

Julian Stratenschulte/dpa
  • Unterriexingen erhält ein genehmigtes Windrad – trotz stockender Regionalplanung.
  • Der Regionalplan scheiterte an Naturschutzkonflikten und wird komplett überarbeitet.
  • Genehmigung via Zielabweichungsverfahren: Umweltaspekte wurden detailliert geprüft.
  • Betreiber WW Süd rechnet mit Bau und Inbetriebnahme 2029/30, zuvor war 2028 geplant.
  • Kosten liegen bei rund neun Millionen Euro; Ausschreibungslage laut Betreiber angespannt.

Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.

Ganze 23 Anlagen im Kreis, verteilt auf sieben Windkraftvorranggebiete, warten beim Landratsamt auf ihre Bauanträge. Doch der Regionalplan, in dem all die Standorte als privilegiert vermerkt gewesen wären, ist im August geplatzt. Das Land hat bei der Prüfung Konflikte mit dem Naturschutz moniert, weshalb eine abermalige Schleife gedreht werden muss. Das Werk kann damit frühestens gegen Ende 2027 Rechtskraft erlangen.

Während die Windkraftplanung in vielen Teilen des Landkreises ins Stocken geraten ist, hat das Landratsamt nun ein Windrad im Markgröninger Stadtteil Unterriexingen genehmigt. Es ist Teil des Projekts der WW Süd GmbH, die eine Geschäftsstelle in Unterriexingen betreibt.

Unternehmen mit Gemeinde verbunden

„Da wir dort wohnen, sind wir mit der Gemeinde eng verbunden und haben daher bei Ausweisung der Vorranggebiete zunächst in der unmittelbaren Umgebung geschaut“, berichtet Falk Hecker, einer der Geschäftsführer der WW Süd. Die Windkraftvorranggebiete LB 13 und LB 14 liegen beide auf Markgröninger Gemarkung. Im Gebiet LB 13, das sich westlich des Waldgebiets Muckenschupf bis nach Pulverdingen erstreckt, befinden sich zwei weitere Anlagen im Genehmigungsverfahren. Eine Genehmigung wird hier allerdings erst Anfang kommenden Jahres erwartet.

Für das jetzt genehmigte Windrad im Gebiet LB 14, nahe Muckenschupf, südlich von Unterriexingen und westlich von Talhausen, habe man das sogenannte Zielabweichungsverfahren gewählt, sagt Hecker. Dabei hätten alle Umweltschutzaspekte detailliert geprüft werden müssen. „Daher sind wir mit dieser Anlage nicht von den Verzögerungen bei der Ausweisung der Vorranggebiete betroffen.“

Eine verbindliche Planung bleibe dennoch schwierig, sagt Hecker. Die Situation bei den Ausschreibungen nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) sei angespannt. Das Ausschreibungsvolumen sei zu gering, und bei der Förderung kämen fast ausschließlich norddeutsche Projekte zum Zug. „Als optimistischer Mensch glaube ich aber, dass sich die Situation im nächsten Jahr verbessert, sodass wir 2029/30 mit dem Bau und der Inbetriebnahme rechnen.“ Noch vor wenigen Monaten war die Inbetriebnahme für 2028 geplant. Die Kosten für das Windrad belaufen sich einschließlich Gutachten, Genehmigung, Projektierung und Aufbau auf rund neun Millionen Euro.

Für den Verband Region Stuttgart ist das Beispiel Unterriexingen eine gute Nachricht in einer schwierigen Phase. Während der Windkraftplan wegen Planungsfehlern komplett überarbeitet werden muss, zeigt die Genehmigung für das Windrad der WW Süd, dass Anlagen mit einem Zielabweichungsverfahren und umfangreichen Prüfungen auch während der Überarbeitung auf den Weg gebracht werden können.