Feuer in Göppingen
: Fassungslosigkeit nach Großbrand: „Zum Glück sind rechtzeitig alle raus“

In der Pearl-S.-Buck-Straße im Göppinger Bürgerhölzle ist am Dienstag ein holzverkleideter Gebäudekomplex komplett ausgebrannt. Die Polizei schätzt den Schaden auf zwei Millionen Euro.
Von
Susann Schönfelder
Göppingen
Brand Göppingen Bürgerhölzle Pearl-S.-Buck-Straße

Die Menschen stehen vor den Trümmern ihrer Existenz: Ein Komplex aus fünf holzverkleideten Reihenhäusern im Bürgerhölzle stand am Dienstag in Vollbrand.

Giacinto Carlucci
  • In der Pearl-S.-Buck-Straße in Göppingen brennt ein Haus – es steht offenbar in Vollbrand.
  • Die Polizei meldet den Brand am Dienstagvormittag und bestätigt den laufenden Einsatz.
  • Laut Mitteilung haben alle Bewohner das Gebäude vollständig verlassen.
  • Weitere Informationen folgen, Details zur Ursache liegen nicht vor.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

„Ich habe einen Knall gehört, wie eine kleine Explosion“, erzählt eine Anwohnerin. „Dann bin ich auf die Terrasse gegangen und habe gesehen: Beim Nachbarn brennt’s.“ Die Frau griff zum Telefon und alarmierte die Feuerwehr. Wenige Minuten später schaut sie zu, wie der holzverkleidete Gebäudekomplex in der Pearl-S.-Buck-Straße in Göppingen in Flammen steht und die Feuerwehr ein Übergreifen auf benachbarte, sehr nahestehende Häuser verhindern kann. Der betroffene Wohnkomplex mit fünf Reihenhäusern selbst kann jedoch nicht gerettet werden. „Zum Glück sind rechtzeitig alle raus“, sagt die Frau leise.

Bewohner sitzen fassungslos im Schatten

Die Bewohner sitzen fassungslos im Schatten, weinen, spenden einander Trost. Ein junger Mann steht in Unterhose auf der Straße, eine Decke um die Schultern gelegt. Er war gerade aufgestanden und musste dann fluchtartig das Haus verlassen. Mehr als diese Unterhose hat er nicht mehr. Eine Frau erfuhr von dem Brand und ließ auf ihrer Arbeitsstelle in Rechberghausen alles stehen und liegen, um ihre Hunde aus den Flammen zu befreien. Das Schicksal dieser Menschen, die binnen weniger Minuten alles verlieren, verursacht Gänsehaut, an diesem Hitzetag, im Angesicht des Feuers, dessen Rauchsäule in der ganzen Stadt zu sehen war und dessen beißender Geruch in Augen und Rachen brennt. Zahlreiche Schaulustige, darunter auch viele Kinder, verfolgten die Löscharbeiten, zückten ihre Smartphones. Viele Menschen waren daheim zum Ferienbeginn.

  • Göppingen Feuer Brand Bürgerhölzle Pearl-S.-Buck-Straße

    Die Feuerwehr ist mit mehreren Drehleitern im Einsatz.

    Giacinto Carlucci
  • Göppingen Feuer Brand Bürgerhölzle Pearl-S.-Buck-Straße

    Die holzverkleideten Häuser stehen in Brand.

    Giacinto Carlucci
  • Göppingen Feuer Brand Bürgerhölzle Pearl-S.-Buck-Straße

    Rauch steigt über den Häusern empor.

    Giacinto Carlucci
  • Göppingen Feuer Brand Bürgerhölzle Pearl-S.-Buck-Straße

    Die Feuerwehr Göppingen ist im Einsatz.

    Giacinto Carlucci
  • Göppingen Feuer Brand Bürgerhölzle Pearl-S.-Buck-Straße

    Eine Vielzahl an Einsatzkräften ist vor Ort.

    Giacinto Carlucci
  • Göppingen Feuer Brand Bürgerhölzle Pearl-S.-Buck-Straße

    Ein Feuerwehrmann ist mit Atemschutzmaske am Einsatzort.

    Giacinto Carlucci
  • Göppingen Feuer Brand Bürgerhölzle Pearl-S.-Buck-Straße

    Die holzverkleideten Häuser sind völlig verkohlt.

    Giacinto Carlucci
  • Göppingen Feuer Brand Bürgerhölzle Pearl-S.-Buck-Straße

    Auch auf den Terrassen der Häuser ist kaum etwas heil geblieben.

    Giacinto Carlucci
  • Göppingen Feuer Brand Bürgerhölzle Pearl-S.-Buck-Straße

    Die Straße ist komplett mit Einsatzkräften besetzt.

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  • Göppingen Feuer Brand Bürgerhölzle Pearl-S.-Buck-Straße

    Die Feuerwehr löscht das Feuer mit der Drehleiter von oben.

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  • Brand Göppingen Bürgerhölzle Pearl-S.-Buck-Straße

    Auch von der Gartenseite aus wird das Feuer gelöscht.

    Giacinto Carlucci
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Brandursache noch unklar

Der Notruf ging am Dienstagvormittag (4. August 2026) gegen 9.15 Uhr ein, sagt der Göppinger Feuerwehrkommandant Karlheinz Widmeyer, der den Einsatz leitete. Mehr als 40 Feuerwehrleute bekämpften die Flammen, die Wehr war mit sieben Fahrzeugen, darunter zwei Drehleitern, vor Ort. Die Feuerwehr aus Faurndau sei noch nachgefordert worden, um die Brandbekämpfer zu unterstützen. Sie machen in der Hitze immer wieder Pause, trinken, essen Müsliriegel. Die Helfer der Rettungsdienste waren mit drei Fahrzeugen vor Ort und kümmerten sich um die Bewohner, die ihre Häuser fluchtartig verlassen mussten. Körperlich verletzt wurde niemand, meint Widmeyer, die seelischen Folgen seien aber nicht absehbar.

Brandermittler suchen nun nach der Ursache

Die Ursache des Großbrandes ist noch unklar. „Die Brandermittler sind auf dem Weg“, erklärte Wolfram Bosch, der Leiter des Göppinger Polizeireviers, der ebenfalls vor Ort war. Derzeit deute aber nichts auf vorsätzliche Brandstiftung hin, so Bosch. Von dem Gebäudekomplex ist nicht mehr viel übrig: „Die Treppen im Innenbereich sind durchgebrannt, wir kommen nur noch über die Leitern von außen ran“, schilderte der Kommandant die Lage. Das Feuer habe sich über die ganze Fassade ausgebreitet, dann seien die Fenster geborsten und die Flammen hätten sich ihren Weg ins Innere gesucht. „Der Klassiker bei solchen Verschalungen“, ergänzte Widmeyer. Gegen 15.30 Uhr waren die Helfer fertig. Das Technische Hilfswerk war am Nachmittag noch damit beschäftigt, die Häuser zu sichern, sprich die kaputten Fenster mit Tafeln zu verriegeln, damit sich Unbefugte keinen Zutritt verschaffen. „Das THW sorgt auch für einen gewissen Wetterschutz“, fügte der Kommandant hinzu.

In Abstimmung mit der Stadtverwaltung soll den betroffenen Bewohnern schnell geholfen werden, in erster Linie mit Kleidung, bei Bedarf auch mit einer Unterkunft, wenn die Menschen nicht privat unterkommen. Der Gebäudekomplex selbst ist nicht mehr bewohnbar. Der Sachschaden wird auf etwa zwei Millionen Euro geschätzt, teilte das zuständige Polizeipräsidium Ulm am Nachmittag mit. 
Der Göppinger Oberbürgermeister Alex Maier, der sich am Vormittag ein Bild vor Ort machte, sicherte Unterstützung zu. Die Manfred-Wörner-Straße war zwischen beiden Kreisverkehren während der Löscharbeiten gesperrt. Die Löscharbeiten dauerten bis in die Mittagszeit.

Die Geschichte des Bürgerhölzle

Besatzung Im April 1945 drangen die Amerikaner nach Göppingen vor, von 1946 bis 1992 nutzten sie als Besatzungsmacht den Flugplatz. Wo einst 200 Soldaten der Reichsluftwaffe untergebracht waren, waren fortan rund 2000 Soldaten mit ihren Familien eingezogen. So entstand ab 1950 die „Housing-Area“, die mit zahlreichen Wohngebäuden zwischen der Hohenstaufenstraße und dem Flugplatz auch heute noch unter dem Namen „Bürgerhölzle“ in weiten Teilen vorhanden ist. Mit dem Ende des Kalten Kriegs ging auch die Geschichte der Cooke Barracks zu Ende. Die Soldaten wurden aus der Hohenstaufenstadt abgezogen.

Stauferpark Die Wohnbaugesellschaft der Stadt Göppingen hat 1994 den Teil der „Housing-Area“, die Wohnanlagen im Bürgerhölzle, vom Bund erworben und modernisiert. Der Teil der Reihenhäuser, wovon ein Gebäudekomplex am Dienstag abgebrannt ist, hat die Wohnbau Ende der Neunzigerjahre als Nachverdichtung neu gebaut und dann verkauft.