Zehntausende beim Krautfest auf den Fildern
: Kraut-Skirennen und Spitzkraut-Classics – Kurioses rund ums Kraut

Das Krautfest lockt Zehntausende nach Leinfelden-Echterdingen. Neben Kulinarischem gibt es auch so manches Kuriosum – wie das Krautskirennen der Viertklässler.
Von
Philipp Braitinger
Stuttgart
Jetzt in der App anhören
  • Beim Krautskirennen sind Gleichgewicht, Kraft, Koordination, Geschicklichkeit und Teamfähigkeit gefragt.

     
  • Beim 46. Krautfest herrschte am Wochenende wieder reger Andrang. Die Veranstalter sprechen von 50 000 Besuchern.

    Philipp Braitinger
  • Beim Krautskirennen der Viertklässler in Echterdingen waren Geschicklichkeit und Kraft gefragt ...

    Philipp Braitinger
  • ... aber auch Teamfähigkeit ist eine wichtige Voraussetzung für den Erfolg.

    Philipp Braitinger
  • Bei den Spitzkraut-Classics in Leinfelden präsentierten Besitzer stolz ihre Oldtimer und Youngtimer.

    Philipp Braitinger
  • Mehrere hundert Fahrzeuge nahmen an einem Korso durch den Ort teil.

    Philipp Braitinger
  • In so ein Cockpit schaut man zwei Mal: Es gab viel zu bestaunen bei den Spitzkraut-Classics.

    Philipp Braitinger
  • Am Straßenrand verfolgten große und kleine Fans von historischen Fahrzeugen den Autokorso.

    Philipp Braitinger
  • Dieser Kleinbus ist weit herumgekommen: Auf der Karosserie zeugen Aufkleber aus aller Welt davon.

    Philipp Braitinger
  • Auch am Straßenrand stand so manches Schmuckstück.

    Philipp Braitinger
  • Weitere Impressionen vom Krautfest

    Fotoagentur Stuttgart/Andreas Rosar
  • Weitere Impressionen vom Krautfest

    Fotoagentur Stuttgart/Andreas Rosar
  • Weitere Impressionen vom Krautfest

    Fotoagentur Stuttgart/Andreas Rosar
1 / 13

Auf die Plätze, fertig, los! Viertklässler der Zeppelin- und der Goldwiesenschule kämpften am Sonntag auf dem Krautfest in Echterdingen um die schnellste Zeit beim Krautskirennen. „Wir haben die Tradition wieder aufleben lassen“, freut sich Sina Rilling. Sie ist die zweite Vorsitzende des Skiclubs und moderiert den Wettbewerb. Nach vielen Jahren Pause finde das beliebte Rennen seit vergangenem Jahr wieder im Rahmen des Krautfestes statt. Beflügelt vom Zuspruch der Teilnehmer und Zuschauer will der Skiclub auch beim nächsten Krautfest wieder ein Krautskirennen durchführen.

Geschicklichkeit ist beim Krautskirennen auf dem Krautfest gefragt

Viele Eltern, Großeltern, Tanten, Onkel und Geschwister sind gekommen, um die Viertklässler anzufeuern. Beim Rennen treten stets zwei vierköpfige Teams gegeneinander an. Zunächst müssen zwei Spitzkrautköpfe auf einen großen Ski mit Rädern gehoben werden. Die Krautköpfe haben ein Gewicht von ungefähr fünf Kilogramm – die müssen die Kinder erst einmal wuchten, bis das Kraut auf dem Ski richtig sitzt. Danach müssen die Viertklässler allesamt auf den großen Ski stehen und das Gefährt mit Stöcken in Bewegung setzen. Das Ganze erfordert Gleichgewicht, Kraft, Koordination, Geschicklichkeit und Teamfähigkeit – womit der Bogen zum Skiclub geschlagen ist.

Die rund 300 Mitglieder sind das ganze Jahr aktiv, verrät Rilling. Im Sommer gehe man Wandern, mache Nordic Walking oder halte sich mit Skigymnastik fit. Im Winter geht es in die Berge. Es stehen immer viele Ausfahrten an. Die Gewinner des Krautskirennens dürfen nun zu einer dieser Ausfahrten mitkommen. Den ersten Platz hat das Team „Jumbokraut“ gemacht. Sie haben die Strecke des Wettkampfs in 43,13 Sekunden geschafft, gefolgt vom Team „Schnelle Krautköpfe“ mit 43,63 Sekunden. Beide Siegerteams gehen in dieselbe Klasse der Goldwiesenschule. „Das scheint eine besonders sportliche Klasse zu sein“, vermutet Rilling.

„Gut bis chaotisch“ – das Krautfest lief so wie es sein soll

Eine ähnlich gute Stimmung wie beim Publikum des Krautskirennens herrschte unter den Zuschauern der 19. Spitzkraut-Classics in Leinfelden. Beim Start des Krautfest-Corsos wurde ausgiebig gefilmt, fotografiert und applaudiert. Die Veranstalter hatten im Vorfeld bis zu 300 Fahrzeuge erwartet. Zu sehen gab es Oldtimer, Youngtimer, Sportwagen, US-Cars, alte Traktoren und Lanz-Bulldogs, Lastwagen, alte Motorräder, Mopeds, Mofas, aber auch Radfahrer mit historischen Fahrrädern. „Das ist eine bunte Mischung an Fahrzeugen, die sich mit einem benzingeschwängerten Herbstnebel um den Krautfestbereich in Leinfelden schlängeln“, so die Veranstalter.

Die Organisatoren waren am Sonntagnachmittag zufrieden mit dem Verlauf des 46. Krautfestes. „Gut bis chaotisch“ sei es gewesen, sagt Dominique Weig. Er ist der Geschäftsführer der Krautfest Echterdingen Unternehmergesellschaft. Eine Prügelei in der Nacht zum Samstag nennt Weig als Negativereignis. Ansonsten habe es keine größeren Zwischenfälle gegeben. Die Polizei war präsent, ebenso ein privater Sicherheitsdienst. An den Einfahrten des Festbereichs sicherten Durchfahrsperren die Besucher.

Für die Vereine ist das Krautfest besonders wichtig

Geboten war ein buntes Unterhaltungsprogramm, viel Kulinarisches rund um das Filderspitzkraut, offene Läden am Sonntag, Schaustellergeschäfte und vieles mehr. Neben den kommerziellen Anbietern wie Gastronomen nutzen viele Vereine das Krautfest, um sich zu präsentieren und die Vereinskasse aufzufüllen. „Es ist ein Fest für die Vereine“, so Weig. Er geht davon aus, dass rund 50 000 Gäste gekommen sind, eine genauer Zählung gibt es nicht.