Das Ziel heißt England
: Senkrechtstart in nur vier Jahren – Hip-Hopper aus Sachsenheim träumen von WM

Nach Corona stand der Hip Hop in Großsachsenheim (Kreis Ludwigsburg) vor dem Aus. Seither blüht er wieder auf – und wie! Für das ganz große Ziel ist die Gruppe nun auf Hilfe angewiesen.
Von
Cornelia Ohst
Ludwigsburg
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Mit dem Pokal in den Händen: Mit „Level Up’s“ erlebt der Hip Hop in Großsachsenheim eine beeindruckende Renaissance.

privat

Eine kleine Gruppe träumt von einer Reise in die große Tanzwelt: Stand die Hip-Hop-Gruppe „Level Up’s“ des TV Großsachsenheim während und nach Corona noch fast vor dem Aus, erlebt sie seither eine beeindruckende Renaissance. Die stattliche Anzahl von 15 Tänzerinnen und einem Tänzer gehört ihr inzwischen an. Und die Gruppe hat sich nach mehreren Erfolgen noch Größeres vorgenommen: Im August möchte sie an der UDO Street Dance Weltmeisterschaft im englischen Blackpool an den Start gehen. Doch dafür gilt es eine Hürde zu überwinden, bei der sie auf die Unterstützung der Allgemeinheit angewiesen ist.

Liebend gerne würden die Mitglieder von „Level Up’s“ bei der WM einen Eindruck davon hinterlassen, welche Grundeinstellung sie bezüglich ihres Hobbys haben. „Für uns wäre das eine große Chance, unsere Region international zu vertreten und zu zeigen, dass auch ein Team aus einer Kleinstadt auf dieser Bühne tanzen kann“, sagt Yudum Durak, mittanzende Co-Trainerin der Gruppe. Und sie betont: „Gleichzeitig möchten wir damit andere junge Tänzerinnen und Tänzer ermutigen und inspirieren, an ihre Ziele zu glauben und ihre Träume nicht aufzugeben“.

Vor vier Jahren nur zu viert

Davon können sie in Großsachsenheim nämlich ein Lied singen. Denn vor gerade einmal vier Jahren sah es so gar nicht danach aus, dass dem TVG die Tanzsparte überhaupt erhalten bleibt. Damals übernahmen Yudum Durak und die um ein Jahr ältere Luna Spanka die Gruppe als Trainerinnen. Das durch Corona ohnehin personell schon geschwächte Team verschlankte sich ein weiteres Mal: „Weil wir beide so jung waren, sind einige abgesprungen, die sich nicht von uns Jugendlichen trainieren lassen wollten. Plötzlich standen wir dann nur noch zu viert da“, erinnert sich Yudum, die heute 19 Jahre jung ist.

In der Rückschau ist sie umso mehr stolz darauf, „dass Luna und ich nicht einfach alles hingeschmissen haben“. Im Gegenteil: Luna habe nicht geduldet, dass auch nur eine Übungsstunde ausfällt und außerdem für viel Präsenz auf Social Media gesorgt. „Sie ist für mich einer der zielstrebigsten Menschen, die ich kenne“, sagt Yudum. Luna übernahm dann vor zwei Jahren die Position der Ersten Trainerin und gibt der Gruppe große mentale Stärke. Yudum tanzt – parallel zu ihrer Co-Trainerfunktion – weiterhin aktiv mit.

Sie spricht begeistert davon, was Luna in den vergangen zwei Jahren für die Gruppe erreicht habe. „Durch ihre Ausbildung zur pädagogischen Bühnentänzerin hat sie sich ein tolles Know-how erworben, das sie an uns weitergibt.“ So sei die Gruppe nicht nur gewachsen, sondern „konnte sich auch enorm weiterentwickeln“, erklärt die Co-Trainerin, die selbst ebenfalls dabei ist, einen pädagogischen Weg einzuschlagen: Sie studiert Deutsch und Ethik auf Lehramt.

Im Mai geht’s zum Bundeswettbewerb

Levels Up’s widmet sich inzwischen nicht allein den wöchentlichen Übungsstunden. Dank Lunas frischem Ehrgeiz und deren „unfassbar starkem Motivationstalent“, wie Yurum es ausdrückt, bewirbt sich das Team regelmäßig für die Teilnahme an diversen Tanz-Meisterschaften. Und das mit Erfolg. Der bislang größte Triumph war der Sieg beim Landeswettbewerb, durch den sich die Tanzgruppe auch heuer wieder für den Bundeswettbewerb in Paderborn qualifizierte. Im Mai wollen die Hip Hopper dort den letztjährigen fünften Platz noch toppen.

Die Gruppe verbindet also Wettkampf mit Leidenschaft. Die Tänzerinnen und der Tänzer bringen ihre Gefühle gerne mit Bewegung zum Ausdruck. Yudum selbst ist ein Beispiel dafür. Sie tanzt, seit sie denken kann. Mit sieben Jahren schloss sie sich deshalb in ihrer Heimatstadt dem TVG an, um in der Hip-Hop-Tanzabteilung das zu lernen, was sie liebt: „Hip-Hop-Tanz, bei dem man trotz Choreografie auch frei sein kann, um die eigene Leidenschaft individuell auszudrücken“. Für die Tanzenden und die Zuschauenden sei es einfach toll, zu erkennen, wie viele Emotionen dahinter stecken, erklärt Yudum weiter. Sie kann trotz ihres jungen Alters also bereits auf eine bewegte Zeit mit ihrem Tanzsport blicken – und möchte dem nun die WM in Blackpool folgen lassen.

Einen Wermutstropfen hat die ambitionierte Story aber leider: Da der Verein die Reise- und Startkosten für die teilweise auch jugendlichen Teilnehmer nicht vollständig übernehmen kann, hat das Tanzteam eine Spendenkampagne gestartet, um die Teilnahme im August doch noch möglich zu machen. Jetzt hoffen Yudum, Luna und die anderen Tänzer, dass sie über folgende Aktion große Unterstützung von allen Seiten erfahren: https://gofund.me/22a421dcb.